Nach der Zwangsschließung des Cafés „Herzstück“ im Hamburger Stavenhagenhaus soll im Herbst 2026 ein neuer gastronomischer Betrieb starten. Politik, Verwaltung und Stadtteilinitiativen haben sich auf ein neues Konzept geeinigt, das Kultur und Gastronomie miteinander verbinden soll.

Das barocke Herrenhaus im Hamburger Stadtteil Groß Borstel ist das älteste erhaltene Gebäude aus dem frühen 18. Jahrhundert. Als einstiger Sommersitz der Bankiersfamilie Berenberg-Gossler war es ein gesellschaftlicher Treffpunkt, bekannt für rauschende Feste, prominente Gäste und exotische Gewächshäuser. Noch heute zeugen Reste der historischen Parkanlage von seiner bewegten Geschichte. / © Foto: Wikimedia Commons, hh oldman, CC BY 3.0
© Fotos: Wikimedia Commons, hh oldman, CC BY 3.0
Das denkmalgeschützte Stavenhagenhaus im Hamburger Stadtteil Groß Borstel steht seit Anfang 2024 ohne gastronomisches Angebot da. Damals musste das neu eröffnete Café „Herzstück“ aufgrund einer erfolgreichen Nachbarschaftsklage gegen die Nutzungsform seinen Betrieb einstellen.
Seither haben sich der Kommunalverein Groß Borstel und weitere zivilgesellschaftliche Akteure für eine Wiedereröffnung eingesetzt. Nun zeichnet sich eine Lösung ab: Eine Änderung der baurechtlichen Nutzung könnte einen Cafébetrieb unter Auflagen wieder ermöglichen, wie das Hamburger Abendblatt berichtet.
Neue Nutzungsregelung erlaubt Café-Betrieb mit Auflagen im Stavenhagenhaus
Im Zentrum des neuen Kompromisses steht ein Antrag des Bezirksamts Hamburg-Nord auf bauordnungsrechtliche Nutzungsänderung. Laut Entwurf darf ein Café künftig täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet sein, bei kulturellen Veranstaltungen auch bis 22 Uhr im Innenbereich. Die Außengastronomie wird auf rund 50 Plätze begrenzt.
Darüber hinaus dürfen die Räumlichkeiten nicht für private Feiern vermietet werden. Gastronomie und Kulturbetrieb sollen eng verzahnt werden, um die besondere Rolle des Hauses als öffentliches Kulturzentrum zu wahren.
RISE-Förderung: Weiterentwicklung des denkmalgeschützten Gebäudes Stavenhagenhaus geplant
Das Stavenhagenhaus dient seit Jahrzehnten als Stadtteilzentrum und Ort für kulturelle Veranstaltungen. Vereine, Initiativen und das Standesamt nutzen die Räume regelmäßig. Der Bau stammt ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert und wird vom Bezirksamt Hamburg-Nord verwaltet.
Im Rahmen des RISE-Förderprogramms soll das Gebäude in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden. Geplant sind unter anderem der Einbau eines Aufzugs sowie eines Fluchttreppenhauses. Ziel ist es, das Haus dauerhaft als offenen Treffpunkt im Stadtteil zu etablieren.
Politische Einigung ermöglicht Neustart: Eröffnung des Cafés für 2026 vorgesehen
Die neue Regelung ist laut Hamburger Abendblatt auch eine Reaktion auf vorherige Fehlentscheidungen. Mehrere Fraktionen im Regionalausschuss kritisierten die mangelhafte Vorbereitung der früheren Cafénutzung. Nach Einschätzung von CDU und FDP sei erst unter der neuen Bezirksamtsleitung eine tragfähige Lösung erarbeitet worden.
Im Juli 2025 wurde der Antrag auf Nutzungsänderung gestellt. Daraufhin soll ein Interessenbekundungsverfahren zur Auswahl eines künftigen Betreibers folgen. Die Eröffnung ist nach Abschluss aller Verträge und baulichen Anpassungen für Herbst 2026 vorgesehen, wie das Hamburger Abendblatt mitteilt.
Zwischen Zuversicht und Abwarten: Wann das neue Café im Stavenhagenhaus Wirklichkeit werden könnte
Der politische Wille zur Caféwiedereröffnung ist deutlich formuliert. Vertreterinnen und Vertreter von SPD, CDU und FDP sehen in dem Projekt eine Chance, das Stavenhagenhaus als Ort der Begegnung zu stärken. Gleichzeitig betonen sie die Notwendigkeit eines rechtssicheren und rücksichtsvollen Betriebs.
Ob das Projekt wie geplant realisiert werden kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Entscheidung über die Nutzungsänderung wird für November erwartet. Danach könnten konkrete Planungen beginnen.
Quellen: Hamburg.de, Hamburger Abendblatt, Gross Borstel
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