Die neue Sternbrücke in Hamburg steht vor dem Einbau. Ab dem 17. Juli beginnt der Austausch der alten Brücke mit umfangreichen Sperrungen.

Die Visualisierung zeigt die neue Sternbrücke in Hamburg bei Dunkelheit mit beleuchteter Brückenunterseite, Fahrrädern, Autos, Bussen und Fußgängern.

So könnte der Bereich unter der neuen Sternbrücke in Hamburg am Abend aussehen. Eine beleuchtete Unterseite und großzügigere Flächen prägen die Visualisierung des künftigen Stadtraums. / © Visualisierung : Ney & Partners / rendertaxi architecture.visualisation

© Titelbild: Ney & Partners / rendertaxi architecture.visualisation

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In Hamburg steht ein außergewöhnlicher Brückentausch bevor. Die neue Sternbrücke ist inzwischen weitgehend montiert und erstmals ohne große Teile der schützenden Bauverkleidung zu sehen. Ende Juli soll sich die rund 108 Meter lange Stahlkonstruktion von der Vormontagefläche durch die Max-Brauer-Allee bis zur Kreuzung mit der Stresemannstraße bewegen. Dort ersetzt sie das fast 100 Jahre alte Bestandsbauwerk.

  • Bezirk: Altona
  • Standort: Kreuzung Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee
  • Beginn der finalen Bauphase: Juli 2026
  • Transport der neuen Sternbrücke: ab 30. Juli 2026
  • Einhub: Ende Juli 2026
  • Fertigstellung: erstes Quartal 2027

Die bestehende Sternbrücke gehört zu den wichtigsten Eisenbahnüberführungen in Hamburg. Knapp 900 S-Bahnen, Regionalzüge und Fernzüge nutzen die viergleisige Verbindungsbahn täglich. Der Stahl der heutigen Überbauten stammt aus dem Jahr 1926. Nach Angaben der Deutschen Bahn ist er ermüdet, nicht schweißbar und entspricht nicht mehr den aktuellen technischen Anforderungen. Gutachter untersuchten auch eine Sanierung, verwarfen diese Möglichkeit jedoch.

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Die alte Sternbrücke in Hamburg führt mit mehreren Stahlstützen über die Stresemannstraße und die Max-Brauer-Allee, während Fahrräder und Autos die Kreuzung passieren.

Die bestehende Sternbrücke überspannt die Kreuzung von Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee in Hamburg-Altona. Das fast 100 Jahre alte Bauwerk wird ab dem 17. Juli zurückgebaut. / © Foto: DB InfraGO AG

Sternbrücke in Hamburg wird auf Spezialfahrzeugen transportiert

Die Konstruktion der neuen Sternbrücke unterscheidet sich deutlich vom Bestand. Während die alte Brücke mehrere Stützen innerhalb der Straßenkreuzung besitzt, überspannt der Neubau den gesamten Bereich stützenfrei. Dafür steigt die Spannweite von rund 70 auf etwa 108 Meter. Zwei leicht nach innen geneigte Stahlbögen tragen künftig die vier Bahngleise. Die Konstruktion erreicht eine Höhe von mehr als 20 Metern und eine Breite von rund 24 Metern.

Die Deutsche Bahn montiert den Überbau seit 2025 auf der sogenannten Brammerfläche östlich des späteren Standorts. Die Stahlbauteile wurden dort zusammengesetzt und mit aufwendigen Schweißverbindungen verbunden. Nach aktuellen Angaben wiegt das fertige Bauwerk rund 4.200 Tonnen.

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Die Visualisierung zeigt die neue Sternbrücke über der Stresemannstraße in Hamburg. Während der Bauarbeiten wird die Elbchaussee wieder frei und als Ausweichroute genutzt.

Die neue Sternbrücke soll den bisherigen Brückenbau ersetzen. Während des Einhubs im Juli und August dient die Elbchaussee als wichtige Ausweichstrecke für den Verkehr. / © Visualisierung: Ney & Partners / rendertaxi

Für den nun anstehenden Transport durch die Max-Brauer-Allee kommen selbstfahrende Modulfahrzeuge zum Einsatz, die schwere Lasten über viele einzeln steuerbare Achsen bewegen können.

Die Strecke zwischen Montagefläche und Kreuzung ist nur wenige hundert Meter lang. Dennoch erfordert der Transport umfangreiche Vorbereitungen. Arbeiter entfernen unter anderem Straßenlaternen, Ampeln, Schilder, Poller, Fahrradbügel und weitere Einrichtungen. Anschließend gleichen sie die Fahrbahn mit Verfüllmaterial aus und verlegen Stahlplatten, damit sich das Gewicht gleichmäßig verteilt. Auch Teile des Dachs und der Beschilderung einer Tankstelle am Transportweg müssen zeitweise weichen.

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Bauarbeiter, Kräne und Stahlkonstruktionen sind an den neuen Widerlagern der Sternbrücke in Hamburg neben den weiterhin genutzten Bahngleisen zu sehen.

Bauarbeiter errichten neben den Bahngleisen die neuen Widerlager für die Sternbrücke in Hamburg. Sie nehmen nach dem Transport das rund 108 Meter lange Brückenbauwerk auf. / © Foto: DB InfraGO AG

Alte Sternbrücke wird ab dem 17. Juli abgebrochen

Die eigentliche Bewegung der Brücke soll etwa 15 Stunden dauern. Schwerlasttechnik aus mehreren Ländern wird dafür nach Hamburg gebracht. Ab dem 30. Juli ist der Transport vorgesehen, anschließend soll die Konstruktion auf die neuen Widerlager gesetzt werden. Weil Wetter, Temperaturen und technische Abläufe den Vorgang beeinflussen können, bleiben kurzfristige Änderungen möglich.

Vor dem Einbau muss die bestehende Brücke vollständig verschwinden. Die Deutsche Bahn beginnt den Rückbau am 17. Juli. Gleichzeitig sperrt sie die Verbindungsbahn zwischen Sternschanze und Altona. Die Sperrpause dauert nach einer aktuellen Verlängerung bis einschließlich 30. August 2026. Dann fahren keine S-Bahnen zwischen Sternschanze und Altona. Busse übernehmen den Ersatzverkehr.

Vollsperrung an der Sternbrücke verändert den Verkehr in Hamburg

Auch die Kreuzung Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee bleibt während der Arbeiten für den motorisierten Verkehr gesperrt. Die Stadt führt den Verkehr unter anderem über die Elbchaussee, die Palmaille und die Sankt Pauli Hafenstraße sowie über die Holstenstraße und die Reeperbahn. Eine weitere Ausweichroute verläuft über Fruchtallee, Schäferkampsallee und Edmund-Siemers-Allee. Neun Ampelanlagen erhalten dafür besondere Steuerungsprogramme.

Nach dem Einbau beginnt die technische Ausstattung der neuen Sternbrücke. Dazu gehören Gleise, Oberleitungen und weitere Anlagen für den Bahnbetrieb. Unter der Brücke richtet die Stadt zunächst eine provisorische Straßenführung ein. Erst nach einer verkehrlichen Auswertung und einer weiteren Öffentlichkeitsbeteiligung kann der dauerhafte Umbau des Kreuzungsbereichs beginnen. Nach aktuellem Planungsstand ist dies frühestens ab dem Frühjahr 2028 möglich.

Sternbrücke

Quellen: Deutsche Bahn, DB InfraGO, Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, NDR

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