Das Wasserwerk Johannisthal soll ab 2036 reaktiviert werden. Neue Angaben des Berliner Senats zeigen, welche Fördermenge geplant ist und welche offenen Fragen das „Stadtquartier Späthsfelde“ für Grundwasser, Wasserschutz und Umwelt aufwirft.

Die Visualisierung zeigt den städtebaulichen Entwurf für das Stadtquartier Späthsfelde mit Wohnquartieren, Gewerbeflächen, Grünzügen, Baumschule, Arboretum sowie den geplanten Verkehrsverbindungen im Umfeld des Wasserwerks Johannisthal.

Das geplante „Stadtquartier Späthsfelde“ soll nach dem Leitbild „Kompakter Kiez im Grünen“ entstehen. Die Visualisierung zeigt die geplanten Wohn- und Gewerbeflächen sowie die Einbindung der Baumschule, des Arboretums und der Grünzüge im Umfeld des künftigen Wasserwerks Johannisthal. / © Visualisierung: CKSA Christoph Kohl Stadtplaner Architekten GmbH / FUGMANN JANOTTA PARTNER PartG mbH / HOFFMANN-LEICHTER Ingenieurgesellschaft mbH

© Titelbild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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Die Planungen für das „Stadtquartier Späthsfelde“ betreffen nicht nur Wohnungen, Straßen und Grünflächen. Das rund 100 Hektar große Untersuchungsgebiet liegt in einem Wasserschutzgebiet. Gleichzeitig bereiten die Berliner Wasserbetriebe die Reaktivierung des Wasserwerks Johannisthal vor. Eine aktuelle Antwort des Senats nennt erstmals einen konkreten Zeitraum und eine geplante Größenordnung. Viele entscheidende Fragen bleiben jedoch offen.

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Standort: ehemaliges Wasserwerks Johannisthal
  • Projekt: Reaktivierung des Wasserwerks Johannisthal
  • Zusammenhang: Planungen für das „Stadtquartier Späthsfelde“
  • Geplanter Betriebsbeginn: ab 2036

Die Berliner Wasserbetriebe wollen das Wasserwerk Johannisthal wegen des erwarteten steigenden Wasserbedarfs wieder in Betrieb nehmen. Nach ihren derzeit untersuchten Varianten soll die Anlage das verfügbare Grundwasserdargebot von voraussichtlich 12,8 Millionen Kubikmetern pro Jahr ausschöpfen. Der Aufsichtsrat bestätigte diese Planungsrichtung im Mai 2026.

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Wasserwerk Johannisthal: Förderbrunnen und Schutzzonen bleiben offen

Als Zeitraum für die Reaktivierung nennen die Wasserbetriebe die Jahre ab 2036. Frühere Planungsunterlagen hatten deutlich frühere Ziele enthalten. Der neue Zeitplan zeigt nun, dass bis zur tatsächlichen Trinkwasserproduktion noch umfangreiche Planungs- und Genehmigungsschritte nötig sind.

Auch die künftigen Entnahmestellen stehen noch nicht fest. Nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe sollen sie sich räumlich an vorhandenen oder ehemaligen Entnahmepunkten orientieren. In Betracht kommen das Betriebsgelände des früheren Wasserwerks sowie Standorte im Bereich der Königsheide.

Sobald die Brunnenstandorte feststehen, muss die Umweltverwaltung des Senats die zugehörigen Wasserschutzgebiete ausweisen. Ob sich deren Zonen von den heutigen Grenzen unterscheiden werden, lässt sich laut Senat noch nicht beurteilen.

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Das „Dreieck Späthsfelde“ verbindet Geschichte und Zukunft: Einst Standort der weltgrößten Baumschule, soll das Areal nun in ein Stadtquartier mit moderner Infrastruktur werden.

