Am Berliner Gleisdreieck steht eine Großbaustelle bevor: Ab Herbst 2028 sollen marode U-Bahn-Brücken ersetzt werden. Besonders die Dennewitzbrücke sorgt für Diskussionen, weil ihr Neubau möglicherweise nicht am historischen Vorbild orientiert wird.

Gleisdreieck, Luftbild

Am Gleisdreieck ist geplant, ab 2028 marode U-Bahn-Brücken abzubauen und durch neue Bauwerke zu ersetzen. / © Wikimedia Commons, Raimond Spekking

© Titelbild: depositphotos.com

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Am Gleisdreieck steht ein bedeutender städtebaulicher Umbau an: Neben dem Bebauungsplan für die „Urbane Mitte“, der der Parkanlage neue Nutzungen und Hochhäuser ermöglichen soll, rückt auch der Ersatz maroder U‑Bahn‑Brücken näher. Das Viadukt über dem ehemaligen Potsdamer Güterbahnhof und die benachbarte Dennewitzbrücke weisen strukturelle Schäden auf und dürfen seit Jahren nur noch mit reduzierter Geschwindigkeit befahren werden.

In einer heutigen Informationsveranstaltung der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt wurde bekannt gegeben, dass der Brückenneubau ab Herbst 2028 beginnen und voraussichtlich rund zwei Jahre dauern soll. Neben Sicherheits- und Funktionsaspekten steht vor allem die Gestaltung der Dennewitzbrücke im Fokus.

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Streit um Denkmalschutz: Dennewitzbrücke soll modernes Design bekommen

Die BVG favorisiert dabei eine Variante, die sich nicht am historischen Bauwerk orientiert. Da die bestehende Brücke vollständig abgerissen wird, sei keine Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte erforderlich. Das Neubauprojekt unterliegt damit vorrangig stadtplanerischen Anforderungen.

Die Landesdenkmalpflege sieht das anders: Auch beim Abriss und Neubau sollten historische Bezüge berücksichtigt werden.

Gleisdreieck wird ab 2030 leiser: Auswirkungen auf Park und Verkehr

Neben der Gestaltung soll die neue Brückenanlage durch verbesserte Gleisanlagen und moderne Gleistechnik für alle leiser werden. Das betrifft sowohl Anwohnerinnen und Anwohner als auch Fahrgäste der U-Bahn.

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Während der Bauarbeiten ist mit Sperrungen, Umleitungen und Ersatzverkehr zu rechnen. Der angrenzende Park wird zeitweise eingeschränkt nutzbar sein, eine Fertigstellung der Brücken ist aktuell für Mitte 2030 geplant. Wie die Debatte zwischen Denkmalschutz und Stadtplanung letztlich gelöst wird, bleibt vorerst abzuwarten.

Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, BVG

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6 Kommentare

  1. Franz 11. März 2026 at 13:40 - Reply

    Super! Immerhin weiß ich jetzt, wann der Bahnhof Nollendorfplatz fertig ist: im Herbst 2028. Damit wäre Kreuzberg nahtlos abgeschlossen von ÖPNV nach Westen bis in die 30er Jahre. *Ironie aus … oder sollte es anders kommen?

  2. Philipp 12. März 2026 at 10:49 - Reply

    Wenn moderne Brücken und Bahnhöfe nicht so furchtbar hässlich wären, gäbe es auch nicht so viel Unterstützung für den Denkmalschutz!

  3. Dr. Schetter 12. März 2026 at 20:52 - Reply

    Die historischen Brückenbauwerke am Gleisdreieck sind prägend für das Stadtbild und ein bedeutendes Denkmal deutscher Technikgeschichte. Ihr filigranes Erscheinungsbild ist unbedingt zu erhalten. Genietete Stahlkonstruktionen lassen sich auch bei fortgeschrittener Schädigung durch Versprödung und Spaltkorrosion durch Austausch und Neudimensionierung der ausgetauschten Elemente kostengünstig, ressourcenschonend und denkmalgerecht ertüchtigen. Wir sind uns wohl alle einig, dass ein modernes Ingenieursbauwerk mit seiner wuchtigen Hässlichkeit an dieser sensiblen Stelle in kürzester Zeit den Hass der dort ansässigen Bevölkerung auf sich ziehen wird, genau wie die brachiale Hochstraße am Breitenbachplatz. Man sollte dringend aus solchen teuren Fehlern lernen.

  4. Johann 13. März 2026 at 06:01 - Reply

    „Moder“ heißt halt meistens „hässlich, trostlos und langweilig“. Würde halt null in die Gegend passen.
    Ich hoffe die Entscheidenden besinnen sich und machen nicht alles schnell und billig sondern einfach mal richtig. Dazu gehört auch schön.

  5. Frank Roger 13. März 2026 at 19:54 - Reply

    Und wann wird dort endlich die S-Bahn gebaut?

  6. André 17. März 2026 at 09:38 - Reply

    „dem Bebauungsplan für die „Urbane Mitte“, der der Parkanlage neue Nutzungen und Hochhäuser ermöglicht“ … schön abgeschrieben beim Investor. Grund für die Existenz des Parks ist es, ökologische Ausgleichsmaßnahme für den Potsdamer Platz zu sein. Mit der „Urbanen Mitte“ wird diese Widmung entwertet. Und dies angesichts aktuell 1,8 Millionen qm leer stehenden Büroraums in Berlin und 100.000 fehlenden Wohnungen. Wie trostlos und dysfunktional das dann aussehen kann, lässt sich wo sehen? … genau, am Potsdamer Platz und Umgebung.

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