Die Techowbrücke über dem Teltowkanal in Berlin-Mariendorf wird durch einen Neubau ersetzt. Das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin plant eine Bauzeit von rund zweieinhalb Jahren ab Ende 2026. Bereits jetzt wurden vorbereitende Baumfällungen durchgeführt.

Die Techowbrücke ist nach mehr als 70 Jahren Nutzung technisch am Ende ihrer Lebensdauer angekommen. Zudem weist sie Schäden durch Spannungsrisskorrosion an den Stahlspanngliedern auf, weshalb ein Ersatzneubau erforderlich wird. / © Foto: Wikimedia Commons, Lienhard Schulz, CC BY-SA 3.0
© Foto: Wikimedia Commons, Lienhard Schulz, CC BY-SA 3.0
© Foto Titelbild: WNA Berlin
Die Techowbrücke im Berliner Ortsteil Mariendorf steht vor einem grundlegenden Eingriff. Das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin (WNA) plant den Ersatzneubau der Brücke, die die Gersdorfstraße über den Teltowkanal führt. Die Bauzeit ist mit rund zweieinhalb Jahren angesetzt, der Start der Arbeiten ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Die bestehende Spannbetonbrücke wurde 1956 fertiggestellt. Nach Angaben der zuständigen Behörde hat sie ihre normative Nutzungsdauer von 70 Jahren erreicht. Zudem bestehe die Problematik der Spannungsrisskorrosion an den Stahlspanngliedern, weshalb ein Neubau erforderlich sei. Täglich überqueren etwa 13.000 bis 14.000 Fahrzeuge die Brücke, darunter auch die Buslinie M76.
Baumfällungen für Neubau der Techowbrücke: Kritik aus der Nachbarschaft in Mariendorf
Vor dem eigentlichen Baubeginn wurden bereits Holzungsarbeiten zur Freimachung des Baufeldes durchgeführt. Insgesamt wurden 18 Bäume gefällt. Das WNA teilte mit, unvermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft würden durch geeignete Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert. Dazu zähle unter anderem die Wiederbepflanzung der Baustelleneinrichtungsflächen.
In der Nachbarschaft regte sich Kritik. Ein Anwohner erklärte gegenüber dem Tagesspiegel, man sei im Vorfeld nicht ausreichend informiert worden. Erst mit Beginn der Fällarbeiten sei das Ausmaß deutlich geworden. Zudem werde bemängelt, dass gesunde Bäume für die Baustellenzufahrt weichen mussten.
Neubau der Techowbrücke: Bogenbrücke geplant — Vollsperrung und Umleitungen ab Ende 2026
Der Ersatzneubau erfolgt lagegleich und mit identischem Brückenquerschnitt. Geplant ist eine Bogenbrücke mit aufgeständerter Fahrbahn. Die neue Konstruktion soll 60 Meter lang und 13 Meter breit sein, mit einer Stützweite von 45 Metern.
Für die Bauzeit ist eine Vollsperrung der Gersdorfstraße im Bereich der Brücke vorgesehen. Der Straßenverkehr wird über die benachbarte Teubertbrücke und die Germelmannbrücke umgeleitet. Auch die Buslinie M76 ist betroffen. Informationen zu konkreten Umleitungen sollen rechtzeitig vor Baubeginn veröffentlicht werden. Der Schiffsverkehr auf dem Teltowkanal soll lediglich tagesweise eingeschränkt sein.
Techowbrücke am Teltowkanal: Radweg-Unterführung geplant — Bund übernimmt Baukosten
Unter der neuen Brücke soll künftig ausreichend Raum für eine mögliche Unterführung des kanalparallel verlaufenden Geh- und Radwegs am Südufer entstehen. Diese Option liegt in der Zuständigkeit des Landes Berlin.
Die Baukosten für die neue Brückenanlage trägt vollständig die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Anpassungen an bestehender Leitungsinfrastruktur werden von den jeweiligen Leitungsbetreibern finanziert. Mit dem geplanten Neubau wird eine zentrale Querung des Teltowkanals modernisiert, jedoch verbunden mit erheblichen Einschränkungen für Anwohnende, Pendlerinnen und Pendler sowie dem lokalen Verkehr in den kommenden Jahren.
Quellen: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, Tagesspiegel
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