Im „Steglitzer Kreisel“ geht die Zwischennutzung weiter. Während der Verkauf und die Zukunft des Hochhauses offen bleiben, werden Flächen für Kultur, Bewegung und Begegnung genutzt.
Steglitzer Kreisel
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Der „Steglitzer Kreisel“ bleibt eines der sichtbarsten Problemgebäude Berlins. Während die Zukunft des Hochhauses weiter ungeklärt ist, läuft die Zwischennutzung im Sockelbau weiter. Die Initiative „Zeit ist knapp“ nutzt die frühere Globetrotter-Fläche für Kultur-, Bewegungs- und Begegnungsangebote. Doch die Nutzung bleibt an die weitere Entwicklung des Standorts gebunden.
- Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
- Adresse: Schloßstraße 82/83, 12165 Berlin-Steglitz
- Eigentümerin: Adler Group
- Geplant waren: rund 330 Eigentumswohnungen
- Status: Stillstand, Zukunft offen
- Aktuelle Nutzung: temporäre Kultur-, Sport- und Begegnungsangebote
Der „Steglitzer Kreisel“ steht seit Jahren für Stillstand in der Berliner Stadtentwicklung. Das Hochhaus an der Schloßstraße sollte nach der Sanierung zu einem Wohnturm mit rund 330 Eigentumswohnungen werden. Anfang 2026 wurde jedoch bekannt, dass die Adler Group Wohnungskäufer zum Rücktritt von bestehenden Verträgen bewegen wollte. Wie es mit dem Projekt weitergeht, bleibt offen.

Der „Steglitzer Kreisel“ in Berlin-Steglitz bleibt trotz Stillstand teilweise genutzt: Im Sockelbau läuft die Zwischennutzung von ZIK weiter. / © Foto: IMAGO / Frank Sorge
Zwischennutzung hält Fläche im „Steglitzer Kreisel“ offen
Parallel dazu läuft im Sockelbau eine Zwischennutzung. Die Initiative „Zeit ist knapp“ nutzt die frühere Globetrotter-Fläche für Sport, Kultur und Begegnung. Dort fanden bereits Rollschuhangebote, Boxtraining, Tanzformate, Ausstellungen, Reparaturangebote und Kinderprogramme statt.
Im Kontext von Stadtentwicklung und Leerstandsaktivierung wird die Zwischennutzung im „Steglitzer Kreisel“ inzwischen als Beispiel für die temporäre Belebung leerstehender Flächen diskutiert. Fachveranstaltungen zur Stadtentwicklung und Leerstandsaktivierung fanden zuletzt direkt auf den Flächen der Zwischennutzung statt. Dort diskutierten Akteure aus Verwaltung, Wirtschaft und Stadtentwicklung, wie temporäre Nutzungen Leerstand überbrücken und langfristige Entwicklungen vorbereiten können.
„Steglitzer Kreisel“ soll verkauft werden
Und trotzdem: Die Zwischennutzung des „Steglitzer Kreisels“ überbrückt lediglich eine Phase, in der Verkauf, Rückkauf, Umbau oder andere Lösungen weiter offen sind. Die Adler Group verfolgt weiterhin das Ziel, einen Investor für das entkernte Hochhaus zu finden. Erst danach könnte das ursprünglich geplante Bauprojekt wieder anlaufen.
Mit einem Eigentümerwechsel könnte auch der ursprünglich vorgesehene Bau von rund 330 Eigentumswohnungen wieder aufgenommen werden. Offen bleibt allerdings, ob ein Käufer an diesem Konzept festhält oder eine neue Nutzung entwickelt. Nach Angaben der Betreiber erscheint auch eine teilweise Integration der bestehenden Zwischennutzung grundsätzlich denkbar.
„Steglitzer Kreisel“ als Beispiel für Umgang mit Dauerbaustellen
Das Land Berlin prüfte zudem mögliche Optionen für den „Steglitzer Kreisel“. Dazu zählen ein Rückkauf, andere Nutzungen oder neue Konzepte. Finanzsenator Stefan Evers verwies jedoch auf wirtschaftliche Risiken. Ein Ankauf würde nach bisherigen Einschätzungen hohe Kosten verursachen. Hinzu kämen Planung, Genehmigungen, mögliche Bauschäden und der Innenausbau des seit Jahren entkernten Gebäudes.
Der Fall zeigt, wie schwierig der Umgang mit Dauerbaustellen in Berlin bleibt. Für Steglitz hat die Zwischennutzung dennoch eine konkrete Funktion. Sie bringt Leben in eine Fläche, die sonst leer stünde. Gleichzeitig hält sie den „Steglitzer Kreisel“ im öffentlichen Bewusstsein. Die Kinderangebote sind dabei nur ein Teil des Programms.
Quellen: Regionalinkubator Berlin Südwest, ZIK – Zeit ist knapp
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Es ist einfach nur eine Schande, was mit diesem Gebäude passiert. Dilettantisch von A bis Z