Zwischen Schöneweide und dem Ostkreuz fehlt eine direkte Straßenbahnverbindung. Dabei fehlen nicht einmal zwei Kilometer Schienen für den Lückenschluss. Eine seit Jahren diskutierte Strecke rückt nun wieder in den Fokus.

Die letzte Rampe der ehemaligen Wuhlheide-Brücke prägt noch das Bild an der Rummelsburger Straße. Nach ihrem Rückbau wird die Fläche neu geordnet. Zugleich wird in diesem Bereich über einen Straßenbahn-Lückenschluss von Schöneweide in Richtung Ostkreuz diskutiert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Der Abriss der früheren Wuhlheide-Brücke verändert nicht nur eine der wichtigsten Kreuzungen in Oberschöneweide. Er wirft auch die Frage auf, wie der frei werdende Straßenraum künftig genutzt werden soll. Eine alte Idee bekommt dadurch neue Aktualität: ein Straßenbahn-Lückenschluss in Richtung Ostkreuz.
- Bezirke: Treptow-Köpenick
- Strecke: Rummelsburger Landstraße bis Blockdammweg
- Länge: knapp 1,8 Kilometer
- Besonderheit: Verbindung zweier bestehender Straßenbahnstrecken
Der SPD-Politiker Paul Bahlmann wirbt aktuell für rund 1,8 Kilometer neue Gleise zwischen der Straßenbahnstrecke an der Edisonstraße/Treskowallee und dem Blockdammweg. Dadurch könnte eine deutlich direktere Verbindung von Oberschöneweide über die bestehende Linie 21 in Richtung Ostkreuz entstehen. Bahlmann nennt für die Verbindung zwischen Oberschöneweide und Ostkreuz eine mögliche Fahrzeit von etwa 15 Minuten.
Straßenbahn Schöneweide–Ostkreuz: Idee reicht bis 2019 zurück
Neu ist der Vorschlag nicht. Bereits Ende 2019 brachten SPD, Linke und Grüne einen Antrag für einen weiter gefassten Straßenbahn-Lückenschluss zwischen FEZ Wuhlheide und Ostkreuz ein. Die BVV beschloss ihn am 18. Juni 2020. Vorgesehen war eine Verbindung entlang An der Wuhlheide und der Rummelsburger Landstraße. Die damals diskutierte Gesamtstrecke ging damit über den heute von Bahlmann hervorgehobenen 1,8-Kilometer-Abschnitt hinaus.
Damals sah die BVG das Vorhaben aber kritisch. In einer Arbeitsgruppe wurde 2020 darauf verwiesen, dass die Strecke nicht Teil des damaligen ÖPNV-Bedarfsplans sei. Zudem zweifelte die BVG wegen der teilweise nur einseitigen Wohnbebauung entlang der Straße An der Wuhlheide an einem wirtschaftlichen Betrieb.

Auf der Rummelsburger Landstraße in Richtung Ostkreuz steht dem Autoverkehr seit Jahren nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Entlang dieses Abschnitts wird auch der mögliche Straßenbahn-Lückenschluss zwischen Schöneweide und Ostkreuz diskutiert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Platz für Straßenbahn auf Rummelsburger Landstraße vorhanden
Inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen aber teilweise verändert. Auf der Rummelsburger Landstraße ist Richtung Ostkreuz seit 2018 ein Fahrstreifen für eine provisorische Radverkehrsanlage abgetrennt. Der Bezirk plant dort weiterhin einen dauerhaften Ausbau der Radverkehrsanlage. Ein konkreter Baubeginn war zuletzt allerdings nicht benannt. Damit wird ein Teil des Straßenraums bereits seit Jahren faktisch mit nur einem Kfz-Fahrstreifen genutzt.
Auch an der früheren Wuhlheide-Brücke entsteht eine neue Situation. Nach dem Abriss des eigentlichen Brückenüberbaus werden seit Ende Juli 2026 die verbliebenen Rampen zurückgebaut. Die Senatsverwaltung veranschlagt für diese Arbeiten rund vier Monate. Anschließend sollen unter anderem Mittelstreifen und Querungen neu geordnet werden. Eine Straßenbahnhaltestelle oder neue Tramtrasse gehört allerdings bislang nicht zu dieser offiziellen Baumaßnahme.
Rahmenplan Oberschöneweide nennt den Tram-Lückenschluss
Bemerkenswert ist ein weiteres, aktuelles Planungsdokument: Im Entwurf des städtebaulichen Rahmenplans für Oberschöneweide von 2026 bezeichnet das Bezirksamt die Umsetzung des BVV-Beschlusses zum Straßenbahn-Lückenschluss zwischen FEZ Wuhlheide und Ostkreuz ausdrücklich als Priorität bei der Verbesserung des ÖPNV. Gleichzeitig stellt der Bericht fest, dass Oberschöneweide bislang keine direkte ÖPNV-Verbindung zum Ostkreuz beziehungsweise zum Berliner S-Bahnring besitzt.
Eine Entscheidung über den Bau der 1,8 Kilometer langen Verbindung gibt es dennoch nicht. Auch Kosten oder Planungsbeginn stehen nicht fest. Der Abriss der Brückenrampen und die seit Jahren veränderte Verkehrsführung auf der Rummelsburger Landstraße schaffen daher zunächst nur neue räumliche Voraussetzungen. Ob daraus tatsächlich eine neue Straßenbahnstrecke entsteht, bleibt eine politische und planerische Frage.
