Die Neugestaltung am Bahnhof Schöneweide verzögert sich weiter. Für den Bahnhofsvorplatz fehlen weiterhin technische Planungen, Bauabschnitte und belastbare Termine.

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Am Bahnhof Schöneweide reiht sich seit Jahren ein Bauprojekt an das nächste. Zwar sind zentrale Teile des Verkehrsknotens inzwischen erneuert, doch auf dem Vorplatz stehen weitere umfangreiche Arbeiten bevor. Eine aktuelle Antwort des Berliner Senats zeigt nun, wie weit die Planungen tatsächlich sind – und welche Projekte den Abschluss der Dauerbaustelle zusätzlich erschweren.

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Adresse: Bahnhof Schöneweide, 12439 Berlin
  • Projekt: Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und angrenzender Verkehrsflächen

Der Bahnhofsvorplatz in Schöneweide befindet sich auch im Sommer 2026 noch in einer frühen Projektphase. Das Straßen- und Grünflächenamt Treptow-Köpenick erstellt nach Angaben des Bezirksamtes weiterhin die Unterlagen für die Vergabe der notwendigen Planungsleistungen. Damit gibt es bislang weder eine technische Vorplanung noch eine Entwurfs- oder Genehmigungsplanung.

Schon im März 2025 hatte das Bezirksamt angekündigt, die Objekt- und Fachplanungen ausschreiben zu wollen. Mehr als ein Jahr später befindet sich das Verfahren weiterhin in der Vorbereitung. Und der Bahnhofsvorplatz in Schönweide bleibt eine Dauerbaustelle.

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Das Bild zeigt den gesperrten Eingangsbereich des Fußgängertunnels am Bahnhof Schöneweide, der laut aktuellem Plan zurückgebaut und verfüllt werden soll.

Der gesperrte Fußgängertunnel am Bahnhof Schöneweide verbindet den Bahnhofsvorplatz mit dem Michael-Brückner-Platz und soll teilweise verfüllt werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Lukas Beck, CC BY 4.0  

Dauerbaustelle in Schöneweide: Viele Projekte greifen ineinander

Der Grund für den langwierigen Prozess liegt auch in der Zahl der beteiligten Unternehmen und Behörden. Das Bezirksamt muss die eigenen Planungen mit der Senatsverkehrsverwaltung, Grün Berlin, der GB infraVelo GmbH, der Deutschen Bahn und DB InfraGO abstimmen. Hinzu kommen mögliche Arbeiten der Berliner Wasserbetriebe und anderer Leitungsträger. Erst wenn die Zuständigkeiten und räumlichen Schnittstellen geklärt sind, kann der Bezirk die Planungsleistungen eindeutig ausschreiben.

Zu den größten Abhängigkeiten gehört der Rückbau des seit 2016 gesperrten Fußgängertunnels am Bahnhof Schöneweide. Das Tunnelbauwerk verband den Bahnhofsvorplatz mit dem Michael-Brückner-Platz. Der Senat plant keine Wiedereröffnung. Stattdessen sollen Teile zurückgebaut und verfüllt werden. Die vorbereitenden Arbeiten an der technischen Ausstattung waren nach Angaben der Senatsverwaltung im ersten Quartal 2026 abgeschlossen. Die eigentlichen Rückbauarbeiten sollen nach aktuellem Plan im dritten Quartal 2026 beginnen und im ersten Quartal 2027 enden.

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Bahnhof Schöneweide: Vorplatz kann nicht unabhängig gebaut werden

Der Tunnel ist jedoch nur eines von mehreren Projekten, die Flächen auf oder unter dem Vorplatz beanspruchen. Auch das geplante Fahrradparkhaus der infraVelo GmbH beeinflusst die Neuordnung. Daneben will die Deutsche Bahn das denkmalgeschützte Empfangsgebäude sanieren und durch einen neuen Gebäudeteil zwischen dem Bestand und den Gleisen ergänzen. Dieser Neubau soll zusätzliche Angebote für Reisende aufnehmen und eine direkte Verbindung zur verlegten Straßenbahnhaltestelle schaffen.

Nach dem aktuellen Zeitplan der Deutschen Bahn soll die Sanierung des Empfangsgebäudes 2029 beginnen. Die Bahn rechnet mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren. Die neue Mittelhalle beziehungsweise der Verbindungsbau soll parallel entstehen. Als vorgezogene Maßnahme plant die Bahn bereits zuvor die Abdichtung der Kelleraußenwände des Bestandsgebäudes.

Im Vordergrund stehen viele Fahrräder, während im Hintergrund die Baustelle für das Fahrrad-Parkhaus am Bahnhof Schöneweide abgesperrt ist.

