Berlin plant neue Regeln für den Schutz von Bäumen, wirbt weiter um Spenden für Stadtbäume und steht zugleich vor offenen Finanzierungsfragen bei Straßen, Plätzen und Stadtgrün.

Stadtbäume prägen viele Straßen in Berlin und sind ein wichtiger Teil der klimaangepassten Stadtentwicklung. / © Bild: ENTWICKLUNGSSTADT / KI
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT / KI
In Berlin rücken Bäume, Stadtbäume und Straßen erneut in den Mittelpunkt der Stadtentwicklung. Der Senat hat ein Verfahren zur Änderung der Berliner Baumschutzverordnung gestartet. Bürgerinnen und Bürger können vom 30. April bis einschließlich 29. Mai 2026 Stellung nehmen.
Dabei zeigt sich in Berlin derzeit ein Spannungsfeld im Umgang mit Bäumen und Stadtgrün. Einerseits wirbt der Senat aktiv für Spenden, um neue Stadtbäume an Straßen zu finanzieren. Andererseits wurden bestehende Programme wie das BäumePlus-Gesetz finanziell reduziert.
Die Koalition plant langfristig geringere Mittel als ursprünglich vorgesehen. Gleichzeitig betont die Senatsverwaltung regelmäßig die zentrale Rolle von Stadtbäumen für das Klima und die Aufenthaltsqualität in Berlin. Diese parallelen Entwicklungen führen zu Kritik, weil Zielsetzung und Finanzierung nicht deckungsgleich erscheinen.
Änderung der Baumschutzverordnung in Berlin
Nun also die geplante Änderung der Baumschutzverordnung. Sie soll auf hohen Nutzungsdruck und klimatische Veränderungen reagieren. Die Senatsverwaltung begründet das Verfahren damit, dass diese Faktoren den Baumbestand im Land stark belasten. Die Verordnung regelt unter anderem, welche Bäume geschützt sind, welche Eingriffe verboten sind, wann Genehmigungen erteilt werden und welcher ökologische Ausgleich nach Fällungen nötig wird.
Zugleich betont die Senatsverwaltung zum Tag des Baumes am vergangenen Samstag, dass ältere Straßenbäume für das Stadtklima besonders wichtig seien. Sie spenden Schatten, verbessern die Luft und helfen gegen Hitze. Gerade an Straßen leiden sie aber unter Trockenstress, versiegelten Flächen und Belastungen durch den Stadtraum. Deshalb unterstütze Berlin Pflanzungen neuer Stadtbäume und Maßnahmen zur Sicherung bestehender Standorte.

Die Randbereiche des Gendarmenmarkts in Berlin-Mitte sollen mit Sitzgelegenheiten und Bäumen neue Aufenthaltsqualität bieten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Spendenkampagne für Berliner Stadtbäume läuft weiter
Berlin verweist aber bei der Stadtbaumkampagne darauf, dass viele gefällte Straßenbäume aus finanziellen Gründen bisher nicht ersetzt werden konnten. Nach Angaben der Verwaltung stehen in Berlin mehr als 430.000 Straßenbäume. Für einen neuen Straßenbaum mit Pflanzung und Pflege in den ersten drei Jahren rechnet die Stadt im Durchschnitt mit rund 3.000 Euro. Wenn für einen Standort 500 Euro an Spenden zusammenkommen, finanziert der Senat den Rest aus Landesmitteln.
Die Kampagne läuft seit 2012. Laut aktuellem Stand nennt Berlin einen Gesamtspendenstand von mehr als 3,37 Millionen Euro. Für 2026 weist die Stadt bis zum 23. März Spenden in Höhe von 76.140,25 Euro aus. Ab dem 1. Mai 2026 können Bürgerinnen und Bürger für Standorte in Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg spenden, die im Herbst 2026 bepflanzt werden sollen.
Denkmalschutz und Finanzierung bleiben Konfliktfelder bei Stadtbäumen
Doch auch konkrete Projekte verdeutlichen einen Zielkonflikt. Am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte beispielsweise verzichtet die Stadt trotz umfassender Sanierung auf zusätzliche Bäume auf der zentralen Platzfläche. Die Senatsverwaltung verweist hier auf denkmalpflegerische Vorgaben. Ähnliche Hinweise gibt es auch bei anderen Flächen im innerstädtischen Raum. Gleichzeitig hebt Berlin in offiziellen Mitteilungen hervor, dass neue Stadtbäume dringend benötigt werden, um Straßen an Hitzeperioden anzupassen. Diese unterschiedlichen Prioritäten stoßen in der öffentlichen Debatte auf Kritik, weil sie schwer miteinander vereinbar wirken.
Daneben bleibt die Finanzierung ein zentrales Thema. Die Koalition plant für das BäumePlus-Gesetz, das als bundesweites Pilotprojekt für Klimaanpassung in Großstädten gilt, nur eine Milliarde Euro bis 2040 statt der zuvor diskutierten zwei Milliarden Euro. Das Gesetz sieht langfristig eine Million neue Bäume in Berlin vor. Doch das Geld dafür wurde mal eben halbiert.
Vor diesem Hintergrund wird die Spendenkampagne auch kritisch diskutiert, weil öffentliche Aufgaben teilweise auf private Beiträge verlagert werden. Berlins Umgang mit Stadtbäumen bleibt damit im Spannungsfeld zwischen wollen und machen.
Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt; Berlin.de;
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Leider immer die gleichen Ausreden.
Kein Geld, kein Platz, Denkmalschutz, Feuerwehr.
Dabei wird nur vertuscht, dass das Geld an anderer Stelle ausgegeben wird. Beispuelsweise das Schwarzbuch der Steuerverschwendung und der Subventionsbericht bieten gute Vorschläge für Einsparpotenzial. Dazu noch ein paar „Lieblingsprojekte“ der aktuell Regierenden reduzieren/einstampfen.
Dann müsste man nicht versuchen die eigenen regelmäßigen Aufgaben/Kosten an uns auszulagern. Wir haben schon Steuern gezahlt – auch für Bäume und moderne Stadtentwicklung.