Die Eisenbahnüberführung Sternschanze hat ihre Lebensdauer überschritten und wird nun vollständig erneuert. Gebaut wird in Phasen und bei laufendem Betrieb, was die Projektverantwortlichen immer wieder vor Herausforderungen stellt.

So soll sie einmal aussehen, wenn sie fertig ist: Schritt für Schritt entsteht an der Schanzenstraße eine neue Eisenbahnbrücke. / © Visualisierung: Deutsche Bahn AG

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Eines der aufwendigsten Infrastrukturprojekte in Hamburg-Altona, ganz im Osten des Bezirks, ist der Neubau der Eisenbahnüberführung am Bahnhof Sternschanze. Denn die bestehende Eisenbahnüberführung hat ihre ursprünglich vorgesehene Nutzungsdauer längst überschritten.

Rund 20 Jahre länger als geplant ist sie nach Angaben der Deutschen Bahn bereits in Betrieb. Reparaturen am alten Stahlbau wurden zunehmend aufwendig, nicht zuletzt wegen verschärfter technischer Vorschriften und Materialanforderungen. Vor diesem Hintergrund entschied sich die Bahn für einen vollständigen Neubau, eingebettet in ein größeres Programm zur Erneuerung mehrerer Brücken entlang der Hamburger Verbindungsbahn.

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Bauen im laufenden Betrieb: Erneuerung der Eisenbahnüberführung am Bahnhof Sternschanze

Eine der größten Herausforderungen liegt im Betrieb selbst. Die Strecke zählt zu den am stärksten frequentierten Bahnverbindungen der Hansestadt. Vollsperrungen sollen daher möglichst vermieden werden.

Gebaut wird also in eng aufeinander abgestimmten Phasen, teils in Betriebspausen, teils mit Gleiswechselbetrieb. Diese Taktung verlängert zwar die Bauzeit, ermöglicht aber, den Bahnverkehr weitgehend aufrechtzuerhalten, was von Beginn an ein zentrales Ziel der Planung war.

Bahnüberführung an der Sternschanze: Mehr als nur eine Brücke für Hamburg-Altona

Der Neubau beschränkt sich nicht auf den Überbau. Auch der angrenzende Bahndamm ist Teil der Maßnahme. Er ist älter als die Brücke selbst und wird nun zusätzlich mit drei neuen Stützwänden gesichert.

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Diese Wände werden nicht gerammt oder vibriert, sondern mithilfe eines hydraulischen Einpressverfahrens eingebracht, das Erschütterungen minimieren soll. Zum Einsatz kommt dabei eine selbstschreitende Presse, ein Verfahren, das ursprünglich aus Japan stammt und besonders im innerstädtischen Bestand Vorteile bietet. So sollen Lärm- und Erschütterungsstörungen für Anwohnerinnen und Anwohner reduziert werden.

Änderung der ursprünglichen Planung: Vorgefertigte Brückenteile statt Montage vor Ort

Eine wesentliche Anpassung gegenüber der ursprünglichen Planung betrifft den Überbau. Anders als zunächst vorgesehen, wird der südliche Brückenteil für Gleis 1 vollständig vorgefertigt und per Lkw angeliefert.

Dadurch entfällt eine große Montageplattform über der Schanzenstraße. Nur für den mittleren Doppelüberbau der Gleise 2 und 3 ist weiterhin eine Montage vor Ort erforderlich. Diese Entscheidung reduziert Eingriffe in den Straßenraum und verkleinert die Baustelleneinrichtungsflächen. Laut Bahn ergibt sich auf diese Weise ein spürbarer Vorteil für das Umfeld.

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Kampfmittelsondierungen, Baugruben, Leitungsschächte: Einschränkungen im Stadtraum an der Sternschanze

Ganz ohne Beeinträchtigungen kommt das Projekt dennoch nicht aus. Leitungsumverlegungen, Kampfmittelsondierungen und Baugruben entlang der Fassaden führen zeitweise zu Sperrungen von Geh- und Radwegen.

Mindestens eine Seite der Unterführung soll jedoch stets passierbar bleiben, so die Projektverantwortlichen. Der Autoverkehr wird phasenweise umorganisiert, zeitweise auch als Einbahnstraße geführt. Während Großereignissen wie der Fußball-Europameisterschaft galten zusätzliche Vorgaben, um den Fuß- und Radverkehr sicherzustellen. Derzeit können keine Autos unter der Brücke hindurchfahren.

Die Deutsche Bahn setzt auf eine transparente Kommunikation zum Bauprojekt für Anwohnerinnen und Anwohner

Die Deutsche Bahn setzt bei dem Vorhaben auf eine vergleichsweise transparente Kommunikation. Anwohnende werden über Flyer, eine Projektwebseite und direkte Kontaktmöglichkeiten informiert.

Für lärmintensive Bauphasen werden Prognosen erstellt, bei nächtlichen Arbeiten in Sperrpausen ist sogar Ersatzwohnraum vorgesehen. Diese Begleitmaßnahmen sind inzwischen fester Bestandteil großer Infrastrukturprojekte und auch entscheidend für ihre Akzeptanz im Quartier.

Vertrautes Erscheinungsbild der Brücke bleibt erhalten: Trogbauwerk und Geländer werden nachgebaut

Trotz des umfassenden Neubaus soll sich das Erscheinungsbild der Brücke kaum verändern. Trogbauwerk, Widerlager und Geländer werden dem Bestand entsprechend nachgebaut, jedoch mit neuen Materialien. Auch die keramische Gestaltung der Widerlagerwand, entworfen von der Künstlerin Sabine Mohr, wird erneuert. Der Neubau setzt damit auf Kontinuität im Stadtbild, während die Technik im Hintergrund vollständig erneuert wird.

Warum das alles so lange dauert, lässt sich an der Schanzenbrücke exemplarisch beobachten. Große Bauteile, enge Zeitfenster, laufender Bahnverkehr, zusätzliche Arbeiten an Oberleitungen und Stromschienen: all das verdichtet sich zu einem Projekt, das nicht spektakulär aber notwendig ist. So will die Bahn gewährleisten, dass der Verkehr in Hamburg auch in den kommenden Jahrzehnten zuverlässig funktioniert.

© Visualisierung: Deutsche Bahn AG

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Quellen: Deutsche Bahn AG, hamburg.de, Stadtteilbeirat Sternschanze

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