Zahlreiche Fahrräder stehen vor der abgesperrten Baustelle, auf der das Fahrradparkhaus am Bahnhof Schöneweide entsteht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Sperrungen und Zwischenzustände am Bahnhof Schöneweide

Die Arbeiten der Deutschen Bahn können die nutzbaren Flächen auf dem Bahnhofsvorplatz deutlich einschränken. Das Bezirksamt geht davon aus, dass besonders die Sanierung des Empfangsgebäudes die Baufreiheit für die spätere Platzgestaltung massiv begrenzen wird. Beginnt die Umgestaltung zu früh, könnten bereits erneuerte Bereiche erneut als Baustellenfläche oder Zufahrt benötigt werden. Der Bezirk will deshalb mit allen Beteiligten verbindliche Bauzeiten und mögliche Einschränkungen abstimmen.

Auch die Aufteilung in einzelne Bauabschnitte steht noch nicht fest. Diese Entscheidung soll erst während der Entwurfsplanung fallen. Dabei muss geklärt werden, welche Teile des Vorplatzes unabhängig voneinander gebaut werden können und wie der Zugang zum Bahnhof während der Arbeiten erhalten bleibt.

Freiraumkonzept für Bahnhofsvorplatz Schöneweide liegt seit 2024 vor

Immerhin: Eine gestalterische Grundlage gibt es bereits. Das Bezirksamt stellte im Januar 2024 ein Freiraumkonzept für den Bahnhofsvorplatz vor. Das Konzept sieht einen übersichtlichen, barrierefreien Bewegungsraum mit sicheren Querungen, Beleuchtung und Aufenthaltsmöglichkeiten vor.

Außerdem sollen Regionalbahn, S-Bahn, Straßenbahn, Busse, Fahrradverkehr, Taxis, Kurzzeitparkplätze und Sharingangebote besser miteinander verbunden werden. Weitere Ziele sind mehr Bäume, eine klimaorientierte Gestaltung und die Versickerung von Regenwasser vor Ort. Auch der Cajamarcaplatz vor dem historischen Empfangsgebäude soll stärker in Erscheinung treten.

Kein Termin für das Ende der Dauerbaustelle in Schöneweide

Was die Umgestaltung des Banhofsvorplatzes in Schöneweide kosten soll, bleibt zunächst offen. Eine konkretere Schätzung kann das Bezirksamt erst erstellen, wenn entsprechende Planungen vorliegen. Grundsätzlich ist die Neugestaltung des Vorplatzes einschließlich weiterer Verkehrsflächen an der Michael-Brückner-Straße und am Sterndamm in der Investitionsplanung des Bezirks aber hinterlegt.

Damit bleibt der Abschluss der Arbeiten am Bahnhof Schöneweide auf absehbare Zeit offen. Zunächst müssen der Fußgängertunnel zurückgebaut, das Fahrradparkhaus koordiniert und die Planungen der Deutschen Bahn berücksichtigt werden. Parallel steht die eigentliche technische Planung für den Vorplatz noch am Anfang.

Bahnhof Schöneweide

 

Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19 / 26 554, Bezirksamt Treptow-Köpenick

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2 Kommentare

  1. Ulli 2. August 2026 at 22:31 - Reply

    Mann muss sich vor Augen führen (für die Nichtwissenden), dass die ersten Arbeiten hier ohne Quatsch schon 2010 begannen!
    Also vor 16 Jahren.
    Dass kann man Keinem erzählen, da baut sich Baufrust, Gleichgültigkeit und Hilflosigkeit auf.

  2. Heiner 14. August 2026 at 08:24 - Reply

    Ich wär dafür aus dem Bahnhof Schöneweide ne Dauer-Schaubaustelle zu machen! Am besten mit angeschlossenem Bauausbildungszentrum. Eines wo man lernen kann was passiert, wenn Planungen nicht aufeinander abgestimmt werden und jeder sein eignes Süppchen kocht.

    Für die Menschen die den Bahnhof und das Umfeld drum rum nutzen wollen oder müssen, wird da gefühlt schon lang nicht mehr gebaut. Die Bahn spielt Immobilienentwickler, die BVG baut nen Buddelkasten für ihre Brumbrums, Die Hitzeinsel wird immer größer, weil Woche um Woche mehr Bäume fallen und na ja die Infra-Go macht PR. Wenn die Leute befragt werden was Sie sich wünchen, kommt am Ende sowieso nur das raus, was der Senat oder die Bahn als erstes Bild in ihrer Auftaktpräsentation hatten. Jeder macht irgendwie sein Ding. …

    Wenn in 10 Jahren vielleicht mal das letzte Eckchen fertig sein soll, können Sie bei den Dingen, die Sie vor 16 Jahren angefangen haben zu bauen, schon wieder in die Grundsaninierung gehen. In China oder Indien baut man in 3 bis 4 Jahren nen Großflughaven. Aber der funktioniert dann hinterher auch. Warum solche Projekte nicht einfach in Festlegung eines Generalübernehmers gabut werden können ist mir ein Rätzel! … Das Land der kleinen Könige?

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