Senat, Deutsche Bahn und Bezirk Treptow-Köpenick planen den Erhalt der „Görlitzer Brücken“. Trotzdem sollen die Wege vorübergehend gesperrt werden.

Auf dem Bahndamm in Treptow-Köpenick machen Aufkleber und Schilder auf die geplante Schließung der „Görlitzer Brücken“ aufmerksam. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Im Streit um die „Görlitzer Brücken“ in Berlin gibt es eine neue Wendung. Senat, Deutsche Bahn und der Bezirk Treptow-Köpenick wollen die denkmalgeschützten Bauwerke erhalten. Für Fußgänger und Radfahrer bedeutet das aber keine sofortige Entspannung. Die Sperrung soll dennoch erfolgen, weil zunächst die Beläge entfernt und die Bauwerke genauer untersucht werden müssen.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Verbindung: Alt-Treptow, Friedrichshain-Kreuzberg und Görlitzer Park
- Eigentümer: Deutsche Bahn
- Nutzung: Fußweg, Radweg, Grünzug und Erholungsfläche
- Mietvertrag: Kündigung zum 30. Juni 2026
- Neuer Stand: Erhalt geplant, Sperrung für Begutachtung vorgesehen
Die „Görlitzer Brücken“ sollen nicht dauerhaft verschwinden. Nach Angaben aus dem Umfeld der Verhandlungen planen der Berliner Senat, die Deutsche Bahn und der Bezirk Treptow-Köpenick inzwischen den Erhalt der historischen Bauwerke samt Fuß- und Radwegen. Die Gespräche verlaufen demnach konstruktiv. Konkrete Details wurden bislang jedoch nicht veröffentlicht. Zunächst sollen Fachleute jedoch den Belag der „Görlitzer Brücken“ entfernen und den Zustand genauer prüfen. Für diese Arbeiten müssen die Wege gesperrt werden.

Informationsbanner auf den „Görlitzer Brücken“ erklären technische Details und Forderungen der Protestierenden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Streit um „Görlitzer Brücken“: Warum die Lösung kompliziert bleibt
Die Deutsche Bahn hatte den Mietvertrag für die Flächen zum 30. Juni 2026 gekündigt. Als Gründe nannte sie wirtschaftliche Erwägungen sowie die Stand- und Verkehrssicherheit der Bauwerke. Betroffen sind vier Brücken der früheren Görlitzer Bahn. Drei führen über Straßen, eine überquert den Landwehrkanal. Die Strecke ist seit 1986 vollständig außer Betrieb, seit 1994 nutzt der Bezirk die Flächen als öffentliche Fuß- und Radwegeverbindung.
Die Brücken stehen unter Denkmalschutz, ebenso Teile der baulichen Anlagen wie Stützmauern. Bereits bei einem Gespräch am 2. Dezember 2025 informierte die Deutsche Bahn nach Angaben des Senats über mögliche Einschränkungen wegen des Bauwerkszustands. Damals ging es auch um Abstimmungen mit dem Landesdenkmalamt. Nach Darstellung des Senats gelten die Brücken als zwingend zu erhalten.

Protestschilder an den „Görlitzer Brücken“ in Treptow-Köpenick weisen auf die drohende Schließung der wichtigen Fuß- und Radwegeverbindung hin. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
„Görlitzer Brücken“: Viele offene Fragen
Unklar bleibt, wer die Sanierung dauerhaft bezahlt. Die betroffenen Flächen umfassen laut Senatsantwort insgesamt 26.947 Quadratmeter. Davon entfallen 21.205 Quadratmeter auf Eigentum der Deutschen Bahn, 5.742 Quadratmeter auf fremdes Eigentum. Die Deutsche Bahn hat dem Land Berlin eine Eigentumsübertragung angeboten. Bisher scheiterten Gespräche jedoch an den finanziellen Folgen und an offenen Fragen zu Unterhaltung, Sanierung und Verkehrssicherung.
Der Senat hatte im Mai erklärt, ihm lägen keine eigenen Unterlagen zum baulichen Zustand und zur Verkehrssicherheit der vier Brücken vor. Die fachliche Einschätzung liege beim Baulastträger, also bei der Deutschen Bahn. Auch die Gesamtkosten für Sicherung, Offenhaltung, Grundinstandsetzung, Sanierung, Ersatzneubau und dauerhafte Pflege waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht ermittelt.

Blick über den Landwehrkanal auf die „Görlitzer Brücken“ zwischen Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Zeitplan für „Görlitzer Brücken“ bleibt offen
Für den Kiez bleibt die Verbindung wichtig. Der durchgehende Grünzug verbindet die Elsenstraße, das Lohmühlenufer und den Görlitzer Park. Zugleich verweist der Senat auf den Ernst-Heilmann-Steg in rund 170 Metern Entfernung als barrierefreie und beleuchtete Alternative. Diese Ausweichroute ersetzt jedoch nicht für alle Nutzer den direkten Weg über die „Görlitzer Brücken“.
Der Streit um die „Görlitzer Brücken“ ist damit nicht beendet, aber er hat eine neue Richtung. Statt dauerhafter Schließung steht nun ein Erhalt mit vorheriger technischer Prüfung im Raum. Offen bleiben Zeitplan, Finanzierung, Zuständigkeiten und die Frage, wie lange die Sperrung dauert.
Görlitzer Park
Quellen: rbb24, Bezirksamt Treptow-Köpenick, Schriftliche Anfrage 19/25973 des Abgeordnetenhauses Berlin
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