In Berlin gehen mehrere Bauprojekte nach langem Stillstand wieder weiter. Der Überblick zeigt, welche Neubauten jetzt vorankommen und wann mit Fertigstellungen zu rechnen ist.

„Elements“ (Berlin-Mitte)
„Quantum P1“ (Tempelhof-Schöneberg)
„Brooks on East“ (Friedrichshain-Kreuzberg)
Hines Tower (Berlin-Mitte)
Tetra-Pak-Gelände (Reinickendorf)
Multi-Use-Ensemble an der Tauentzienstraße (Tempelhof-Schöneberg)
„FÜRST“ (Charlottenburg-Wilmersdorf)
Neubau in der Markgrafenstraße (Friedrichshain-Kreuzberg)
„B’Ella“ (Tempelhof-Schöneberg)
„Sinn-Campus“ (Tempelhof-Schöneberg)

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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In Berlin standen zuletzt zahlreiche Bauprojekte still. Gründe waren steigende Baukosten, Finanzierungsprobleme und Insolvenzen. Laut Branchenangaben lag die Zahl gestoppter Neubauten in der Hauptstadt zwischenzeitlich im dreistelligen Bereich.

Inzwischen aber zeigt sich eine Trendwende, immer mehr Projekte werden wieder weitergeführt. ENTWICKLUNGSSTADT gibt einen Überblick darüber, welche Projekte in Berlin wieder Fahrt aufnehmen (oder schon genommen haben) und wie weit sie aktuell sind.

Berlin-Mitte: Neubau „Elements“ geht nach Stillstand weiter

Beim Projekt Elements am Spreeufer arbeiten Handwerker an verschiedenen Etagen.

Auf der Baustelle „Elements“ an der Spree in Berlin-Mitte laufen Arbeiten an mehreren Etagen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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  • Bezirk: Berlin-Mitte
  • Adresse: Michaelkirchstraße / Spreeufer
  • Neubau: Nutzungsmix aus Wohnen, Büro und Gastronomie
  • Fertigstellung: nicht konkret terminiert

Nach einem längeren Stillstand schreiten die Arbeiten am Neubau „Elements“ in Berlin-Mitte wieder voran. Auslöser war ein Beschluss im Insolvenzverfahren der früheren Projektentwicklerin. Anschließend übernahm das Unternehmen Tishman Speyer das Vorhaben und führt es seitdem fort. Seitdem zeigt sich auf der Baustelle ein deutlich aktiveres Bild.

Vor Ort laufen mehrere Bauabschnitte parallel. Die Fassade entlang des Spreeufers ist eingerüstet, erste Glas- und Metallelemente sind bereits eingesetzt. Auch die markanten, schräg verlaufenden Fassadenstrukturen an den Gebäudeecken sind erkennbar. Gleichzeitig arbeiten Baukräfte in mehreren Etagen am Innenausbau.

Geplant ist ein Nutzungsmix aus Büroflächen, Wohnungen und gastronomischen Angeboten. Damit fügt sich der Neubau langfristig in die bestehende Stadtstruktur ein und macht das Spreeufer teilweise öffentlich zugänglich.

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City West: Neubau „Quantum P1“ wird weitergebaut

Die Visualisierung zeigt das "Quantum P1 Berlin" direkt gegenüber vom KaDeWe

So soll das neue Ensemble „Quantum P1 Berlin“ direkt gegenüber vom KaDeWe nach seiner Fertigstellung 2027 aussehen. / © Visualisierung: Alt/Shift

  • Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
  • Adresse: Passauer Straße / Tauentzienstraße
  • Nutzung: reines Gewerbeprojekt
  • Fertigstellung: Anfang 2027

Nach einem längeren Stillstand geht der Neubau „Quantum P1“ in der City West sichtbar weiter. Das Projekt liegt direkt gegenüber dem Kaufhaus des Westens und schließt eine bisher offene Blockkante.

Auslöser für die Baupause war die Insolvenz der Signa-Gruppe. Im Spätsommer 2024 übernahm der Projektentwickler Quantum Immobilien AG das Vorhaben und führte es fort. Seitdem zeigt die Baustelle kontinuierliche Fortschritte.

