Nach mehr als einem Jahrzehnt Planung nimmt eines der größten Wohnungsbauprojekte Berlins konkrete Formen an. Mit der Ausschreibung der Erschließung beginnt in Lichterfelde Süd die Umsetzung des neuen Quartiers „Neulichterfelde“. Auf dem Areal sollen bis 2035 rund 2.700 Wohnungen entstehen.

Die Grafik zeigt den städtebaulichen Entwurf des künftigen Quartiers mit Wohngebäuden, Grünflächen und öffentlichen Einrichtungen.

Der Rahmenplan für Neulichterfelde veranschaulicht die geplanten Wohnquartiere sowie die vorgesehenen Infrastruktureinrichtungen. Neben mehreren Baufeldern sind unter anderem drei Kindertagesstätten, eine Schule mit Sportanlagen, ein Stadtplatz und die erhaltene Lichterfelder Weidelandschaft vorgesehen. / © Visualisierung: degewo mit WÖHR + BAUER

© Titelbild: degewo mit WÖHR + BAUER

ANZEIGE

Noch ist das Gelände in Lichterfelde Süd geprägt von Weite, Grün und offener Landschaft – doch das wird sich in den kommenden Jahren grundlegend ändern. Mit dem offiziellen Start der Ausschreibung zur Erschließung beginnt nun die konkrete Umsetzung eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Berlins. Auf rund 36 Hektar entsteht das neue Quartier „Neulichterfelde“ mit etwa 2.700 Wohnungen, ergänzt durch Schulen, Kitas, Grünflächen und ein lebendiges Zentrum am S-Bahnhof.

Die Entwicklung des Projekts reicht bereits viele Jahre zurück. Nach Angaben der Projektbeteiligten liegen rund 14 Jahre Planung hinter dem Vorhaben. Mit der Festsetzung des Bebauungsplans im Jahr 2024 wurde die planungsrechtliche Grundlage geschaffen.

Projektübergabe in Lichterfelde Süd: degewo und WÖHR + BAUER übernehmen die Umsetzung

Zum Auftakt der Realisierungsphase übergab die Groth Gruppe nun symbolisch eine Planrolle an das Joint Venture aus degewo und WÖHR + BAUER. Die Übergabe stand sinnbildlich für den Wechsel von der Entwicklungsphase in die praktische Umsetzung. Die Groth Gruppe hatte das Projekt über viele Jahre vorangetrieben und bleibt weiterhin an der Quartiersentwicklung beteiligt.

ANZEIGE

Künftig übernimmt das Joint Venture die Entwicklung des Areals. Nach Angaben der Beteiligten läuft bereits die Planung für die ersten Baufelder. Die Bauanträge sollen noch im Herbst eingereicht werden. Ziel ist es, bereits im Laufe dieses Jahres mit ersten Baumaßnahmen zu beginnen.

Vertreter von Senat, Bezirk und Projektpartnern präsentieren bei einem Termin auf dem Baugelände den Plan für das neue Quartier Neulichterfelde.

Mit der symbolischen Übergabe der Planrolle an degewo und WÖHR + BAUER beginnt die nächste Phase der Quartiersentwicklung in Lichterfelde Süd. Nach rund 14 Jahren Planung startet nun die konkrete Umsetzung eines der größten Wohnungsbauprojekte Berlins. / © Foto: degewo mit WÖHR + BAUER

Wohnungsbau in Neulichterfelde: 2.700 Wohnungen und neue Infrastruktur

Im neuen Quartier sollen insgesamt rund 2.700 Wohneinheiten entstehen. Mehr als 1.000 Wohnungen werden von degewo für den eigenen Bestand errichtet, wobei über die Hälfte gefördert werden soll. Weitere Wohnungen entstehen im Joint Venture mit WÖHR + BAUER sowie durch die Groth Gruppe, die rund 420 Reihenhäuser plant.

ANZEIGE

Ergänzt wird das Wohnangebot durch zahlreiche Einrichtungen für den Alltag. Vorgesehen sind ein zentraler Stadtplatz am S-Bahnhof Lichterfelde Süd, Geschäfte zur Nahversorgung, Büros und Arztpraxen. Darüber hinaus sind drei Kindertagesstätten sowie eine Schule mit Sporthalle und Sportflächen geplant. Nach Angaben der Projektpartner soll so Wohnraum für mehr als 5.000 Menschen entstehen.

Naturschutz in Lichterfelde Süd: Weidelandschaft bleibt erhalten

Neben dem Wohnungsbau spielt auch der Freiraum eine wichtige Rolle. Rund 61 Hektar des Gesamtareals bleiben als Lichterfelder Weidelandschaft erhalten. Damit bleibt ein bedeutender Naturraum im Berliner Südwesten dauerhaft bestehen.

Die Projektpartner sehen darin eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung des neuen Quartiers. Bis 2035 soll auf der bisher weitgehend unbebauten Fläche Schritt für Schritt ein neuer Stadtteil entstehen, der Wohnen, soziale Infrastruktur und Freiräume miteinander verbindet.

ANZEIGE

Quellen: degewo, GROTH GRUPPE, WÖHR + BAUER, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

3 Kommentare

  1. Suppe 4. Juni 2026 at 00:33 - Reply

    Nicht schlecht, aber wenn man bedenkt, dass man Reihenhäuser baut, ein Großteil der Flächte nicht bebaut wird und man auch in der Höhe sehr niedrig bleibt, fragt man sich schon, ob der Wohnraummangel noch nicht bei der Planung angekommen ist.

  2. MaRo 6. Juni 2026 at 11:46 - Reply

    Hallo Suppe! Es müssen doch nicht überall Wolkenkratzer hingesetzt werden. Wir sind hier am äußersten Stadtrand und sind froh, dass den zukünftigen Bewohnern auch Erholungsräume zur Verfügung stehen werden. Der Weg zum jetzigen Planungszustand war natürlich sehr steinig, es hätte alles viel reibungdloser gehen können, dann würde es jetzt schon einige Neulichterfelder Bürger geben..,

  3. MaitreLio 8. Juni 2026 at 13:33 - Reply

    Ist ja toll, dass man 14 Jahre braucht um eine Siedlung bauen zu dürfen. Das der Investor die lange Zeit durchgehalten hat ist erstaunlich.
    Aber von der Anbindung der neuen Großsiedlung hört man wenig. Wird die S25/26 dann mit Vollzügen (8 Wagen) bedient? Im Berufsverkehr ist die jetzt schon Rappel voll. Was ist mit dem zweigleisigen Ausbau zwischen Südende und vor Lio? Dieses Nadelöhr für den stabilen Betriebsablauf wird weiter vertagt.
    Die Osdorfer Straße muss grundinstandgesetzt werden. Man glaubt doch wohl nicht, dass in die Siedlung nur Radfahrer ziehen oder alle Home-Office machen. Autos werden uns weiter beschäftigen. Auch vom Nadelöhr Ostpreußendamm hört man nichts.
    Die DDR könnte noch Großsiedlungen planen. Mit ihrem Entstehen war der ÖPNV ausgebaut und Straßenanbindungen ebenfalls. Heute bauen wir irgendwann einmal und dann wird der 186er und 284er Bus auf E-Betrieb umgestellt und das war es.
    Es wird ein nettes Verkehrschaos. Ist man in Berlin ja gewohnt.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.