Das Mommsenstadion in Berlin bleibt ein Streitfall. Tennis Borussia Berlin musste monatelang ausweichen. Ein Streit um Rasen, Kommunikation und das Landespokalfinale belastet das Verhältnis zwischen Verein und Bezirk.

Das Mommsenstadion in Berlin-Charlottenburg gilt seit Jahrzehnten als Heimat von Tennis Borussia Berlin und steht aktuell im Mittelpunkt eines anhaltenden Streitfalls um die Nutzung des Rasens. / © Foto: Wikimedia Commons, Silvio87, CC BY-SA 4.0
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Das Mommsenstadion in Berlin-Charlottenburg steht seit Monaten im Zentrum eines Konflikts zwischen Fußball-Oberligist Tennis Borussia und dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Wegen des gesperrten Rasens konnte der Traditionsverein mehrere Heimspiele nicht im eigenen Stadion austragen.
Inzwischen geht es längst nicht mehr nur um den Zustand des Platzes. Der Streitfall Mommsenstadion entwickelte sich zu einer Debatte über Kommunikation, Vertrauen und die Zukunft des Vereinsstandorts.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Adresse: Waldschulallee 34–42, 14055 Berlin
- Kapazität: rund 11.500 Plätze
- Sanierung: zur Fußball-EM 2024
- Aktueller Streitfall: Sperrung wegen des Rasenzustands
- Berliner Pokalfinale: VSG Altglienicke vs. BFC Dynamo am 23. Mai 2026
Das Mommsenstadion gehört zu den traditionsreichsten Sportstätten Berlins. Seit Jahrzehnten trägt Tennis Borussia Berlin dort seine Heimspiele aus. Das Stadion liegt nahe des Olympiageländes im Westend und steht unter Denkmalschutz.
Nach Angaben des Vereins bietet die Anlage rund 11.500 Zuschauern Platz, darunter etwa 1.800 überdachte Sitzplätze. Für viele Fans gilt das Stadion als wichtiger Teil der Vereinsgeschichte und Identität.
Westend: Das Mommsenstadion wurde 2024 zur Fußball-EM saniert
Doch seit einigen Jahren gibt es Konflikte um das Mommsenstadion. Schon die Sanierung vor der Fußball-Europameisterschaft 2024 sorgte für Diskussionen. Das Land Berlin investierte rund drei Millionen Euro in die Modernisierung des Stadions. Geplant waren unter anderem ein neuer Rollrasen, eine Rasenheizung und weitere technische Anpassungen.
Damals entstand bereits die Sorge, traditionelle Nutzer könnten langfristig an Bedeutung verlieren, falls höherklassige Vereine das Stadion mit nutzen. Bezirk und Politik widersprachen diesen Befürchtungen und erklärten, das Mommsenstadion solle weiterhin allen Vereinen offenstehen.

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Mommsenstadion gesperrt: TeBe musste mehrfach ausweichen
Im Winter 2025 und Frühjahr 2026 verschärfte sich die Situation dann spürbar. Wegen des schlechten Zustands des Rasens durfte Tennis Borussia mehrere Heimspiele plötzlich nicht mehr im Mommsenstadion austragen.
Das Bezirksamt verwies auf Pilzbefall, fehlende Belastbarkeit des Rasens und Schäden nach Schnee und Eis im Winter. Teilweise seien junge Gräser noch nicht ausreichend verwurzelt gewesen. Außerdem wurden technische Probleme wie herausstehende Sprinkleranlagen genannt.
Für Tennis Borussia bedeutete das erhebliche Probleme. Der Verein musste regelmäßig auf andere Plätze ausweichen, häufig ins Stadion Wilmersdorf. Besonders kritisch wurde die Situation Anfang April beim Heimspiel gegen Dynamo Schwerin.
Das Ausweichen auf andere Standorte wird für Tennis Borussia zum finanziellen Problem
Weil das Stadion Wilmersdorf wegen fehlenden Flutlichts nicht genutzt werden konnte, fand die Partie auf der Hans-Rosenthal-Sportanlage statt. Dort erwartete die Zuschauer jedoch alles andere als ein klassisches Oberliga-Umfeld. Statt Tribünen und Stadionatmosphäre gab es Kunstrasen, Absperrgitter und stark begrenzte Kapazitäten.
Nach Angaben des Vereins wurden nur rund 200 registrierte Zuschauer zugelassen. Organisierten Support gab es nicht. Vereinsvertreter erklärten später, man habe Sicherheitsprobleme befürchtet. Hintergrund waren mögliche Anhänger aus dem Umfeld des mit Dynamo Schwerin befreundeten BFC Dynamo. Die Infrastruktur der Anlage galt aus Sicht des Vereins als ungeeignet für ein Oberliga-Spiel.

