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Berlin plant, 370 Millionen Euro aus dem Bundes-Sondervermögen in das Zukunftsquartier Tegel zu investieren. Damit sollen die Technische Hochschule BHT und der Innovationsstandort „Urban Tech Republic“ ausgebaut und neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Projekt Flughafen Tegel, Visualisierung gmp

Das denkmalgeschützte Hauptgebäude des ehemaligen Flughafengeländes wird von gmp Architekten zu einem zentralen Forum umgestaltet, das künftig Start-ups und Forschungseinrichtungen beherbergen soll. Die Tegel Projekt GmbH hat im Oktober 2025 die Vermarktung der ersten Fläche innerhalb der „Urban Tech Republic“ gestartet. / © Tegel Projekt GmbH, gmp-Architekten

© Visualisierungen: Tegel Projekt GmbH, gmp-Architekten

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Berlin plant den Ausbau des ehemaligen Flughafengeländes in Tegel mit einem kräftigen Finanzierungsimpuls. Aus dem Bundes-Sondervermögen, das der Hauptstadt in den kommenden Jahren rund 5,25 Milliarden Euro zuführt, sollen 370 Millionen Euro in den Standort fließen. Diese Mittel sind für den Ausbau der Terminalflächen am Tegeler Flughafen vorgesehen. Nach Angaben von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sollen dort die Technikhochschule Berlin (BHT) und die „Urban Tech Republic“ angesiedelt werden.

Die Maßnahmen zielen darauf ab, das Zukunftsquartier Tegel mit Hochschule, Gründungs- und Innovationszentrum zu entwickeln und langfristig tausende neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Erschließung des Standorts gilt als besonders nachhaltig, da das Land bereits weitere hundert Millionen Euro in das Gelände investiert hat.

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Bundesmittel für Berlin: 5,25 Milliarden Euro für Infrastruktur und Tegel

Die Mittel für Tegel stammen aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität, das der Berliner Senat gemeinsam mit der schwarz-roten Regierungskoalition beschlossen hat. Insgesamt stehen dem Land Berlin etwa 5,25 Milliarden Euro aus dem Bundesprogramm zur Verfügung.

Weitere Schwerpunkte bei der Mittelverteilung seien der soziale Wohnungsbau, Investitionen in die BVG, in Krankenhäuser sowie Maßnahmen zur Klimaanpassung wie Baumpflanzungen und verbessertes Wassermanagement. Für die Umsetzung des Baumentscheids plant der Senat beispielsweise eine Milliarde Euro ein, um Berlin besser auf die Klimaerwärmung vorzubereiten. Für die BVG sind etwa 680 Millionen Euro vorgesehen, für den sozialen Wohnungsbau 750 Millionen Euro und für Krankenhäuser weitere 600 Millionen Euro.

Zukunftsquartier Tegel: Chancen für Innovationen und Arbeitsplätze

Der Ausbau von Tegel eröffnet nach Ansicht der Senatsvertreter große Perspektiven. Die künftige „Urban Tech Republic“ könnte zu einem zentralen Innovationsstandort in Berlin werden. Durch die Erweiterung der BHT-Flächen soll der Standort für Studierende und Unternehmen attraktiver werden. Insgesamt könnten durch die Investitionen mehrere tausend neue Arbeitsplätze entstehen, was sowohl wirtschaftliche als auch stadtentwicklerische Effekte hätte.

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Finanzsenator Stefan Evers (CDU) betont jedoch, dass die bereitgestellten Mittel auch tatsächlich abfließen müssten, um Wachstum zu erzeugen, und warnt davor, dass Gelder ungenutzt bleiben könnten, wenn sie nicht aktiv realisiert werden.

Berlin diskutiert Mittelverteilung für Tegel und andere Projekte

Darüber hinaus gibt es politische Kritik. Vertreterinnen und Vertreter der Linken bemängeln, dass der Hochschulbau und die soziale Infrastruktur insgesamt zu wenig berücksichtigt würden. Für das Schulsanierungsprogramm seien lediglich 60 Millionen Euro vorgesehen, für Kitas 20 Millionen Euro. In den Ausbau von Schwimmbädern seien 50 Millionen Euro eingeplant, davon 40 Millionen Euro für Neubauten.

Vor diesem Hintergrund wird geprüft, ob die Investitionen in Tegel andere zentrale kommunale Projekte beeinträchtigen könnten. Die Debatten zeigen, dass wirtschaftliche Chancen und städtische Prioritäten bei großen Infrastrukturvorhaben stets sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen.

Berlin-Reinickendorf profitiert vom Ausbau des Zukunftsquartiers Tegel

Das Zukunftsquartier Tegel beeinflusst den Bezirk Reinickendorf maßgeblich. Der Standort soll nicht nur ein Studien- und Innovationszentrum werden, sondern auch als Motor für neue Gewerbe- und Wohnflächen dienen. Durch die zusätzlichen Arbeitsplätze könnten Pendlerströme verändert, lokale Wirtschaftsdynamiken gestärkt und das Stadtbild langfristig neu geprägt werden.

Insgesamt steht das Projekt Tegel sowohl für technologische Modernisierung als auch für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Eine Verbindung, die im Berliner Kontext zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Quellen: Zukunftsorte Berlin, Rbb, Taz, Berlin TXL, Tegel Projekt GmbH

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One Comment

  1. Fornfeist 28. November 2025 at 11:52 - Reply

    Hallo, die Projektankündigungen sehen gut aus. Bewirbt man sich, soll man ähnliches bereits vollendet haben – auf Umsetzungsvorstellungen wird zu wenig geachtet.

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