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Das Gebäude umfasst insgesamt 13 Geschosse und bietet rund 15.600 Quadratmeter Bürofläche. Ergänzt wird der Neubau durch etwa 4.750 Quadratmeter Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss. Diese sollen den Standort zusätzlich beleben und an die bestehende Nutzung rund um das KaDeWe anschließen.

Friedrichshain: Hochhausprojekt „Brooks on East“ soll 2027 fertig werden

Deutlich sichtbar: Die Höhenentwicklung des „Brooks on East“ im Vergleich zur umliegenden Bebauung.

Das Hochhaus-Projekt „Brooks on East“ fügt sich in das wachsende Quartier rund um die Mediaspree in Friedrichshain ein. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Adresse: Mediaspree / Nähe Ostbahnhof
  • Bezirk:  Friedrichshain-Kreuzberg
  • Anzahl der Wohnungen: rund 350 Eigentumswohnungen plus 222 Apartments
  • Fertigstellung: 2027

Nach einem längeren Stillstand geht das Hochhausprojekt „Brooks on East“ in Berlin-Friedrichshain wieder weiter. Auslöser für die Unterbrechung war die Insolvenz der ursprünglichen Projektgesellschaft im Jahr 2023. Erst nach einer Neuordnung der Finanzierung und dem Einstieg neuer Investoren wurde der Neubau fortgeführt. Inzwischen zeigt die Baustelle deutliche Fortschritte.

Ein zentraler Schritt ist die Festlegung des Betreibers für das geplante Aparthotel. Die irische Staycity Group übernimmt mit ihrer Marke Wilde rund 9.800 Quadratmeter Fläche. Die Vereinbarung läuft über 20 Jahre mit Verlängerungsoption. Insgesamt entstehen 222 Apartments sowie ergänzende Angebote wie Gastronomie, Lobby und Fitnessbereiche. Der erste Turm soll im Laufe des Jahres 2027 eröffnen.

Alexanderplatz: Hochhaus-Neubau von Hines geht weiter

Die Visualisierung zeigt den Hines Tower am Alexanderplatz.

So soll der Hines Tower am Alexanderplatz einmal aussehen. / © Visualisierung: Hines Immobilien GmbH

  • Bezirk: Berlin-Mitte
  • Adresse: Alexanderplatz
  • Nutzung: Mix aus Gewerbe und Wohnen
  • Fertigstellung: nicht terminiert

Nach Jahren des Stillstands geht das Hochhausprojekt von Hines am Alexanderplatz in Berlin wieder weiter. Der US-Investor Hines Immobilien GmbH treibt die Planungen für den rund 150 Meter hohen Turm erneut voran. Das Vorhaben zählt zu den komplexesten Neubauten in der Berliner Innenstadt und steht seit Jahren im Fokus von Politik und Stadtentwicklung.

Ein zentraler Grund für die Verzögerungen lag im schwierigen Baugrund. Unterirdische Anlagen der Berliner Verkehrsbetriebe erschweren die Gründung erheblich. Tunnel und technische Infrastruktur erfordern aufwendige Lösungen. Gleichzeitig mussten wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Fragen geklärt werden. Diese Faktoren führten dazu, dass das Projekt über viele Jahre nicht umgesetzt wurde und als Beispiel für Stillstand in Berlin galt.

Inzwischen zeigt sich ein Neustart. Das Verfahren geht in eine neue Phase mit der begonnenen Öffentlichkeitsbeteiligung. Die Planungen werden konkretisiert und an aktuelle Rahmenbedingungen angepasst. Eine wesentliche Änderung betrifft die Position des Hochhauses. Es soll nun auf einer bislang unbebauten Fläche im nördlichen Teil des Grundstücks entstehen, statt wie ursprünglich vorgesehen im Blockinneren. Die Höhe von rund 150 Metern bleibt erhalten. Damit bleibt der Turm Teil der langfristigen Entwicklung des Alexanderplatzes zu einem Hochhausstandort.

Heiligensee: Auf Tetra-Pak-Gelände entstehen Wohnungen

Das ehemalige Tetra-Pak-Gelände in Reinickendorf.