Das „Dreieck Späthsfelde“ verbindet Geschichte und Zukunft: Einst Standort der weltgrößten Baumschule, soll das Areal nun in ein Stadtquartier mit moderner Infrastruktur werden. / © Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

Unsicherheit für das geplante „Stadtquartier Späthsfelde“

Diese Unsicherheit ist auch für das geplante „Stadtquartier Späthsfelde“ relevant. Das etwa 100 Hektar große Gebiet der vorbereitenden Untersuchungen liegt innerhalb des Wasserschutzgebiets Johannisthal. Die Vorgaben der geltenden Schutzgebietsverordnung sollen deshalb in die weitere städtebauliche Planung einfließen.

Konkrete Aussagen über mögliche Einschränkungen, Schutzmaßnahmen oder die Vereinbarkeit einzelner Bauvorhaben will der Senat erst auf späteren Planungsebenen treffen. Auch das wasserrechtliche Verschlechterungsverbot und das Verbesserungsgebot können erst anhand konkreter Anträge geprüft werden. Genehmigungen könnten dann mit beschränkenden Nebenbestimmungen verbunden werden.

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„Stadtquartier Späthsfelde“ soll Regenwasser vor Ort halten

Nach Einschätzung des Senats muss die Bebauung des „Stadtquartier Späthsfelde“ aber nicht zwangsläufig sinkende Grundwasserstände verursachen. Entscheidend sei, wie das Quartier mit Niederschlagswasser umgeht. Versickert das Regenwasser weiterhin vor Ort und fließt nicht in die Regenwasserkanalisation, erwartet die Verwaltung keine relevante Beeinträchtigung der Grundwasserneubildung. Abhängig von der konkreten Planung könnten die Maßnahmen die Neubildungsrate sogar erhöhen.

Die Bebauung kann jedoch das oberflächennahe Grundwasser erwärmen, sofern keine Gegenmaßnahmen greifen. Der Senat nennt dafür mehrere planerische Ansätze: Keller und Tiefgaragen könnten thermisch vom Untergrund entkoppelt werden. Zudem kommen weniger zusätzliche Versiegelung, schattenspendende Bäume, Grünflächen und eine dezentrale Versickerung infrage. Versickerndes Niederschlagswasser kann den Untergrund zusätzlich kühlen.

Das Bild zeigt das historische Betriebsgebäude des Wasserwerks Johannisthal, das im Zusammenhang mit dem geplanten Stadtquartier Späthsfelde und der vorgesehenen Reaktivierung der Trinkwassergewinnung wieder an Bedeutung gewinnt.

Das historische Wasserwerk Johannisthal soll nach den aktuellen Planungen der Berliner Wasserbetriebe ab 2036 reaktiviert werden. Die denkmalgeschützten Gebäude gehören zu den zentralen Standorten im Umfeld des geplanten „Stadtquartier Späthsfelde“. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0

Risikobewertung für Wasserwerk Johannisthal beginnt nicht vor 2027

Für das potenzielle Einzugsgebiet eines künftigen Wasserwerks erfolgt bis zum 12. Juli 2027 keine Risikobewertung nach der Trinkwasserrichtlinie. Der Senat begründet dies damit, dass in Johannisthal derzeit kein Wasserwerk zur Trinkwasserversorgung betrieben wird. Die aktuellen Erkenntnisse aus der Überwachung nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie sollen dann in spätere Planungs- und Zulassungsverfahren einfließen.

Eine öffentliche Beteiligung ist im Zuge der nächsten wasserwirtschaftlichen Bewirtschaftungsplanung vorgesehen. Vom 22. Dezember 2026 bis zum 22. Juni 2027 kann die Öffentlichkeit zu den Entwürfen für den Zeitraum 2028 bis 2033 Stellung nehmen. Zusätzlich plant die Verwaltung eine Diskussionsveranstaltung mit Verbänden, Vereinen, Initiativen und weiteren Interessengruppen. Ein Termin steht noch nicht fest. Damit bleibt auch offen, wann die wasserwirtschaftlichen Anforderungen für das „Stadtquartier Späthsfelde“ und die Reaktivierung des Wasserwerks Johannisthal zu einer abgestimmten Gesamtplanung zusammengeführt werden.

 

 

Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/26359

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One Comment

  1. Bernd 3 12. Juli 2026 at 11:27 - Reply

    Das ist sehr fraglich.

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