In Bockenheim wächst eines der ambitioniertesten Kulturprojekte Frankfurts heran. Mit der Zwischennutzung der ehemaligen Dondorf-Druckerei nimmt der Kulturcampus erstmals sichtbar Gestalt an.

Foto der Dondorf Druckerei in Bockenheim

Das ehemalige Gebäude der Dondorf Druckerei in Bockenheim soll künftig Teil des Kulturcampus werden. Um eine kulturelle Nutzung zu erproben, zog im September 2025 bereits übergangsweise die Schirn Kunsthalle ein. / © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2025, Foto Bernd Güßbacher

© Titelbild: Wikimedia Commons, Karsten Ratzke, CC0

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Frankfurt beschäftigt sich seit Jahren mit einem der größten Kulturprojekte der Stadt: dem Kulturcampus in Bockenheim. Auch die ehemalige Dondorf-Druckerei an der Sophienstraße soll Teil dieses neuen Kulturstandorts werden.

Künftig ist vorgesehen, dass die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in das Gebäude einzieht. Derzeit erprobt eine Zwischennutzung, wie sich die historische Anlage in das Konzept des Kulturcampus integrieren lässt.

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Aktuelle Zwischennutzung: Ehemalige Druckerei dient als Knotenpunkt für Kulturcampus

Eine kulturelle Nutzung ist der ehemaligen Dondorf-Druckerei nicht fremd: Seit Herbst 2025 bespielt  die Schirn Kunsthalle das Gebäude übergangsweise, während ihr eigenes Haus in der Altstadt saniert wird. Parallel dazu haben sich im zweiten Obergeschoss, dem sogenannten 2og:dondorf, verschiedene Initiativen aus Wissenschaft, Kultur und Stadtgesellschaft angesiedelt. Der Bereich versteht sich als offener Ort für Austausch und Zusammenarbeit und soll Akteurinnen und Akteure stärker miteinander vernetzen.

Einen Einblick in die aktuelle Nutzung bot ein Tag der offenen Tür am 21. März 2026. Zu den beteiligten Initiativen zählen unter anderem das Institut für Sozialforschung, der Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945, die Freunde Bockenheims e.V. sowie die Initiative Dondorf-Druckerei (IDD). Räumlich gliedert sich das Konzept in Arbeitsbereiche für die Initiativen im hinteren Teil sowie einen offenen Gemeinschaftsbereich im vorderen Bereich, der als Treffpunkt und Ort zum Austausch dient.

Kulturcampus Kick-Off in der Dondorf-Druckerei: Eine positive Dynamik für ganz Bockenheim

Die Geschichte der Dondorf-Druckerei reicht bis ins Jahr 1873 zurück, als der Verleger B. Dondorf die Anlage auf einem rund 6.000 Quadratmeter großen Grundstück errichten ließ. Bis heute prägt ein markanter Schornstein das Gebäude und erinnert an die industrielle Vergangenheit. Vor der aktuellen Nutzung wurde das Gebäude von Schadstoffen befreit und für rund 4,5 Millionen Euro saniert. Dabei entstanden auch neue Ausstellungsflächen. Perspektivisch ist zudem ein verbindender Neubau geplant, der die Dondorf-Druckerei mit weiteren Teilen des Kulturcampus verknüpfen soll.

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Kulturdezernentin Ina Hartwig sieht in der Zwischennutzung einen wichtigen Schritt: Die Bespielung habe bereits begonnen und zeige, wie aus leerstehenden Räumen lebendige Orte für Kultur entstehen können. Die entstehende Dynamik wirke sich positiv auf Bockenheim und die gesamte Stadt aus.

Baubeginn in vier Jahren: Bockenheimer Kulturcampus soll bis zum Jahr 2035 Realität werden

Die Entwicklung des Kulturcampus ist langfristig angelegt, der Baubeginn erfolgt voraussichtlich im Jahr 2030. In den kommenden Jahren soll das Areal schrittweise zu einem zentralen Standort für Kunst, Wissenschaft und Bildung ausgebaut werden.

Bis etwa 2035 könnte so ein neuer Kulturhotspot entstehen, in dem Institutionen, Initiativen und Stadtgesellschaft eng zusammenwirken und das Quartier nachhaltig prägen. Wie sich das Gebäude der Dondorf-Druckerei in dieses Vorhaben eingliedert, wird sich in Zukunft zeigen.

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Quellen: 2og:dondorf, Stadt Frankfurt

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