Auf dem Gelände des früheren DDR-Sporthotels in Hohenschönhausen sollen rund 570 Wohnungen und ein Hochhaus entstehen. Eine aktuelle Senatsantwort nennt neue Details zu Geschossen, Gewerbe, Stellplätzen und dem laufenden Bebauungsplanverfahren.

Das Bild zeigt die stark beschädigte Fassade des ehemaligen DDR-Sporthotels in Hohenschönhausen mit zahlreichen Graffiti, zerbrochenen Fenstern und hohem Bewuchs.

Zerstörte Fenster, Graffiti und verwilderte Außenflächen prägen das Gelände des früheren DDR-Sporthotels. Der Gebäudekomplex soll einem neuen Wohnquartier in Hohenschönhausen weichen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Am früheren DDR-Sporthotel in Hohenschönhausen nimmt die Planung für ein neues Stadtquartier konkretere Formen an. Eine aktuelle Antwort des Berliner Senats nennt erstmals zahlreiche Einzelheiten zur möglichen Bebauung. Sie zeigt zugleich, wie viele Fragen vor dem Abriss der Ruine und dem Beginn der Bauarbeiten noch geklärt werden müssen.

  • Bezirk: Lichtenberg
  • Adresse: Weißenseer Weg 51–53 / Ecke Konrad-Wolf-Straße
  • Projektstatus: Bebauungsplanverfahren läuft
  • Geplante Wohnungen: rund 570 nach aktuellem Planungsstand
  • Gebäudehöhen: fünf bis sieben Vollgeschosse, Staffelgeschosse möglich
  • Hochhaus: Punkthochhaus mit bis zu 16 Vollgeschossen
  • Weitere Nutzungen: Einzelhandel, Gewerbe, soziale und kulturelle Angebote

Das Grundstück an der Ecke Weißenseer Weg und Konrad-Wolf-Straße gehört seit Jahren zu den auffälligsten Brachen in Hohenschönhausen. Das ehemalige Sporthotel und das angeschlossene Kongresszentrum stehen leer und verfallen.

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Das Bild zeigt einen Gebäudeteil des DDR-Sporthotels in Hohenschönhausen mit fehlenden Fensterscheiben, beschädigten Fassadenelementen, Graffiti und dichter Vegetation.

Der Zustand des ehemaligen DDR-Sporthotels zeigt den fortschreitenden Verfall des Gebäudes. Die aktuellen Planungen sehen an diesem Standort Wohnungen, Gewerbeflächen und ein Hochhaus vor. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

DDR-Sporthotel soll Hochhaus weichen

Nun soll an dieser städtebaulich markanten Stelle gegenüber dem Sportforum ein gemischtes Quartier entstehen. Der aktuelle Entwurf sieht mehrere Gebäude mit fünf bis sieben Vollgeschossen vor. Zusätzlich können Staffelgeschosse entstehen.

Besonders prägend könnte ein Punkthochhaus werden, das der Bezirk im Kreuzungsbereich mit bis zu 16 Vollgeschossen vorsieht. Damit würde das Projekt deutlich über die übrige Bebauung des Quartiers hinausragen und den Eingang nach Alt-Hohenschönhausen neu markieren. Allerdings handelt es sich weiterhin um einen städtebaulichen Entwurf innerhalb des Bebauungsplanverfahrens und noch nicht um ein genehmigtes Bauvorhaben.

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Das Bild zeigt das verlassene DDR-Sporthotel in Hohenschönhausen mit eingeschlagenen Fenstern, Graffiti und überwucherten Freiflächen vor dem Gebäude.

Das ehemalige DDR-Sporthotel in Hohenschönhausen steht seit Jahren leer und verfällt. Auf dem Gelände am Weißenseer Weg sollen rund 570 Wohnungen und ein bis zu 16-geschossiges Hochhaus entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

DDR-Sporthotel in Hohenschönhausen: Aktuelle Planung nennt 570 Wohnungen

Eine wesentliche Veränderung betrifft die Zahl der geplanten Wohnungen. LABORGH Investment und Periskop Development hatten im Mai 2026 noch von rund 700 bezahlbaren Wohneinheiten auf dem Gelände des ehemaligen Sporthotels gesprochen. Die aktuelle Senatsantwort vom 14. Juli 2026 nennt dagegen rund 570 Wohnungen. Diese Zahl beruht auf dem gegenwärtigen Stand des Bebauungsplans. Die öffentlich genannten 700 Wohnungen des Projektentwicklers und die amtlich berechneten 570 Einheiten stehen damit vorerst nebeneinander.

Insgesamt soll das Quartier eine Geschossfläche von etwa 71.200 Quadratmetern erhalten. Der Wohnanteil soll nach Angaben der Projektbeteiligten rund 80 Prozent betragen. Bis zu 20 Prozent der Geschossflächen können nach dem aktuellen Stand für Gewerbe, soziale, kulturelle und weitere Nutzungen vorgesehen werden.

