Frankfurt Nordwest steht vor einer der größten städtebaulichen Entwicklungen der Stadt. Auf rund 90 Hektar sollen neue Quartiere für 17.000 Menschen entstehen und 5.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Magistrat empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung nun, den Weg für das ambitionierte Projekt freizumachen.

Hier könnte künftig neues Stadtgebiet entstehen: Der „Stadtteil der Quartiere“ soll für rund 17.000 Menschen Zuhause werden, das Konzept wurde nun zum Beschluss an die Stadtverordnetenversammlung weitergegeben. / © Foto: Wikimedia Commons, ivod, CC BY 3.0
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Norbert Nagel, CC BY-SA 3.0
Das Entwicklungsprojekt „Frankfurt Nordwest – Stadtteil der Quartiere“ erreicht einen weiteren entscheidenden Meilenstein. Der Magistrat empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung nun, die notwendige städtebauliche Entwicklungssatzung zu beschließen. Grundlage dieser Empfehlung bildet der Abschlussbericht der vorbereitenden Untersuchungen, die in den vergangenen Monaten durchgeführt wurden.
Mit einem entsprechenden Beschluss könnte das Projekt zügig, priorisiert und mit klarer Zielsetzung weitergeführt werden. Auf rund 90 Hektar Bauland sollen im „Stadtteil der Quartiere“ einzelne Viertel entstehen, die zahlreiche Wohn- und Arbeitsorte schaffen könnten.
6.800 Wohnungen und 5.000 Arbeitsplätze: Magistrat empfiehlt Bauprojekt der Superlative
Die aktuelle Planung sieht vor, dass im Frankfurter Nordwesten ein neuer Stadtteil mit rund 6.800 Wohnungen für etwa 17.000 Menschen entsteht. Zusätzlich sollen rund 5.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Geplant sind vielseitige Quartiere mit Wohn- und Gewerbeflächen, öffentlichen Grünflächen sowie sozialen und kulturellen Angeboten. Schulen, Kitas, Sport- und Freizeitmöglichkeiten sowie zentrale Plätze als Treffpunkte und Mobilitätsknotenpunkte sollen die neuen Viertel prägen.
Das Planungsgebiet wird von der Autobahn A5 durchschnitten, die auch weiterhin als klare Trennlinie wirken soll. Das Areal grenzt an Praunheim, die Nordweststadt, Niederursel sowie an die Orte Oberursel, Steinbach und Eschborn. Für die Entwicklung wurden verschiedene Planungsvarianten erstellt. Die aktuelle Empfehlung des Magistrats bezieht sich auf die vorliegende „Planungsvariante Ost“.
A5 als Trennlinie: „Stadtteil der Quartiere“ soll nicht nur städtisch Bebaut werden
Im stadtnäheren Gebiet östlich der A5 sollen lebendige Quartiere entstehen, die Wohnen, Arbeiten und Freizeitangebote miteinander verknüpfen. Geplant sind Wohn- und Gewerbeflächen, öffentliche Grünbereiche und eine grundlegende Infrastruktur. Ziel ist es, eine nachhaltige Stadtentwicklung umzusetzen, die kurze Wege fördert und den Alltag der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner erleichtert.
Westlich der Autobahn ist keine Bebauung vorgesehen. Stattdessen plant die Stadt gemeinsam mit ansässigen Landwirten eine gemeinschaftliche Landschaftsentwicklung, die Naturraum und regionalen Grünzug erhalten soll. Dadurch sollen klimatische und landwirtschaftliche Interessen berücksichtigt werden, während gleichzeitig auch die angrenzenden Orte Oberursel, Steinbach und Eschborn profitieren.
Infrastruktur im Nordwesten stärken: Bereits vorhandene Anbindung soll weiter ausgebaut werden
Die aktuelle Anbindung des Gebiets ist bereits solide ausgebaut, doch die Stadt plant, die Erreichbarkeit für die neuen Quartier weiter zu verbessern. Ein Schwerpunkt liegt auf einer leistungsfähigen Verkehrsanbindung.
Die geplante Verlängerung der U-Bahn-Linie U7 soll das Quartier direkt anbinden, außerdem wird die Regionaltangente West das Gebiet ans S-Bahn-Netz anschließen und so schnelle Verbindungen in die Innenstadt und die umliegende Region ermöglichen.
Großbauprojekt „Stadtteil der Quartiere“: Konzept „Quartiere im Kreislauf“ könnte Realität werden
Bereits im Dezember 2017 hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, zu prüfen, ob im Frankfurter Nordwesten die Voraussetzungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme gegeben sind. Auf den 550 Hektar des Untersuchungsgebiets wurden dazu rechtliche, städtebauliche und ökologische Aspekte untersucht. Die vorbereitenden Untersuchungen liegen nun als Bericht mit Empfehlung des Magistrats vor und wurden der Stadtverordnetenversammlung übergeben.
Nun bleibt abzuwarten, wie die Stadtverordnetenversammlung entscheidet. Erst danach kann die konkrete Planung starten. Bis zum Baubeginn werden noch einige Jahre vergehen. Die ersten Entwürfe aus dem Jahr 2020 zeigen mögliche Quartiersgestaltungen. Das Konzept „Quartiere im Kreislauf“ der Büros cityförster architecture + urbanism und urbanegestalt wurde zur weiteren Bearbeitung empfohlen.
Frankfurts Nordwesten wächst: „Stadtteil der Quartiere“ soll helfen, Wohnungsmangel zu bekämpfen
Frankfurt braucht weiterhin bezahlbaren Wohnraum. Die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme bietet die Möglichkeit, neue Wohnungen zu schaffen und die erforderliche Infrastruktur von Anfang an mitzuplanen. Mit dem Beschluss kann die konkrete Planung des Stadtteils vorangetrieben werden. Inwieweit das Ziel eingehalten werden kann, ein lebendiges Quartier zu realisieren, das Wohnen, Arbeiten und Grünflächen sinnvoll miteinander verbindet, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.
Quellen: Stadt Frankfurt, Stadtplanungsamt Frankfurt, cityförster architecture + urbanism
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