Seit Ende August rollen wieder Züge über die neue Sternbrücke in Hamburg-Altona. Technisch ist damit ein entscheidender Teil des Großprojekts geschafft. Doch wenige Wochen nach der Inbetriebnahme rücken nun die Kosten in den Mittelpunkt.

Die Eisenbahnbrücke ist seit Anfang September wieder für den Zugverkehr freigegeben. / © Foto: DB / Jonas Wresch
© Titelbild: Deutsche Bahn AG / Jonas Wresch
Die neue Sternbrücke prägt seit diesem Sommer das Bild an der Stresemannstraße in Hamburg-Altona. Nach Abriss, Schwertransport und wochenlanger Streckensperrung fahren täglich wieder Hunderte Züge über die viergleisige Verbindung. Nun zeigt sich jedoch: Für Hamburg fällt der finanzielle Anteil höher aus als bisher vorgesehen. Und das deutlich.
- Bezirk: Hamburg-Altona
- Standort: Kreuzung Stresemannstraße / Max-Brauer-Allee
- Fertigstellung für den Bahnverkehr: August 2026
- Länge: 108 Meter
- Höhe: rund 20 Meter
- Gewicht: rund 3.700 Tonnen
- Kostenanteil Hamburg: rund 99 Millionen Euro
Seit dem 31. August 2026 gehört die neue Sternbrücke zum regulären Hamburger Bahnnetz. Rund 1.000 Fern-, Regional- und S-Bahn-Züge können nach Angaben der Deutschen Bahn wieder täglich über die Verbindungsbahn zwischen Altona und Hauptbahnhof fahren.
Bis dahin war ein erheblicher technischer Aufwand nötig. Nach dem spektakulären Transport der 3.700 Tonnen schweren Sternbrücke integrierten die Bautrupps das Bauwerk in die bestehende Strecke. Dabei verlegten sie rund vier Kilometer Schienen und etwa 3.000 Schwellen sowie rund 8.000 Tonnen Schotter. Anschließend folgten Oberleitung, Leit- und Sicherungstechnik sowie die technischen Abnahmen.

Die weit gespannte Stahlkonstruktion der neuen Sternbrücke prägt das Stadtbild im Westen Hamburgs deutlich. Im Hintergrund ist der Heinrich-Hertz-Turm zu erkennen. / © Foto: Deutsche Bahn AG / Jonas Wresch
Hamburgs Kostenanteil an der Sternbrücke steigt um 13 Millionen Euro
Während der Zugverkehr wieder läuft, sorgt nun die Finanzierung für neue Aufmerksamkeit. Der Anteil Hamburgs steigt nach aktuellem Stand von 86 auf rund 99 Millionen Euro. Damit muss die Stadt rund 13 Millionen Euro mehr tragen als zuvor vorgesehen.
Als Gründe nennt der Senat vor allem baustellenbezogene Mehrkosten. Nach Angaben des NDR begründete die Bahn die zusätzlichen Ausgaben unter anderem mit Mehrschichtbetrieb und zusätzlich benötigten Flächen. Auch Ersatzwohnraum für betroffene Anwohnerinnen und Anwohner sowie Kampfmittelsondierungen hätten höhere Kosten verursacht. Die Stadt akzeptierte die Mehrkosten, damit die laufende Maßnahme fortgeführt werden konnte. Nach Vorlage der Schlussrechnung sollen die Kosten noch detailliert geprüft werden.
Von der alten Sternbrücke zum 108 Meter langen Neubau
Der Austausch hatte bereits lange vor dem Einhub für Diskussionen gesorgt. Die alte Stahlkonstruktion stammte aus dem Jahr 1926 und hatte nach Angaben der Bahn das Ende ihrer technischen Nutzungsdauer erreicht. Im Juli 2026 begann schließlich der Rückbau der alten Sternbrücke. Parallel stand der Neubau nach 14 Monaten Montage auf der nahe gelegenen Brammerfläche bereit.
Am 31. Juli brachten Spezialfahrzeuge die 108 Meter lange Konstruktion über die Max-Brauer-Allee an ihren Standort. Der Transportweg betrug rund 500 Meter. Dafür nutzte die Bahn eine Transportkonstruktion mit 1.088 Rädern. Rund sieben Stunden dauerte der eigentliche Schwertransport, bevor die Brücke auf ihren Widerlagern lag.

Eine Hamburger S-Bahn passiert die neue Sternbrücke. Seit der Wiederinbetriebnahme können Fern-, Regional- und S-Bahn-Züge wieder auf vier Gleisen zwischen Altona und Hauptbahnhof verkehren. / © Foto: Deutsche Bahn AG / Jonas Wresch
Sternbrücke fertig – im Straßenraum gehen die Arbeiten weiter
Ganz beendet sind die Arbeiten rund um die Sternbrücke allerdings noch nicht. Die Stresemannstraße ist wieder befahrbar, doch an der Max-Brauer-Allee und den Nebenflächen laufen weitere Arbeiten. Nach aktuellem Stand der Stadt soll die Max-Brauer-Allee am 20. Oktober 2026 wieder öffnen.
Auch langfristig bleibt der Bereich eine Baustelle der Stadtentwicklung. Unter der neuen Sternbrücke läuft zunächst eine provisorische Verkehrsführung. Hamburg will die Erfahrungen daraus auswerten und in die endgültige Planung für Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee einbeziehen. Der dauerhafte Umbau des Kreuzungsbereichs kann nach Angaben des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer frühestens im Frühjahr 2028 beginnen.
Neue Sternbrücke Hamburg
Quellen: Deutsche Bahn, LSBG Hamburg, NDR, WELT
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