Beim Tag des offenen Denkmals am 12. und 13. September 2026 öffnen in Berlin mehr als 300 Denkmale ihre Türen. Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ stehen Orte im Mittelpunkt, an denen sich Stadtgeschichte, Technik und Architektur verbinden.

Beim Tag des offenen Denkmals 2026 geben Führungen Einblicke in die Geschichte und Architektur des frisch sanierten Kino International. / © Foto: Daniel Horn
© Titelbild: Daniel Horn
Berlin ist eine Stadt, deren Geschichte sich nicht nur in Museen und Archiven findet, sondern auch in Gebäuden, Anlagen und öffentlichen Räumen. Beim diesjährigen Tag des offenen Denkmals am 12. und 13. September können Besucherinnen und Besucher wieder zahlreiche dieser Orte erkunden. Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ umfasst das Programm mehr als 300 Denkmale und rund 700 Veranstaltungen in allen Berliner Bezirken.
Führungen, Ausstellungen, Gespräche, Radtouren, Kunstaktionen und musikalische Formate geben Einblicke in die vielfältige Bau- und Kulturgeschichte der Stadt. Das Programm wird laufend ergänzt und ist online abrufbar.
Kino International steht im Mittelpunkt des Denkmalwochenendes
Als Titelmotiv des diesjährigen Aktionswochenendes steht das Kino International an der Karl-Marx-Allee im Mittelpunkt. Das 1963 nach Entwürfen von Josef Kaiser eröffnete Filmtheater gilt als eines der bedeutendsten Beispiele der sozialistischen Moderne in Deutschland. Einst Premierenkino der DDR, ist das Gebäude bis heute ein wichtiger Ort der Filmkultur.
Nach einer rund 18-monatigen Sanierung präsentiert sich das Kino International wieder mit zahlreichen restaurierten historischen Elementen und zugleich moderner Technik. Mehrere Führungen am Samstag widmen sich der Architektur und Geschichte des Hauses.
Auch andere bekannte Berliner Bauwerke öffnen ihre Türen. Dazu gehört etwa das Bauhaus-Archiv in Tiergarten. Der markante Bau mit seinen charakteristischen Sheddächern wurde nach Entwürfen von Walter Gropius umgesetzt und steht seit 1997 unter Denkmalschutz. Während der laufenden Sanierung und Erweiterung ermöglichen Baustellenführungen Einblicke in den aktuellen Stand der Arbeiten.
Von der Moderne bis zur Industriekultur
Auf dem Olympiagelände können Besucherinnen und Besucher das Haus des deutschen Sports erkunden. Der Gebäudekomplex ist Teil des denkmalgeschützten Deutschen Sportforums, dessen Ursprünge bis in die 1920er-Jahre zurückreichen. Führungen zeigen unter anderem den besonderen Kuppelbau des sanierten Ensembles.
Im Botanischen Garten bietet das Mittelmeerhaus kurz vor seiner geplanten mehrjährigen Sanierung Anfang 2027 noch einmal besondere Einblicke. Das 1904 fertiggestellte Gewächshaus mit Jugendstil-Elementen erzählt von der Geschichte der Pflanzenforschung und Gartenbaukunst.

Das Mittelmeerhaus im Botanischen Garten Berlin ist ein denkmalgeschütztes Jugendstilgewächshaus aus dem Jahr 1904 und zählt zu den ältesten und bedeutendsten historischen Gewächshäusern der Anlage. / © Botanischer Garten Berlin, Foto Marlene Gawrisch
Auch private Architekturjuwele sind Teil des Programms. Dazu zählen etwa die Bankiersvilla Haus Behaim-Schwarzbach im Westend, das Landhaus Am Rupenhorn aus der Zeit des Neuen Bauens oder der historische Garten des Haus Langenscheidt am Wannsee.
Neues Welterbe und Start der Industriekultur
Ein besonderer Schwerpunkt liegt 2026 auf den Siedlungen der Berliner Moderne. Nach der Aufnahme der Waldsiedlung Zehlendorf in das UNESCO-Welterbe können Besucherinnen und Besucher dort zahlreiche Führungen, Ausstellungen und geöffnete Privathäuser besuchen. Auch die weiteren Siedlungen der Berliner Moderne bieten Veranstaltungen an.

Das ehemalige Ladengebäude „Frisierkunst“ in der der Zehlendorfer Waldsiedlung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Parallel zum Tag des offenen Denkmals startet das Festival der Berliner Industriekultur, das vom 12. September bis 4. Oktober stattfindet. Im Mittelpunkt stehen Orte wie Schöneweide, das Natur Park Südgelände oder das Straßenbahndepot Wendenschloßstraße. Dabei geht es um die industrielle Vergangenheit Berlins ebenso wie um aktuelle Entwicklungen an historischen Standorten.
Organisiert wird der Tag des offenen Denkmals vom Landesdenkmalamt Berlin gemeinsam mit zahlreichen Einrichtungen, Vereinen, Initiativen, Eigentümerinnen und Eigentümern. Die meisten Veranstaltungen sind kostenfrei, für viele Führungen ist jedoch eine Anmeldung erforderlich.
Quellen: Landesdenkmalamt Berlin
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