Das 2024 eröffnete Synagogenzentrum in Potsdam ist für den Brandenburgischen Baukulturpreis 2025 nominiert. Die Auszeichnung würdigt innovative und nachhaltige Bauprojekte in Brandenburg.
Ein Foto der Eröffnungsfeier des Synagogenzentrums in Potsdam.

Das Synagogenzentrum Potsdam konnte letztes Jahr nach einigen Jahren Planungs- und Bauzeit feierlich eröffnet werden. Nun wurde das Gebäude für den Brandenburgischen Baukulturpreis nominiert. / © Foto: IMAGO / epd

© Titelbild: Wikimedia Commons, Derbrauni, CC BY 4.0
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Das 2024 eröffnete Synagogenzentrum in Potsdam gehört zu den acht Projekten, die für den Brandenburgischen Baukulturpreis 2025 nominiert wurden. Die Auszeichnung würdigt Bauprojekte, die nachhaltige Planung, innovative Architektur und interdisziplinäre Zusammenarbeit beispielhaft umsetzen. Die Preisverleihung findet am 5. Dezember in Potsdam statt.

Die Preisgelder betragen insgesamt 21.000 Euro. Brandenburgs Bauminister Detlef Tabbert betonte die zunehmende Bedeutung qualitativ hochwertiger und ressourcenschonender Bauweise. Die Nominierung des Synagogenzentrums unterstreicht die architektonische Qualität des Neubaus und seine Bedeutung für die Stadt Potsdam.

Synagogenzentrum Potsdam: Ein Ort für Religion und Kultur

Der Neubau an der Schloßstraße 8 entstand nach rund 20 Jahren Planung. Vier jüdische Gemeinden mit etwa 750 Mitgliedern nutzen ihn für Gottesdienste, religiöse Feste und soziale Angebote. Gleichzeitig fungiert das Zentrum als kultureller Treffpunkt, der Veranstaltungen für die gesamte Potsdamer Bevölkerung ermöglicht.

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Die Realisierung war notwendig, da Potsdam bislang die einzige deutsche Landeshauptstadt ohne eigenes jüdisches Religionshaus war. Mit dem Neubau wird diese Lücke geschlossen. Die alte Synagoge von 1903 war nach Kriegszerstörungen 1957 abgerissen worden, neue religiöse Räume entstanden erst Jahrzehnte später durch die Wiederbelebung der jüdischen Gemeinde.

Potsdamer Synagogen-Neubau: Entwurf stammt vom Berliner Architekt Jost Haberland

Der Entwurf des Berliner Architekten Jost Haberland verbindet moderne Bauweise mit traditionellen Elementen. Die helle Fassade aus Brandenburger Klinkersteinen wirkt offen, während hohe Spitzbogenfenster an orientalische Architektur erinnern. Im Inneren dominieren Eichenholz im Synagogenraum und eine Frauenempore.

Höchste Sicherheitsstandards sind unauffällig integriert. Kameras, Zugangskontrollen und ein Schabbatfahrstuhl sollen Schutz und Barrierefreiheit gewährleisten. Das Zentrum bietet zudem Büros, Versammlungsräume und ein rituelles Tauchbad. Es erfüllt damit die vielfältigen Anforderungen an religiöse, soziale und kulturelle Nutzung.

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Seit dem Abriss der Alten Synagoge im Jahr 1957 keine Flächen für die jüdische Gemeinde in Potsdam

Die jüdische Gemeinde Potsdams war vor dem Zweiten Weltkrieg stark vertreten, die Alte Synagoge ein zentraler Ort religiösen Lebens. Nach Kriegsschäden und dem Abriss der Ruine 1957 fehlte lange Zeit ein eigener Gottesdienstraum. Erst nach der Wiedervereinigung und durch Zuwanderung aus Osteuropa fand wieder jüdisches Leben statt.

Heute leben rund 800 Menschen mit jüdischem Hintergrund in Potsdam. Die Gemeinde zählt etwa 395 Mitglieder. Das Synagogenzentrum bietet ihnen einen zentralen Ort für religiöse Rituale, soziale Angebote und kulturelle Veranstaltungen. Es soll Begegnungen zwischen Gemeinde und Stadtgesellschaft fördern.

Synagogenzentrum in der Schloßstraße: Nominierung unterstreicht architektonischen Wert

Das Synagogenzentrum setzt einen städtebaulichen Akzent in der Schloßstraße. Es vereint religiöse, soziale und kulturelle Funktionen an einem zentralen Standort. Ob es langfristig als lebendiger Treffpunkt etabliert wird und das Stadtbild prägt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

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Die Nominierung für den Brandenburgischen Baukulturpreis unterstreicht den architektonischen Wert des Neubaus. Sie macht deutlich, dass Geduld, Kooperation und sorgfältige Planung zentrale Faktoren für die Umsetzung bedeutender Bauvorhaben in Potsdam sind.

Ein Foto aus dem Innenraum der neuen Synagoge Potsdam.

Für die Nominierung als eins von acht Projekten gibt es gute Gründe: der Gemeindesaal aus Eichenholz wirkt leicht und elegant. Dennoch werden hier unsichtbar verbaut höchste Sicherheitsanforderungen erfüllt. / © Foto: IMAGO / epd

Quellen: Tagesspiegel, RBB, Tagesschau, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V., Wikipedia, Brandenburgische Architektenkammer, Landesregierung Brandenburg

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