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Zu den Planungen gehört außerdem ein großflächiger Einzelhandelsbetrieb für die Nahversorgung. LABORGH hatte darüber hinaus kleinteiligen Einzelhandel, eine Kita, medizinische Angebote sowie Bildungs- und Quartiersnutzungen angekündigt.

Die Visualisierung zeigt die geplante Neubebauung am ehemaligen DDR-Sporthotel in Hohenschönhausen mit mehreren Wohngebäuden, begrünten Freiflächen und einem bis zu 16-geschossigen Hochhaus.

Die Visualisierung zeigt das geplante Quartier auf dem Gelände des ehemaligen DDR-Sporthotels in Hohenschönhausen. Nach aktuellem Stand sind fünf- bis siebengeschossige Gebäude sowie ein Punkthochhaus mit bis zu 16 Vollgeschossen vorgesehen. / © Visualisierung: Periskop Development GmbH

Hochhaus und Quartiersgarage am Weißenseer Weg

Neben den Wohngebäuden soll eine öffentliche Grünfläche mit einem Spielplatz entstehen. Der Bebauungsplan soll das Areal als urbanes Gebiet festsetzen. Diese Gebietskategorie ermöglicht eine enge Mischung aus Wohnen, Gewerbe und weiteren Nutzungen. Arztpraxen wären dort planungsrechtlich grundsätzlich zulässig. Eine Verpflichtung, tatsächlich medizinische Einrichtungen anzusiedeln, kann der Bebauungsplan nach Angaben des Bezirks jedoch nicht festschreiben.

Auch für den ruhenden Verkehr liegt inzwischen eine Größenordnung vor. Geplant ist eine Quartiersgarage mit etwa 280 bis 320 Stellplätzen. Erste Untersuchungen halten zusätzlich bis zu 50 oberirdische Stellplätze für möglich. Diese Werte stehen noch nicht endgültig fest. Die zuständigen Fachämter prüfen sie während der Beteiligung der Behörden und können Änderungen verlangen. Fahrradstellplätze müssen nach der Berliner Bauordnung ebenfalls entstehen und sollen in das Freiraumkonzept einbezogen werden.

Offene Verkehrsfragen rund um Neubau am DDR-Sporthotel

Die Verkehrsfrage reicht allerdings über das Grundstück hinaus. Direkt vor dem geplanten Quartier liegt der stark belastete Knotenpunkt aus Weißenseer Weg, Konrad-Wolf-Straße und Hohenschönhauser Straße. Für dessen Umbau existiert zwar eine Vorentwurfsplanung, doch ein Zeitplan fehlt weiterhin.

Nach Angaben des Landes bremsen fehlende finanzielle und personelle Kapazitäten die weitere Bearbeitung. Damit bleibt offen, ob die Verkehrsinfrastruktur parallel zum neuen Wohnquartier verbessert werden kann. Mehr zu diesem Zusammenhang zeigt der ENTWICKLUNGSSTADT-Beitrag über die weiterhin offene Planung für das Hohenschönhauser Tor.

Das Bild zeigt den Knotenpunkt am Hohenschönhauser Tor mit der Konrad-Wolf-Straße und dem Weißenseer Weg. Die Kreuzung soll künftig umgebaut werden, ein Termin für den Baustart steht jedoch noch nicht fest.

Der Knotenpunkt am Hohenschönhauser Tor mit der Konrad-Wolf-Straße und dem Weißenseer Weg. Für den Umbau der stark belasteten Kreuzung gibt es weiterhin keinen Zeitplan. / © Foto: Wikimedia Commons Angela M. Arnold (=44penguins), CC BY-SA 3.0

Bebauungsplan 11-9a: Baubeginn am DDR-Sporthotel bleibt offen

Bevor auf dem Gelände des DDR-Sporthotels gebaut werden kann, muss der Bebauungsplan 11-9a nun noch weitere Verfahrensschritte durchlaufen. Der Bezirk bereitet derzeit die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange nach Paragraf 4 Absatz 2 des Baugesetzbuchs vor. Dabei prüfen unter anderem Verkehrs-, Umwelt-, Schul- und Sozialbehörden die Planung.

Danach folgen regulär die öffentliche Auslegung, die rechtliche Prüfung, die Beschlussfassung durch die Bezirksverordnetenversammlung und schließlich die Festsetzung des Bebauungsplans. Erst auf dieser Grundlage kann ein konkreter Bauantrag gestellt werden. Eine verbindliche Zeitschiene bis zum Abschluss des Verfahrens nennt die Verwaltung nicht.

LABORGH hatte nach dem Erwerb des Grundstücks erklärt, einen Baustart ab 2027 anzustreben. Der Bebauungsplan sieht den vollständigen Rückbau des ehemaligen Sporthotels und des früheren Kongresszentrums vor. Für eine Erinnerung an die Geschichte des Gebäudekomplexes enthält die städtebauliche Planung bislang keine Regelung. Damit ist derzeit weder ein Erhalt von Gebäudeteilen noch ein Gedenk- oder Informationsort verbindlich vorgesehen.

