Rund um das Stadtgut Hellersdorf sind längst 1.500 Wohnungen entstanden. Doch ausgerechnet das historische Herz des Quartiers ist noch Baustelle. Zwischen alten Stallungen, Gerüsten und neuen Häusern beginnt nun die nächste Phase der Entwicklung.

Eine größtenteils freigelegte historische Konstruktion und Baugerüste prägen die Baustelle am Stadtgut Hellersdorf.

An einem weiteren Gebäude des Stadtguts Hellersdorf ist die historische Konstruktion größtenteils freigelegt. Die Sanierung des alten Ensembles läuft weiter. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Während die neuen Wohnhäuser rundherum längst bezogen sind, wird im historischen Stadtgut Hellersdorf weiter gearbeitet. Alte Wirtschaftsgebäude stehen hinter Bauzäunen, Fassaden sind eingerüstet und Teile der historischen Dachkonstruktionen liegen offen. Bis aus dem früheren Gutshof ein neues Zentrum für Gewerbe, Gastronomie, Kultur und soziale Angebote wird, bleibt noch einiges zu tun.

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Alt Hellersdorf 1–15, 12629 Berlin
  • Projektstatus: Sanierung und Neubau laufen
  • Historischer Bestand: neun denkmalgeschützte Gebäude
  • Geplante Nutzungen: Gastronomie, Kultur, Soziales, Dienstleistungen, Büros, Handwerk, Produktion und Freizeit
  • Erste Fertigstellungen im historischen Gut: ab Ende 2027

Das Stadtgut ist der historische Ausgangspunkt von Hellersdorf. Das Gut entwickelte sich aus dem mittelalterlichen Dorf und wurde ab 1886 von Berlin für die Rieselfeldwirtschaft genutzt. Später gehörte es zu den Berliner Stadtgütern, zu DDR-Zeiten wurde es zum Volkseigenen Gut. Mit dem Bau der Großsiedlung Hellersdorf verlor die Landwirtschaft schließlich ihre frühere Bedeutung. Seit 1993 steht das Gut in der Berliner Denkmalliste.

Die jüngste Entwicklung begann zunächst außerhalb des alten Gutskerns. Die GESOBAU errichtete seit Frühjahr 2020 rund 1.500 Mietwohnungen. Bis Sommer 2023 waren sie fertig. Damit entstand in nur wenigen Jahren eines der größten zusammenhängenden Neubauprojekte der landeseigenen Gesellschaft.

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Ein eingerüstetes historisches Backsteingebäude am Stadtgut Hellersdorf wird im Zuge der Sanierung des denkmalgeschützten Gutshofs erneuert.

Ein historisches Backsteingebäude am Stadtgut Hellersdorf ist vollständig eingerüstet. Die denkmalgeschützten Gebäude des früheren Gutshofs werden derzeit saniert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Stadtgut Hellersdorf: Jetzt geht es um den historischen Gutshof

Inzwischen liegt der Schwerpunkt auf dem alten Gebäudebestand. Rund um den bereits hergerichteten Stadtplatz lässt die GESOBAU neun historische Gebäude sanieren. Dazu gehören das ehemalige Gutshaus sowie frühere Pferde-, Kuh- und Schafställe, das Maschinenhaus und die alte Schmiede. Hinzu kommen drei Neubauten.

Der aktuelle Zustand macht deutlich, wie aufwendig diese zweite Projektphase ist. An mehreren Backsteinbauten stehen Gerüste. Teile von Fassaden und Dachstühlen sind freigelegt, einzelne Öffnungen provisorisch geschlossen. An anderen Stellen ist die historische Konstruktion weitgehend entkernt. Der Charakter der alten Wirtschaftsgebäude bleibt dennoch klar erkennbar.

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Bereits im Frühjahr waren Neubau und Sanierung am Stadtgut Hellersdorf weit fortgeschritten. Damals standen unter anderem ein Arzt- und Gesundheitszentrum, Gewerberäume, Gastronomie und ein Mehrzwecksaal im Fokus. Inzwischen hat die GESOBAU die nächste Stufe eingeleitet und die Vermarktung des historischen Ensembles gestartet.

Was in die alten Gebäude im Stadtgut Hellersdorf einziehen soll

Insgesamt sollen rund 11.700 Quadratmeter Gewerbefläche entstehen. Die GESOBAU nennt inzwischen auch konkrete Größen einzelner Gebäude: Für das ehemalige Gutshaus sind 729 Quadratmeter vorgesehen, für den Pferdestall 833 Quadratmeter, für das Maschinenhaus 350 Quadratmeter und für die frühere Schmiede 361 Quadratmeter. Besonders groß ist der ehemalige Schafstall mit 2.081 Quadratmetern. Der frühere Speicher umfasst 872 Quadratmeter.

Auch die drei Neubauten unterscheiden sich deutlich in ihrer Größe. Laut aktueller Vermarktung sind dort 419, 1.177 und 3.500 Quadratmeter vorgesehen. Die angebotenen Einheiten reichen insgesamt von etwa 200 bis 3.500 Quadratmetern. Als mögliche Nutzungen nennt die GESOBAU unter anderem Gastronomie, Produktion, Büros und Dienstleistungen. Hinzu kommen nach Angaben des Unternehmens Kultur, soziale Angebote, Handwerk, Manufakturen sowie Freizeit- und Sportnutzungen.

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Nach aktuellem Zeitplan sollen die ersten Gebäude ab Ende 2027 bezugsfertig sein. Einen Termin für den vollständigen Abschluss aller Arbeiten nennt die GESOBAU bislang nicht.

Ein Baustellenbanner am Stadtgut Hellersdorf informiert über rund 11.700 Quadratmeter geplante Gewerbefläche.

Die GESOBAU wirbt am Stadtgut Hellersdorf bereits für die künftigen Gewerbeflächen. Insgesamt sollen rund 11.700 Quadratmeter entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Neuer Stadtplatz im Stadtgut Hellersdorf ist bereits fertig

Ein Teil des künftigen Zentrums funktioniert ohnehin bereits. Der denkmalgerecht gestaltete Stadtplatz wurde als barrierefreier Aufenthaltsort angelegt. Er verfügt über Sitzmöglichkeiten und ein Wasserspiel und soll künftig auch für Veranstaltungen und nachbarschaftliche Angebote genutzt werden. An der Alten Hellersdorfer Straße entstehen weitere 76 Wohnungen, deren Fertigstellung für das Frühjahr 2027 vorgesehen ist.

Damit verschiebt sich der Schwerpunkt am Stadtgut Hellersdorf deutlich. Der große Wohnungsbau ist weitgehend abgeschlossen. Nun geht es darum, aus den historischen Gebäuden und dem neuen Stadtplatz tatsächlich einen Mittelpunkt für das gewachsene Quartier zu machen.

Stadtgut Hellersdorf
Am historischen Stadtgut Hellersdorf saniert die GESOBAU neun denkmalgeschützte Gebäude und ergänzt das Ensemble um drei Neubauten. Insgesamt entstehen rund 11.700 Quadratmeter Gewerbefläche.

Quellen: GESOBAU, Stadtgut Hellersdorf, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

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