Die Taut-Passage am S-Bahnhof Grünau soll sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Doch der mehrfach angekündigte Baustart lässt weiter auf sich warten. Inzwischen haben sich auch wichtige Details des 60-Millionen-Euro-Projekts verändert.

Der Schriftzug der Taut-Passage prägt die bestehende Fassade des Einkaufszentrums in Berlin-Grünau. Das Gebäude soll in den kommenden Jahren umfassend umgebaut und erweitert werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Die Taut-Passage gehört seit Jahrzehnten zum Alltag rund um den S-Bahnhof Grünau. Nun soll aus dem vergleichsweise kleinen Einkaufszentrum ein deutlich größeres Nahversorgungszentrum mit Handel, Gesundheit, Fitness und weiteren Angeboten werden. Doch bis die Arbeiten tatsächlich beginnen, müssen sich Kunden und Mieter länger gedulden als zunächst erwartet.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Bruno-Taut-Straße 1, 12524 Berlin
- Projekt: Umbau und Erweiterung der Taut-Passage
- Projektstatus: Planung und Genehmigungsverfahren
- Investitionssumme: rund 60 Millionen Euro
- Baubeginn: Quartal 2027
- Fertigstellung: 2029
Bereits im Februar 2025 wurden die Pläne für den Ausbau der Taut-Passage öffentlich. Damals stand ein Baustart Mitte 2026 im Raum. Noch im Februar 2026 präsentierte Investor Christian Rücker bei einer Informationsveranstaltung einen Zeitplan, der den Beginn der Arbeiten für September vorsah. Anfang 2028 sollte der Regelbetrieb starten.
Taut-Passage liegt in der Pufferzone des UNESCO-Welterbes
Doch daraus wird nichts. Nach aktuellen Angaben des Investors gegenüber der Berliner Morgenpost soll der Umbau nun im zweiten Quartal 2027 beginnen. Die Baugenehmigung liegt demnach noch nicht vor. Bereits im November 2026 soll allerdings die Vergabe einzelner Gewerke beginnen. Nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren wird derzeit mit einem Regelbetrieb im Jahr 2029 gerechnet.
Ein wesentlicher Grund für die Verzögerung liegt in der besonderen Lage des Projekts. Die Taut-Passage befindet sich in der Pufferzone der zum UNESCO-Welterbe gehörenden Gartenstadt Falkenberg. Diese reicht nach Angaben des Berliner Baukollegiums vom S-Bahnhof Grünau bis zum S-Bahnhof Altglienicke. Außerdem stehen in unmittelbarer Umgebung zwei frühere Bahnbeamten-Wohnhäuser unter Denkmalschutz.
Fünf Etagen: Taut-Passage soll deutlich größer werden
Das hatte Folgen für die Planung. Nach Angaben Rückers waren Änderungen unter anderem an der Fassade erforderlich. Tatsächlich beschäftigte sich das Berliner Baukollegium bereits im September 2025 ausführlich mit der Gestaltung. Damals lagen Varianten einer hinterlüfteten Metallfassade vor. Das Gremium empfahl eine ruhigere Gestaltung und regte an, erneut Holz als Fassadenmaterial zu prüfen. Auch die Lage und Gestaltung der Öffnung zum geplanten Innenhof sollte weiter untersucht werden.
An der grundsätzlichen Dimension des Projekts hält der Investor fest. Künftig soll sich das Zentrum über fünf Ebenen erstrecken. Nach aktuellen Angaben soll die Bruttogeschossfläche von rund 7.000 auf etwa 20.000 Quadratmeter wachsen. Statt derzeit rund 30 Geschäften sind etwa 40 vorgesehen. Die Ankermieter Rewe und Rossmann sollen größere Flächen erhalten.
Kein Indoor-Spielplatz mehr in der neuen Taut-Passage
Auch beim Nutzungskonzept gab es Veränderungen. Ein ursprünglich vorgesehener Indoor-Spielplatz ist nach aktuellem Stand nicht mehr Teil des Projekts. Bereits bei der Informationsveranstaltung im Februar 2026 hieß es, entsprechende Vereinbarungen seien gekündigt und die Planung anschließend angepasst worden. Neu vorgesehen sind unter anderem ein Biomarkt, ein Fitnessstudio und ein Non-Food-Discounter.
Der Schwerpunkt liegt damit stärker auf der Nahversorgung. Das gewinnt auch deshalb an Bedeutung, weil rund um Grünau neue Wohnungen entstehen. In unmittelbarer Nähe realisiert die landeseigene Degewo an der Bruno-Taut-Straße ein Quartier mit insgesamt 528 Wohnungen. Auch das Quartier „52° Nord“ hat den Ortsteil in den vergangenen Jahren wachsen lassen.
Umbau bei laufendem Betrieb bleibt eine Herausforderung
Komplett schließen soll die Taut-Passage während der Arbeiten nicht. Stattdessen will der Bauherr das Center abschnittsweise umbauen. Dadurch dürften Geschäfte zeitweise schließen oder innerhalb des Gebäudes umziehen. Welche Läden wann betroffen sind, hängt vom endgültigen Bauablauf ab.
Damit bleibt das Vorhaben eines der größeren Gewerbeprojekte im Süden von Treptow-Köpenick. Gegenüber den ersten Plänen hat sich jedoch nicht nur der Zeitplan verschoben. Auch Fassade, Nutzungen und einzelne Flächendetails wurden inzwischen mehrfach überarbeitet. Entscheidend für den nächsten Schritt ist nun die noch ausstehende Baugenehmigung.
Taut-Passage: Umbau und Erweiterung
Quellen: 110. Sitzung des Baukollegiums Berlin, Taut-Passage, Berliner Morgenpost
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