Geplanter Straßenbahn-Lückenschluss Schöneweide–Ostkreuz
Quellen: Paul Bahlmann, Bezirksamt Treptow-Köpenick, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, BVG, BVV Treptow-Köpenick
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5 Kommentare
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Haha mindestens 50 Jahre dauert es noch.
Eine Verbindung zum s Bahn Ring gibt es bereits über den Bahn schönredende und da kommt man bereits bequem mit der Tram hin.
Auf der genannten Trasse vom FEZ über Straße an der wuhlheide nach rummelsburg gibt es bisher nicht einmal eine Buslinie ! Wie kann da eine Tram sinnvoll und wirtschaftlich sein ?
Die Tram- begeisterten in Berlin sollten mal überdenken,wenn irgendwann in ihren Träumen auf jeder Berliner Hauptstraße eine Tram verkehren sollte, was dann passieren würde ?! Die Bahnen würden sich alle selbst behindern und alle anderen mit !Die Reisegeschwindigkeit der Tram ist in den letzten Jahren eh stark zurück gegangen.
Wenn wir nicht bald anfangen , in Berlin ein modernes Metro netz(u Bahn) auszubauen,wird der ÖPNV in Berlin in der Zukunft im Chaos enden.schon heute fallen viele s Bahn Linien und u bahn Linien + Tram ständig aus, wegen Bau, Brand,….
Der Verkehr muss in Berlin in die 2. Ebene,die stationssbsnde müssen größer werden,der Service und die Ausstattungen mit modernen Systemen muss steigen.
Ticketloses bezahlen,bahnsteigsperren,Türen zwischen Zug und Bahnsteig, toilettenanlagen.
Es gibt zahlreiche Städte in der Welt,die in knapp 10 Jahren mehrere 100 km Metro gebaut haben ,wir müssten nur mal anfangen, statt nur zu reden.
Und Trams kann man zusätzlich bauen, da wo es sinnvoll ist.
Naja, U-Bahn- und Tram-Ausbau sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Du sagt ja selbst, dass man zusätzlich über Trams nachdenken kann – für genau diese Stelle wäre eine U-Bahn wohl auch nicht wirtschaftlich, also warum nicht über eine Tram zumindest nachdenken (wenn es eben sinnvoll sein sollte)? Das schließt eine allgemeine Diskussion über U-Bahnen ja nicht aus.
Je nachdem, wo man in Oberschöneweide wohnt, ist Ostkreuz über S-Bhf Schöneweide gar nicht mal soo schnell zu erreichen inklusive Umsteigen – im Vergleich zu einer Direktverbindung zum Ostkreuz in 15 Minuten. Ob das wirtschaftlich wäre, ist natürlich fraglich. Aber abgesehen davon wäre ein weiteres Argument noch, dass so eine Querverbindung helfen könnte, die Strecke zwischen Edisonstr. und Karlshorst als einzige Verbindung im Tramnetz zwischen dem Südosten und dem Rest des Netzes (teilweise) zu reduzieren – man hat ja gesehen, was das für ein Problem war, als die Brücke An der Wuhlheide gesperrt werden musste und ein ganzer Teil des Netzes plötzlich isoliert war.
Erscheint auf den ersten Blick wenig sinnvoll. Kaum Bedarf und Stücke sind bereits gut verbunden.
Dieses Projekt gibt es schon seit dem die Bullenbahn aus der Edisonstraße Rummelsburger Straße herausgenommen wurde. Also >50 Jahre.
Sinnvoller als an der Wuhlheide durch weitgehend unbewohnten Gebiet entlang zu fahren, wäre es aber über die Wilhelminenhofstraße/ Nalepastraße einen ÖSPNV schaffen, welcher bewohnte Gebiete versorgt. Auch eine Verbindung der Karlshorster Neubaugebiete mit dem Nahverkehrsknoten Königsplatz/Bf.Schöneweide zu schaffen hätte wesentlich mehr nützliche Effekte für den Ö(S)PNV. Die „neue“ nicht mehr genutzte Trasse der „Bullen“-Bahn würde da einen guter Anhaltspunkt darstellen. Langfristig & perspektivisch ist da ja wohl einiges mehr mit ÖPNV zu versorgen als durch den Volkspark Wuhlheide. Oberschönewwide ist über den S-Bf.Karlshorst & den S-/Regional-Bf. Schöneweide gut mit dem Ostkreuz verbunden.
Aufgabe der Straßenbahn ist ein Nah-/Flächenversorgung.
Ein zusätzlicher Straßenbahnabzweig an der jetzt schon hochbelasteten Kreuzung Edison-, Rummelsburger Strasse, Treskowallee, Straße an der Wuhlheide, würde die Verkehrsführung nur komplizieren, wenig Nutzen schaffen.
Für den ÖPNV und die Entlastungs des MIV,im GroßraumnSchöneweide/Köpenick hätte die seit den 60iger Jahren geplante S-Bahn Tangentialverbindung Ost, vom Karower Kreuz über Springpfuhl, Kreuz Wuhlheide, Straße an der Wuhlheide, Spindlersfeld, Grünauer Kreuz nach Grünau/Schönefeld einen wesentlich höheren positiven Effekt, würde jetzt notwendige Verkehre über Ostkreuz & den BIR unnötig machen & Vermeiden.
Für ~1.000.000 potentielle Nutzer existiert zwischen Karower Kreuz & Grünau Schönefeld kein durchgehender ÖPNV, ist Hauptusache für die katastrophalen MIV Verkehre auf der östlichen Tangentialachse.