Die Berliner Tangentialverbindung Ost (TVO), eine lange geplante Schnellstraße zur Verkehrsentlastung im Osten der Hauptstadt, steckt weiter in der Planung fest. Aus einer schriftlichen Anfrage im Abgeordnetenhaus gehen nun aktuelle Informationen zum Stand der Verfahren, Kostenfragen und Zeitpläne hervor.

Die geplante TVO soll künftig vor allem die Köpenicker Straße entlasten und den Durchgangsverkehr bündeln. Das Projekt kommt seit Jahren jedoch nur schleppend voran. / © Foto: Wikimedia Commons, A.Savin, CC BY-SA 3.0
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© Visualisierung Titelbild: Kolb und Ripke Gesellschaft von Architekten mbH
Die TVO gehört zu den seit Jahrzehnten diskutierten Verkehrsprojekten Berlins. Sie soll eine vierspurige Schnellstraße im Südosten schaffen, um Durchgangsverkehr aus Wohngebieten in Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick herauszuhalten. In der Umsetzung ist das Vorhaben bislang jedoch nur schleppend vorangekommen.
TVO steckt in der Planung fest: Erörterungstermin noch nicht absehbar
Der Antrag auf Planfeststellung wurde bereits Ende 2023 eingereicht und im Mai 2024 öffentlich ausgelegt. Wie aus einer jüngsten schriftlichen Anfrage im Abgeordnetenhaus hervorgeht, bearbeitet die zuständige Verkehrsverwaltung derzeit die vielen Eingangseinwendungen und Stellungnahmen der Behörden, um die Unterlagen fortzuschreiben. Ein rechtsgültiger Bescheid, auf dessen Grundlage konkrete Bauplanungen und Ausschreibungen erfolgen könnten, steht aber weiter aus.
Die Senatsverwaltung betont, dass ein Erörterungstermin noch nicht absehbar sei, weil zuvor unter anderem Verkehrsprognosen für 2035 überarbeitet werden müssten. Diese fachdienlichen Gutachten sind gesetzlich vorgeschrieben und könnten zu Änderungen bei Lärm- oder Luftgutachten führen.
Kosten von über 600 Millionen Euro möglich, konkreter Baubeginn noch offen
In der Antwort des Senats heißt es, die derzeitige Kostenschätzung liege bei etwa 351 Millionen Euro. Allerdings sei eine abschließende Ermittlung der Herstellungskosten aufgrund der Baupreisinstabilität gegenwärtig nicht möglich. Für spätere Haushaltsplanungen sei zudem entscheidend, wie das Planfeststellungsverfahren ausgeht.
In Erläuterungen zum Doppelhaushalt für 2026/27 wird unter Verweis auf baupreisbezogene Hochrechnungen eine mögliche Gesamtsumme von bis zu etwa 632 Millionen Euro genannt, ohne dass diese Zahl als verbindliche Budgetvorgabe gilt. Ein konkreter Baubeginn ist nach Angaben der Verkehrsverwaltung „derzeit nicht benennbar“.
Nahverkehrstangente Süd: Perspektiven für ergänzende Verkehrslösungen
Parallel zu den Planungen für die TVO richtet sich der Blick auch auf den Schienenverkehr im Berliner Osten. Die sogenannte Nahverkehrstangente Süd soll die Region besser anbinden. Die Wirtschaftlichkeitsprüfung dazu steht nach Angaben der Verwaltung kurz vor dem Abschluss. Ein Planfeststellungsverfahren sei vor der Wahl im September 2026 allerdings nicht zu erwarten.
Eng verknüpft ist das Projekt mit dem Bahnhof Springpfuhl. Einen zusätzlichen Regionalhalt wird es vorerst jedoch nicht geben. Dieser war, so der Senat, von Anfang an nur in Verbindung mit einer früher geplanten Regionalverkehrslösung vorgesehen. Da das Projekt nun als S-Bahn-Lösung weitergeführt wird und die Flächen am Bahnhof begrenzt sind, passe ein zusätzlicher Halt nicht ins Konzept.
Unabhängig von der langfristigen Verkehrslösung soll der S-Bahnhof Springpfuhl im Rahmen des Berliner Modernisierungsprogramms grundlegend erneuert werden, um zumindest die bestehenden Infrastrukturprobleme kurzfristig zu beheben.
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin Drucksache 19 / 24 747; Drucksache 19 / 24 719, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
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Lieber erstmal die S-Bahntrasse bauen.