Auf diesem ehemaligen Industriegelände im Reinickendorfer Ortsteil Heiligensee soll ein Quartier mit 700 Wohnungen gebaut werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Reinickendorf
  • Adresse: Hennigsdorfer Straße
  • Anzahl der Wohnungen: rund 600 bis 700 Mietwohnungen
  • Fertigstellung: nicht terminiert

Nach jahrelangem Stillstand geht die Entwicklung des ehemaligen Tetra-Pak-Geländes in Berlin-Heiligensee weiter. Das Areal lag seit der Stilllegung der Produktion im Jahr 2013 brach. Mehrere Eigentümerwechsel verzögerten die Planungen für einen Neubau über Jahre hinweg. Inzwischen ist der Abriss der alten Fabrikgebäude weitgehend abgeschlossen, sodass die Voraussetzungen für den Wohnungsbau geschaffen sind.

Das Land Berlin treibt das Projekt gemeinsam mit dem Bezirk Reinickendorf und der landeseigenen GEWOBAG voran. Ziel ist der Bau eines neuen Wohnquartiers mit mehreren hundert Mietwohnungen. Die Fläche war zuvor vollständig versiegelt und soll im Zuge der Entwicklung teilweise entsiegelt werden. Damit entsteht nicht nur neuer Wohnraum, sondern auch eine städtebauliche Neuordnung eines lange ungenutzten Standorts.

City West: Multi-Use-Ensemble entsteht an der Tauentzienstraße

Schuhgeschäft Leiser neben dem P&C in der Tauentzienstraße, noch vor der Schließung

Gleich neben dem P&C befand sich einst das Traditionsschuhgeschäft „Leiser“ am Tauentzien. Die beiden Gebäude sollen nun zu einem einheitlichen, gemischt genutzten Ensemble zusammengeführt werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Alice Wiegand, CC-BY-SA-4.0

  • Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
  • Adresse: Tauentzienstraße 19–20
  • Nutzung: Gewerbe
  • Fertigstellung: nicht terminiert

Nach einer langen Phase des Stillstands und Leerstands geht die Entwicklung des ehemaligen „Leiser“-Hauses an der Tauentzienstraße in Berlin weiter. Direkt neben dem Kaufhaus des Westens entsteht ein neues Multi-Use-Ensemble. Der Projektentwickler Midstad treibt die Transformation zweier Bestandsgebäude sowie einen ergänzenden Neubau voran. Ziel ist es, eine bisher monofunktionale Nutzung durch ein vielseitiges Konzept zu ersetzen.

Die Planung reagiert auf strukturelle Veränderungen im Einzelhandel. Große Verkaufsflächen verlieren an Bedeutung, während gemischte Nutzungen an Relevanz gewinnen. Das Projekt verbindet die Gebäude Tauentzienstraße 19 und 20 zu einem Ensemble und schließt eine städtebauliche Lücke. Damit geht ein Vorhaben weiter, das nach der Insolvenz früherer Planungen zunächst nicht umgesetzt wurde.

Charlottenburg: Neubau „FÜRST“ geht nach Stillstand weiter

Beim Projekt „FÜRST“ am Kurfürstendamm wird weitergebaut.

Der erste Bauabschnitt des Projekts „FÜRST“ am Kurfürstendamm ist fertiggestellt und bereits vermietet, während die Arbeiten an den weiteren Bauphasen im Hintergrund weiterlaufen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Adresse: Kurfürstendamm / Lietzenburger Straße
  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Nutzung: Gewerbe
  • Fertigstellung: nicht terminiert

Nach einer Phase des Stillstands geht das Großprojekt „FÜRST“ am Kurfürstendamm in Berlin weiter. Der erste Bauabschnitt des Neubaus ist abgeschlossen und bereits vollständig vermietet. Damit erreicht das Vorhaben einen wichtigen Meilenstein und zeigt, dass die Entwicklung nach einer Unterbrechung wieder planmäßig voranschreitet.

Das Projekt entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Ku’damm-Karrees und umfasst ein großflächiges Mixed-Use-Ensemble. Für den fertiggestellten Abschnitt hat die 3PM Services GmbH Anfang 2026 das Property Management übernommen. Insgesamt betreut das Unternehmen rund 21.580 Quadratmeter Mietfläche. Auch ein Parkhaus mit mehr als 500 Stellplätzen gehört dazu.