Im Mommsenstadion findet am 23. Mai das Berliner Landespokalfinale zwischen der VSG Altglienicke und dem BFC Dynamo statt. / © Foto: Wikimedia Commons, Muns, CC BY-SA 4.0
Wegen Mommsenstadion: Streit um Kommunikation und Planung
Der Streitfall Mommsenstadion verschärfte sich zusätzlich durch die Kommunikation zwischen Verein und Bezirksamt. Tennis Borussia kritisierte mehrfach sehr kurzfristige Entscheidungen. Teilweise seien Platzbegehungen erst wenige Stunden vorher angekündigt worden.
Laut Vereinsvertretern erschwere das die gesamte Spieltagsorganisation erheblich. Lieferanten, Sicherheitsdienste und ehrenamtliche Helfer bräuchten Vorlaufzeiten, die unter diesen Bedingungen kaum planbar seien.
Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf weist die Vorwürfe von TeBe zurück
Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf wies diese Vorwürfe zurück. Bezirksstadträtin Heike Schmitt-Schmelz erklärte gegenüber rbb24, Informationen seien weitergegeben worden und Vereinsvertreter hätten an Platzbegehungen teilnehmen können. Gleichzeitig kritisierte sie aus ihrer Sicht falsche Unterstellungen gegenüber dem Sportamt.
Bei Tennis Borussia blieb dennoch der Eindruck bestehen, kaum Einfluss auf Entscheidungen zu haben. Vereinsvertreter erklärten, letztlich entscheide ausschließlich das Sportamt über die Nutzbarkeit des Rasens. Gerade die wechselnden Begründungen für die Sperrungen hätten das Misstrauen verstärkt.
Tennis Borussia: Finanzielle Belastung und Misstrauen wachsen
Dazu kommt: Neben den organisatorischen Problemen belastete die Situation auch die Finanzen des Vereins. Nach Angaben von Tennis Borussia entstanden durch Ausweichspiele zusätzliche Kosten sowie geringere Einnahmen durch sinkende Zuschauerzahlen. Der Verein sprach von Verlusten zwischen 2.000 und 4.000 Euro pro Heimspiel. Gerade für einen Oberligisten stelle das eine erhebliche Belastung dar.
Hinzu kam die sportliche Lage. Tennis Borussia kämpfte gleichzeitig gegen den Abstieg aus der Oberliga Nordost. Über Wochen fehlte dem Verein eine verlässliche Heimspielstätte. Im Umfeld des Vereins entstand deshalb zunehmend der Verdacht, der Rasen könne mit Blick auf das Berliner Landespokalfinale besonders geschont werden. Offizielle Stellen bestreiten jedoch einen Zusammenhang zwischen Pokalfinale und Platzsperrung.
Das Berliner Landespokalfinale findet im Mommsenstadion statt
Zuletzt kehrte Tennis Borussia zwar wieder ins Mommsenstadion zurück. Die Diskussionen rund um den Zustand des Rasens und die Organisation des Spielbetriebs bleiben jedoch bestehen. Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf den nächsten großen Termin.
Am 23. Mai findet im Mommsenstadion das Berliner Landespokalfinale zwischen der VSG Altglienicke und dem BFC Dynamo statt. Der Sieger qualifiziert sich für die erste Runde des DFB-Pokals. Damit steht das Stadion erneut im Fokus der Berliner Fußballöffentlichkeit – und der Streitfall Mommsenstadion bleibt weiter ein Thema.
Mommsenstadion
Quellen: 11Freunde, Berliner Morgenpost, TeBe, rbb24
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