In Rahnsdorf läuft die denkmalgerechte Sanierung des „Strandbad Müggelsee“. Wie ist der Stand? Fällt die Badesaison dieses Jahr aus?

Das historische Eingangsgebäude des „Strandbad Müggelsee“ in Rahnsdorf präsentiert sich während der laufenden Sanierung bereits mit seiner rekonstruierten Fassade. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Kurz vor den Sommerferien zeigt sich das „Strandbad Müggelsee“ in Rahnsdorf als große Baustelle. Bauzäune, Sandberge, Rohre und Maschinen prägen das Gelände. Von der Straße aus sieht das Strandbad alles andere als einladend aus. Baden soll aber in den großen Ferien trotzdem möglich bleiben.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Fürstenwalder Damm 838, 12589 Berlin
- Projekt: denkmalgerechte Sanierung des „Strandbad Müggelsee“
- Zeitplan: Gebäude bis Ende 2026, Restarbeiten 2027
- Badebetrieb: laut Bezirksamt gewährleistet
Am „Strandbad Müggelsee“ in Rahnsdorf ist kurz vor den Sommerferien wenig von normalem Badebetrieb zu sehen. Hinter Bauzäunen liegen Sandhaufen, alte Asphaltstücke, orangefarbene Rohre, schwarze Leitungen und Paletten mit Baumaterial. Bagger stehen auf dem Gelände, Wege wirken provisorisch.
Gleichzeitig zeigt das historische Eingangsgebäude bereits wieder seine markante gelbe Fassade. Die dunklen Buchstaben über den Durchgängen sind fertig restauriert. Durch die offenen Bögen fällt der Blick auf den Müggelsee.

Durch die offenen Durchgänge des Eingangsgebäudes fällt bereits wieder der Blick auf den Müggelsee. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Neben umfangreichen Erdarbeiten laufen am „Strandbad Müggelsee“ auch Rückbau- und Abbrucharbeiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Rahnsdorf: Das passiert auf der Baustelle des „Strandbad Müggelsee“
Das Bezirksamt lässt das historische Ensemble denkmalgerecht wiederherstellen. Dazu gehören das Eingangsgebäude, das Hauptgebäude, das Mehrzweckgebäude und das Heizhaus. Im Inneren wurden bereits Elektro-, Heizungs-, Trinkwasser- und Schmutzwasserleitungen erneuert. Auch Innenputz, Estrich, Trockenbauwände und Vorsatzschalen sind weit fortgeschritten. Danach folgen Malerarbeiten, Fliesen, Bodenbeläge und weitere Ausbauarbeiten. Die historische Farbgebung an der Gebäudehülle ist bereits sichtbar.
Ein zentraler Teil der aktuellen Arbeiten liegt unter der Erde. Nach der Frostpause wurden Rohrleitungen an der Uferpromenade verlegt. Dort entsteht auch eine neue Schottertragschicht, die zunächst als Baustraße dient. Sie ermöglicht die Anlieferung schwerer Materialien. Parallel laufen Arbeiten an Freianlagen, Zufahrten und später am Parkplatz. Die TÜV-Abnahme des Aufzugs ist laut Bezirksamt für Mitte August vorgesehen. Die nichtöffentliche Erschließung soll im dritten Quartal fertig werden.

Rund um das historische Eingangsgebäude laufen weiterhin Erdarbeiten für die Erschließung des Geländes am „Strandbad Müggelsee“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die Baustelle am „Strandbad Müggelsee“ erstreckt sich bis in die unmittelbare Nähe des Uferbereichs am Müggelsee. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
„Strandbad Müggelsee“: Sanierung anhand historischer Fotos
Die Arbeiten am „Strandbad Müggelsee“ gehen dabei weit über eine klassische Instandsetzung hinaus. Nach Angaben des beauftragten Architekturbüros PLAFOND orientiert sich die Planung eng an historischen Bauplänen, Fotografien und denkmalpflegerischen Gutachten. Ziel ist es, das Erscheinungsbild des 1929/30 errichteten Ensembles möglichst nah an den ursprünglichen Zustand heranzuführen und gleichzeitig die Voraussetzungen für eine ganzjährige Nutzung zu schaffen.
Besonders anspruchsvoll zeigte sich die Sanierung des Hauptgebäudes. Dort hatten eindringende Feuchtigkeit und jahrzehntelanger Verschleiß die Bausubstanz erheblich geschädigt. Betroffen waren nicht nur Fassaden und Oberflächen, sondern auch tragende Bauteile.
Neben dem historischen Hauptgebäude wird deshalb auch das in den 1970er Jahren entstandene Mehrzweckgebäude umfassend modernisiert und energetisch ertüchtigt. Die Planer mussten dabei Denkmalschutz, moderne technische Anforderungen und neue Nutzungsabläufe miteinander verbinden.

Auf dem Gelände des „Strandbad Müggelsee“ lagern Rohre und Baumaterialien für die Erneuerung der technischen Infrastruktur. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Baugeräte, Materialien und provisorische Arbeitsflächen prägen derzeit weite Teile des Geländes am „Strandbad Müggelsee“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Baden im „Strandbad Müggelsee“ soll trotz Baustelle möglich bleiben
Für Besucher ist die wichtigste Nachricht: Der Badebetrieb soll auch in dieser Saison gewährleistet bleiben. Das teilte das Bezirksamt Treptow-Köpenick mit. Wer in den Sommerferien zum „Strandbad Müggelsee“ fährt, muss aber mit Einschränkungen rechnen. Die Baustelle prägt große Teile des Areals. Wege, Zugänge und nutzbare Flächen können sich ändern.
Die Sanierung hat sich mehrfach verzögert. Ursprünglich war ein Abschluss früher geplant. Doch es kam anders. Gründe waren unter anderem die Kündigung eines Bauunternehmens, neue Ausschreibungen, gestiegene Baukosten und ein Einspruch in einem Vergabeverfahren. Die Kosten liegen inzwischen bei mehr als 20 Millionen Euro. Die Gebäude sollen bis Ende 2026 fertiggestellt werden. Abschließende Arbeiten am Denkmalensemble sind für 2027 vorgesehen.
Nach der Sanierung soll das „Strandbad Müggelsee“ nicht nur wieder als Bad funktionieren. Der Bezirk plant auch eine ganzjährige Nutzung für Veranstaltungen. Zudem läuft die Vorbereitung für ein Verfahren zur künftigen Betreiberwahl.
Strandbad Müggelsee
Quellen: Berliner Zeitung, Berliner Morgenpost, Tagesspiegel, Bezirksamt Treptow-Köpenick, PLAFOND GmbH
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