DDR-Sporthotel

 

Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus von Berlin, Drucksache 19/26561, Bezirksamt Lichtenberg, LABORGH Investment GmbH, Periskop Development GmbH, Tagesspiegel

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8 Kommentare

  1. Mario 23. Juli 2026 at 13:21 - Reply

    Wird Zeit das da mal was passiert. Als Kind und Jugendlicher bin ich im Sportforum Rennrad gefahren. Und die Anlage war vor 30 Jahren schon baufällig.
    Eigentlich traurig das es in einer Stadt wie Berlin so elendig lange dauert bis solche Ruinen verschwinden.
    Ähnlich tragisch ist ja das Thema rund um das ehemalige Kinder Krankenhaus Weißensee. Wäre mal interessant zu hören wie es da weitergeht.

  2. peter 23. Juli 2026 at 14:04 - Reply

    Es ist eine SCHANDE(!!!) wie sich ein Objekt solange sich selbst überlassen bleibt, bis es abgerissen werden muss.

    ist ja kein Einzelfall.

    Es wäre genau das Richtige hier ein Sporthotel (wieder) zu haben inkl. Tagungsräumen etc.

    Aber das ist ja kein (kurzfristiger) Profit.
    Wer soll den darin wohnen? Leute die sich dann über den Sport auf dem Gelände beschweren und Erfolg bekommen??

    In meinen Augen gehört sowas, ein Sporthotel, zu einem Leistungssportstützpunkt dazu. PUNKT.

    Aber Berlin ist ja bekannt dafür, dass Sport nicht so richtig gefördert wird, wenn dann nur halbherzig oder eine bestimmte Sportart und nicht so richtig zuende gedacht.

    Ein ganz großes Reizthema ist die Parkplatzsituation, welche jetzt schon dramatisch ist. Nicht jeder der dort Sport macht, hat eine (wenn überhaupt) ausreichende ÖPNV-Anbindung. Bzw… wann fängt Leistungssport an? im Kindergartenalter.
    Die Wege sind teils lang…
    Ist schwer vorstellbar bei manchen, ich weiß…

    Evtl könnte man daraus wenigstens „Sonderwohnungen“ für dort trainierende Sportler machen?!? Natürlich zu vernünftigen Selbstkostenpreisen…

    Schön wäre es…

  3. Roman 23. Juli 2026 at 16:40 - Reply

    Na hoffentlich nicht! Ein hässliches Hochhaus nimmt die Aussicht gegenüber und normal arbeitende Menschen kommen eh nicht rein! Macht die Ruine platt und legt einen netten Park an.

  4. Xenia Brühl 23. Juli 2026 at 16:43 - Reply

    Sehr schön, wenn dieser hässliche Schandfleck endlich verschwindet!

    Die geplante Neubebauung fügt sich meiner Meinung nach sehr gut in das bestehende Umfeld ein.

    Vielleicht könnte ein neues Sporthotel im Abschnitt aller Wohngebäude, der direkt an das Sportforum grenzt, mit integriert werden. Dadurch würde dieses Hotel als Lärmschutzwand zwischen dem Sportforum und der geplanten Wohnbebauung agieren können – und, die zukünftig dort Lebenden langfristig zufriedenstellen, weil sie trotz des unmittelbar benachbarten Sportforums eine ruhige Wohnung haben!

  5. Pegrov Ulganova 23. Juli 2026 at 17:24 - Reply

    Nein! Das ist das FALSCHE SIGNAL. Dieses Gebäude sollte so wie es steht für immer als Denkmal für die Opfer der DDR Diktatur stehen bleiben, und nicht Investoren Millionengewinne bescheren!

    Gewinn: Nein, danke!

  6. Charlotte Hempel 24. Juli 2026 at 13:07 - Reply

    Dieses Gelände haben sich Immobilienhaie gleich nach der Wende unter den Nagel gerissen. Zu Spekulationszwecken. Hat doch geklappt. Das schöne Hotel hat man verkommen lassen, das Gelände konnte mit hoher Rendite verkauft werden.
    Nun soll mal wieder angeblich etwas passieren. Hätte, könnte, solle. Was sagt eigentlich der Bezirk Lichtenberg dazu?

  7. Ulrich Schmidt 24. Juli 2026 at 19:15 - Reply

    Was soll man dazu sagen? Erst verrotten lassen. Dann nur Quadratmeter schaffen zum Vermieten. Kapitalismus. Brauchen wir nicht.

  8. Ulrike 29. Juli 2026 at 11:55 - Reply

    Wohnungen sind wichtig und richtig, aber die Infrastruktur an der Ecke ist völlig überlastet. Die Tram im 5min Tackt ist mehr als voll, die Einkaufsmöglichkeiten mit Rewe und Netto begrenzt. Ärzte komplett ausgelastet, Kindergärten, Schulen und weiterführende Schulen zu wenig… wie soll das denn gelöst werden ?

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