Die weiteren Bauabschnitte laufen parallel zum Betrieb des ersten Teils. Insgesamt soll der Neubau nach Fertigstellung eine Mietfläche von rund 106.000 Quadratmetern bieten. Geplant sind vor allem Büroflächen, ergänzt durch Einzelhandel, Gastronomie und Freizeitangebote.

Kreuzberg: Neubau in der Markgrafenstraße geht weiter

Auf der Markgrafenstraße geht es nach längerem Stillstand seit Jahresbeginn weiter.

Nach der Insolvenz von Norsk lag das Projekt in der Markgrafenstraße jahrelang auf Eis. Nun übernimmt Quantum die Entwicklung und plant die Fertigstellung bis 2028. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Nach rund vier Jahren Stillstand geht das Bauprojekt in der Markgrafenstraße in Berlin-Kreuzberg weiter. Bereits im Jahr 2022 wurde ein Bestandsgebäude abgerissen, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Danach ruhte die Baustelle über mehrere Jahre. Ursache war die Insolvenz des ursprünglichen Projektentwicklers Norsk, die Anfang 2025 öffentlich wurde und das Vorhaben stoppte.

Inzwischen hat die Quantum Immobilien AG die Entwicklung übernommen. Das Unternehmen plant, den Neubau fortzuführen und bis 2028 fertigzustellen. Geplant ist ein siebengeschossiges Bürogebäude mit rund 16.000 Quadratmetern Nutzfläche.

Tempelhof-Schöneberg: Im Neubau „B’Ella“ entstehen 300 Wohnungen

Die Visualisierung zeigt das Neubauquartier "B'Ella" am Berliner Bahnhof Südkreuz.

Die Visualisierung zeigt das Neubauquartier „B’Ella“ am Berliner Bahnhof Südkreuz. / © Visualisierung: EVE Hines

  • Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
  • Adresse: Ella-Barowsky-Straße / Gotenstraße
  • Anzahl der Wohnungen: rund 300
  • Fertigstellung: geplant bis 2028

Nach einer längeren Phase des Stillstands geht der Neubau „B’Ella“ am Südkreuz in Berlin weiter. Anfang des Jahres sicherte sich die Strabag-Tochter Züblin den Auftrag an der Ella-Barowsky-Straße. Auf der Baustelle sind nun wieder klare Fortschritte erkennbar.

Der Entwickler Hines Immobilien GmbH treibt das Vorhaben auf einem rund 20.000 Quadratmeter großen Areal voran. Ziel ist ein gemischt genutztes Quartier mit einem Schwerpunkt auf Wohnen. Insgesamt entstehen rund 300 Wohnungen, ein Teil davon gefördert. Ergänzend sind Gewerbeflächen und soziale Infrastruktur geplant.

Tempelhof-Schöneberg: Neubau „Sinn-Campus“ am Südkreuz endlich gestartet

So soll das geplante Hochhaus am Südkreuz und die BSR-Zentrale mal aussehen.

So sollen das geplante Hochhaus am Südkreuz und die BSR-Zentrale mal aussehen. / © Visualisierung: BSR BERLINOVO

  • Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
  • Adresse: Ella-Barowsky-Straße / Wilhelm-Kabus-Straße, 10829 Berlin
  • Nutzung: Büro und Verwaltung
  • Fertigstellung: geplant bis 2029

Nach längerer Vorbereitungsphase geht das Großprojekt am Südkreuz in Berlin weiter. Mit dem offiziellen Spatenstich startet der Bau des sogenannten „Sinn-Campus“. Das Vorhaben entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen Recyclinghofs und wurde über Jahre geplant. Nun beginnt die Umsetzung mit einem klaren Zeitplan bis 2029.

Beteiligt sind die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) und die landeseigene Berlinovo. Im Zentrum steht ein Büro- und Verwaltungskomplex mit einem 17-geschossigen Hochhaus sowie einer neuen Unternehmenszentrale für die BSR. Insgesamt investieren die Beteiligten mehrere hundert Millionen Euro in den Standort.

Quellen: BSR, Berlinovo, bella.berlin, 3PM Services, CELLS Group, Tishman Speyer, Quantum Immobilien AG, Signa Real Estate, Deal Magazin, Brooks on East, Tagesspiegel, Berliner Morgenpost

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