Nach der Eröffnung des neuen A100-Abschnitts am Treptower Park kommt es in Friedrichshain und Treptow weiterhin zu Staus. Der Senat kündigt kurzfristige Maßnahmen an, um die Elsenstraße zu entlasten, während Anwohnerinnen und Anwohner sowie Politikerinnen und Politiker unterschiedliche Lösungen diskutieren. Jetzt sollen Busse durch neue Sonderfahrstreifen künftig weniger Verzögerungen erfahren.

Künftig soll die Elsenstraße den Verkehr auf der A100 entlasten. Ein Bussonderfahrstreifen von Am Treptower Park bis zur Puschkinallee wird eingerichtet, der Verkehr von der A100-Abfahrt auf zwei Spuren gelenkt und der Linksabbieger vom Markgrafendamm nach Alt-Stralau gesperrt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität kündigt kurzfristige Maßnahmen an, um die Elsenstraße zu entlasten. Geplant ist, den Verkehr von der Autobahnabfahrt A100 künftig nur noch auf zwei der bisherigen drei Fahrstreifen zu leiten. So entsteht Platz für einen Bussonderfahrstreifen zwischen „Am Treptower Park“ und der Puschkinallee. Ergänzend wird der Linksabbiegefahrstreifen vom Markgrafendamm nach Alt-Stralau an der Kreuzung Elsenbrücke gesperrt. Die Maßnahmen sollen zeitnah umgesetzt werden.
Die Anpassungen richten sich nicht nur an den Individualverkehr. Die BVG beobachtet die Situation kontinuierlich. Verspätungen auf den Linien M43 und 194 werden bei Bedarf durch flexible Fahrpläne ausgeglichen. Die Busse können den größten Teil des Staus auf der Elsenstraße umgehen, kleinere Verzögerungen bleiben auf einem kurzen Abschnitt von rund 150 Metern bestehen.
Bauarbeiten und Engpässe prägen den Verkehr an der Elsenbrücke in Friedrichshain und Treptow
Die Verkehrslage in Friedrichshain und Treptow ist komplex. Engpässe entstehen vor allem durch Bauarbeiten an der Elsenbrücke, die seit 2018 wegen Rissen im Beton instabil ist. Die Interimsbrücke ist derzeit in beide Richtungen nur einspurig befahrbar. Auch der Markgrafendamm ist wegen Bauarbeiten nur einspurig nutzbar. Daraus resultieren Rückstaus, die bis zum Ostkreuz reichen.
Die neue A100-Abfahrt verstärkt die Lage nur geringfügig. Beobachtungen zeigen, dass vergleichsweise wenige Fahrzeuge direkt von der Stadtautobahn in die Elsenstraße fließen. Die Hauptursache für die Staus bleibt daher die Kombination aus Bauarbeiten, eingeschränkten Ausweichmöglichkeiten und der einspurigen Brücke.
Politische Debatte um A100-Abfahrt in Treptow: Linke fordert Sperrung, Senat setzt auf schrittweise Anpassungen
Die Linke fordert eine temporäre Sperrung des neuen A100-Abschnitts bis zur Fertigstellung der Elsenbrücke. Sie sieht im Teilstück eine Ursache für das Verkehrschaos in den angrenzenden Kiezen und kritisiert, dass Warnungen vor der Eröffnung ignoriert wurden. Auch Teile von SPD und Grünen sprechen sich für eine Schließung aus, um die Mobilität von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie die Funktionsfähigkeit des ÖPNV zu sichern.
Vertreterinnen und Vertreter der CDU warnen vor voreiligen Entscheidungen. Verkehrspolitiker betonen, dass sich ähnliche Situationen in der Vergangenheit nach einigen Wochen beruhigt hätten. Senatorin Ute Bonde kündigt schrittweise Anpassungen an und lehnt eine sofortige Sperrung der Abfahrt ab. Die Verwaltung prüft, welche Maßnahmen sich im laufenden Betrieb bewähren.
Elsenbrücke in Treptow: Baufortschritt, Ampelanpassungen und Auswirkungen auf Verkehr bis 2028
Der westliche Überbau der Elsenbrücke sollte ursprünglich im September 2025 fertiggestellt werden, nun ist Mitte Oktober geplant. Mit der neuen Brücke werden künftig drei Spuren pro Richtung zur Verfügung stehen. Die vollständige Fertigstellung des Bauwerks ist für 2028 vorgesehen. Fachleute betonen, dass auch Ampelschaltungen angepasst werden müssen, um den Verkehr besser zu steuern.
Bis dahin bleibt die Situation in Friedrichshain und Treptow angespannt. Die Senatsmaßnahmen sollen kurzfristig Entlastung schaffen, während die politische Diskussion über die A100-Verlängerung weitergeht. Der Busverkehr profitiert bereits jetzt von der geplanten Busspur, der Individualverkehr bleibt jedoch anfällig für Verzögerungen.
Quellen: Berliner Morgenpost, Aktionsbündnis A100 stoppen, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Autobahn GmbH des Bundes, rbb, Autobahn GmbH des Bundes, Tagesspiegel
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