Der nördliche Michaelkirchplatz in Berlin-Mitte soll zu einem Ort für Erholung und Bewegung umgestaltet werden. Asphaltflächen werden entsiegelt, neue Grünflächen angelegt und Aufenthaltsbereiche für Boule und Tischtennis geschaffen – dabei werden auch Parkflächen entfallen.

Michaelkirchplatz in Berlin-Mitte: Boule- und Tischtennisflächen sollen künftig einen Teil des öffentlichen Raums einnehmen und den Platz stärker als Aufenthaltsort nutzbar machen. Dafür werden Stellplätze und Fahrbahnflächen reduziert – ein Punkt, der bereits in den Planungen als bewusste Abwägung zwischen Parkraum und mehr Platz für Bewegung, Begegnung und Fußverkehr benannt wurde. / © Bezirksamt Mitte
© Foto Titelbild: IMAGO / imagebroker
Seit mehr als einem Jahrzehnt wird die Nördliche Luisenstadt in Berlin-Mitte schrittweise erneuert. Im Mittelpunkt der Entwicklung stehen eine stärkere Belebung des Quartiers, der öffentliche Zugang zur Spree sowie die qualitative Verbesserung von Straßen, Plätzen und Grünflächen.
Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei die Freiraumstruktur entlang der Michaelkirchstraße, die aus der Nachkriegsbebauung der 1970er- und 1980er-Jahre hervorgegangen ist und heute als prägender Bestandteil der städtebaulichen Ordnung und als Bindeglied zu historischen Freiraumachsen gilt.
Berlin-Mitte: Nördlicher Michaelkirchplatz wird umgestaltet
Noch in der ersten Jahreshälfte soll sich hier spürbar das Erscheinungsbild verändern: Asphaltflächen werden entsiegelt, neue Grünflächen entstehen. Das Straßen- und Grünflächenamt plant zwei klar getrennte Bereiche auf dem Platz – einen aktiven Bereich mit Tischtennisplatten und einen ruhigeren Bereich zum Boule-Spielen. Sitzbänke sollen Raum für Erholung und Begegnung bieten.
Neue Blumenbeete und größere Baumscheiben sollen außerdem das Regenwasser aufnehmen und in den Boden versickern lassen, statt es in die Kanalisation zu leiten. Dadurch trägt die Umgestaltung nicht nur zur Ästhetik des Viertels bei, sondern leistet auch einen Beitrag zur Schwammstadt-Strategie und zur Anpassung an den Klimawandel. Regenwasser kann vor Ort verdunsten, die Umgebung kühlen und das Grundwasser anreichern.
Entstehung aus dem Planungskonzept Michaelkirchstraße
Die Umgestaltung geht auf das Entwicklungskonzept für die Michaelkirchstraße von 2022 zurück, das vom Umwelt- und Naturschutzamt beauftragt wurde. Ursprünglich diskutierte Varianten aus den Jahren 2021/22 wurden an neue Entwicklungen im Kiezblock Nördliche Luisenstadt angepasst.
Die Umsetzung des Projekts ist für das zweite Quartal 2026 vorgesehen, das Bezirksamt stellt dafür 380.000 Euro bereit. Bezirksstadtrat Christopher Schriner betont, dass der Platz sowohl Erholungsraum schaffen als auch die Klimaresilienz des Bezirks stärken solle.
Michaelkirchstraße: Verkehr, Rad- und Fußverkehr neu geordnet
Parallel wird die Michaelkirchstraße selbst klimafreundlicher und sicherer gestaltet. Die Fahrbahn wird insgesamt schmaler, Parkplätze werden teilweise zu Flächen für Regenwasserversickerung. Eine neue Baumreihe soll Schatten spenden und die Luftqualität verbessern.
Die Straße wird als Anlieger- und Fahrradstraße eingerichtet, wodurch der Vorrang für Radfahrerende und Fußgängerinnen und Fußgänger gesichert wird. Ökologisch aufgewertete Plätze schaffen Aufenthalts- und Spielbereiche, die klimaresistente Pflanzen enthalten. Ziel ist es, mehr Raum für Bewegung, Begegnung und Stadtgrün zu schaffen.
Arbeiten starten in erster Jahreshälfte 2026: Sechseckplatz als erster Bauabschnitt
Der erste Teilbereich, der umgesetzt wird, ist der Sechseckplatz an der Kreuzung Michaelkirchplatz/Michaelkirchstraße. Hier sollen Modalfilter den Durchgangsverkehr unterbinden, die Straßen werden in Wendehammer umgewandelt. Die Freiflächen werden neu gegliedert, wobei Flächen entsiegelt werden und Grünflächen mit Pflanzbeeten sowie erweiterten Baumscheiben entstehen.
Ziel ist es, den nördlichen Michaelkirchplatz als Aufenthaltsort für die Nachbarschaft aufzuwerten und Klimaaspekte stärker zu berücksichtigen. Begleitet werden dürfte das Projekt jedoch erneut von Diskussionen über den Parkraum: Bereits in früheren Beteiligungsverfahren gingen die Meinungen über den hohen Anteil von Fahrbahn- und Stellplatzflächen und die geringe Qualität für den Fußverkehr auseinander. Inwieweit sich diese Konflikte auf die weitere Umsetzung auswirken, bleibt vorerst abzuwarten.

Im Planungsgebiet rund um die Michaelkirchstraße sind derzeit rund 165 Parkplätze vorhanden. Nach der Neuordnung könnte sich die Zahl merklich reduzieren. / © Foto: Wikimedia Commons, Assenmacher, CC BY-SA 3.0
Quellen: Bezirksamt Mitte, Luisenstadt Mitte, mein.Berlin.de
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Brücken stürzen ein, Schulen und Turnhallen sind mehr als marode und hier soll dafür dringend benötigtes Geld für die Verdrängung von Autos ausgegeben werden? An den online Bürgerbeteiligungen kann man auch teilnehmen, wenn man in New York, Moskau oder sonst irgendwo auf der Welt wohnt. Die betroffenen Anwohner, die nichts von diesen Umfragen mitbekommem, haben Pech gehabt, die die davon mitbekommen und dagegen sind, werden ignoriert.
Warum werden schon wieder seit vielen Jahren Parkplätze entfernt, obwohl viele neue Häuser entstehen und es keine Tiefgaragen gibt. Jetzt wird der Michaelkirchplatz schon wieder umgestaltet und noch mehr Parkplätze entfernt. An der Spree sollte eine Park-ehliche Strecke entstehen, was wohl keine Parkplätze vernichtet und deshalb unwichtig ist. Außerdem finden ständig politische Demonstrationen statt, das 54 Jahren seit dem ich hier lebe, wird es immer schlimmer, so daß man nur noch AFD wählen kann!