Entlang der Straßenbahnlinie M5 entstehen in Hohenschönhausen zahlreiche neue Wohnungen. Damit wächst auch die Frage, ob das heutige Angebot an öffentlichem Nahverkehr langfristig ausreicht. Eine aktuelle Senatsantwort zeigt nun, welche Möglichkeiten die BVG für die Linie sieht.

Die Straßenbahn M5 fährt über die Kreuzung Weißenseer Weg und Konrad-Wolf-Straße in Lichtenberg. Rund um die wichtige Tramverbindung entstehen zahlreiche neue Wohnungen, die künftig für zusätzliche Fahrgäste sorgen dürften. / © Foto: Wikimedia Commons Angela M. Arnold (=44penguins), CC BY-SA 3.0
© Titelbild: BVG / Florian Bündig
Die Straßenbahn M5 verbindet die Zingster Straße in Hohenschönhausen mit dem Berliner Hauptbahnhof und gehört damit zu den wichtigen Ost-West-Verbindungen im Berliner Tramnetz. Vor allem im Bezirk Lichtenberg verändert sich ihr Einzugsgebiet derzeit aber deutlich. Neue Wohnquartiere entstehen, weitere befinden sich in Planung. Nun rückt deshalb auch die künftige Kapazität der M5 stärker in den Fokus.
- Bezirk: Lichtenberg und Mitte
- Linie: MetroTram M5
- Strecke: Zingster Straße – S+U Hauptbahnhof
- Projektstatus: Prüfung eines möglichen Urbanliner-Einsatzes
Hintergrund der Diskussionen ist vor allem der Wohnungsbau in Alt-Hohenschönhausen. An der Konrad-Wolf-Straße entstehen 441 Wohnungen. Auch rund um die Gehrenseestraße und Wollenberger Straße verändert sich das Quartier. Dort haben bereits Abrissarbeiten auf dem Gelände der früheren DDR-Vertragsarbeitersiedlung begonnen. Auf dem Areal sollen mehr als 1.000 Wohnungen sowie soziale Infrastruktur und Gewerbe entstehen. Auch auf dem Gelände des früheren Sporthotels am Weißenseer Weg sind rund 700 Wohnungen sowie Gewerbe und soziale Infrastruktur geplant.

Links der verlassene Wohnheimkomplex an der Gehrenseestraße in Hohenschönhausen, rechts die Visualisierung des geplanten Wohnquartiers mit mehr als 1.000 Wohnungen, Grünflächen und öffentlichen Plätzen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT / Visualisierung: MLA+ Architekten
Straßenbahn M5: Senat sieht bislang keine systematische Überlastung
Schon 2024 hatte sich der Senat mit der Auslastung der M5 beschäftigt. Damals erklärte die Verkehrsverwaltung, sie könne keine systematisch zu hohe Auslastung feststellen. Das Angebot entspreche den Kapazitätsvorgaben des Nahverkehrsplans und des Verkehrsvertrags. Zugleich räumte der Senat ein, dass einzelne Fahrten etwa infolge von Verspätungen sehr stark ausgelastet sein können.
Im Hohenschönhausener Abschnitt fährt die M5 in den Hauptverkehrszeiten bereits im Fünf-Minuten-Takt. Zudem hatte Berlin die Betriebszeit dieses dichten Taktes verlängert und mit 40 Meter langen Straßenbahnen zusätzliche Kapazitäten geschaffen. Damit reagierte das Land ausdrücklich auf die bauliche Verdichtung des Stadtteils.

Schon von außen hebt sich der Urbanliner deutlich von den bisherigen Berliner Straßenbahnen ab – vor allem durch seine Länge von 50 Metern. / © Foto: BVG, Andreas Süß
auf der M5: BVG nennt erstmals konkrete Voraussetzungen
Mit dem neuen Urbanliner kommt nun eine weitere Möglichkeit ins Spiel. Die rund 50 Meter langen Fahrzeuge fahren seit Juli 2026 zunächst auf der M4. Sie bieten Platz für mehr als 300 Fahrgäste. Bis Anfang 2028 sollen die verfügbaren Fahrzeuge laut BVG vorrangig für die vollständige Ausstattung der M4 eingesetzt werden. Erst danach ist nach heutigem Planungsstand der Einsatz auf weiteren Linien vorgesehen.
Damit könnte perspektivisch auch die M5 zum Einsatzgebiet werden. Fest beschlossen ist das jedoch nicht. Voraussetzung sind laut BVG ein entsprechender Bedarf, die Priorisierung im Fahrzeugeinsatz und eine eigene linienbezogene Zulassung. Außerdem muss die Infrastruktur geeignet sein. Dazu zählen unter anderem Ingenieurbauwerke und ausreichend lange Haltestellen. Der Urbanliner selbst ist zudem bislang nur für die M4 zugelassen.
Zwei Haltestellen auf M5-Linie verhindern durchgehend längere Züge
Eine weitere Option wären GT6-Straßenbahnen in Doppeltraktion, wie sie bislang auf der M4 eingesetzt werden. Auf der M5 gibt es dafür jedoch eine konkrete Hürde: Für einen regulären Einsatz längerer Fahrzeuge auf dem Abschnitt zum Hauptbahnhof müssten laut BVG die Haltestellen Naturkundemuseum und Clara-Jaschke-Straße angepasst werden.
Ganz unbekannt sind lange Züge auf der M5 dennoch nicht. Die Verstärkerfahrten in den Hauptverkehrszeiten werden bereits heute mit 62 Meter langen Zügen gefahren. Das zeigt, dass zusätzliche Kapazität grundsätzlich möglich ist, ein durchgehender Einsatz längerer Fahrzeuge aber weitere Anpassungen voraussetzt. Der neue Nahverkehrsplan sieht den Ausbau von Haltestellen für längere Straßenbahnen grundsätzlich als Voraussetzung für höhere Kapazitäten im Netz.
Straßenbahn M5: Zukunft der Linie in Hohenschönhausen
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26938, Berliner Verkehrsbetriebe, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Nahverkehrsplan Berlin 2026–2028
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