Frankfurt stellt die Weichen für die Mobilität von morgen. Mit dem Beschluss des „GVP Schiene 2035+“ bündelt die Stadt ihre Strategien für den Ausbau des Schienenverkehrs und legt die Grundlage für eine leistungsfähigere und vernetzte Verkehrsinfrastruktur.

U5-Verlängerung, Umbauarbeiten am Hauptbahnhof und am Basler Platz: Frankfurt setzt aktuell vermehrt auf den Ausbau des schienenlastigen ÖPNV. Mit dem nun beschlossenen „Gesamtverkehrsplan Schiene Frankfurt am Main 2035+“ sollen diese Entwicklungen noch konkreter definiert werden. / © Foto: Wikimedia Commons, GeorgDerReisende
© Titelbild: Wikimedia Commons, JeLuF, CCO
Wie könnte Frankfurts ÖPNV im Jahr 2035 aussehen? Antworten möchte der Magistrat der Stadt Frankfurt mit dem „Gesamtverkehrsplan Schiene Frankfurt am Main 2035+“ liefern, den er am Freitag, den 5. Dezember, beschlossen hat. Der Plan legt den Grundstein dafür, den schienengebundenen öffentlichen Nahverkehr gezielt auszubauen und die Infrastruktur für die kommenden Jahre strategisch zu stärken.
Der „GVP Schiene“ zeigt, wie sich der öffentliche Personennahverkehr auf Schiene bis 2035 entwickeln soll. Er konkretisiert Plan und Vorgaben im ÖPNV und übersetzt sie zudem in eine klare Strategie für Frankfurts Schienenverkehr.
Magistrat beschließt „GVP Schiene“: Strategie soll langfristige Entwicklungsziele definieren
Die Festlegung einer langfristigen Strategie ermöglicht es, zum Einen Maßnahmen gezielter zu beschließen und zum Anderen klare Schwerpunkte zu setzen. Während die übergeordneten Ziele bereits im Mai im Masterplan Mobilität definiert wurden, präzisiert der „GVP Schiene“ diese Vorgaben und überträgt sie auf den Schienenverkehr.
Der Plan wurde gemeinschaftlich erarbeitet und vom Amt für Straßenbau und Erschließung geleitet. Projektpartner waren unter anderem die Intraplan Consult GmbH und die Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft, begleitet vom RheinMain Verkehrsverbund, der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ, dem Straßenverkehrsamt und dem Stadtplanungsamt.
Wo liegen Stärken& Schwächen im ÖPNV? GVP-Schiene basiert auf umfassender Verkehrsanalyse
Grundlage des „GVP Schiene“ ist eine umfassende Analyse der Stärken sowie der Schwächen des aktuellen öffentlichen Nahverkehrs. Insgesamt wurden rund 56 Schienenmaßnahmen nach fachlichen Kriterien geprüft und mit vereinfachten Nutzen-Kosten-Berechnungen hinsichtlich ihrer Realisierungswürdigkeit bewertet.
Auf dieser Basis empfiehlt der „GVP Schiene“ 23 Maßnahmen, die einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der städtischen Ziele leisten. Für diese ausgewählten Vorhaben besteht zudem eine Aussicht auf Förderwürdigkeit nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz.
Frankfurt setzt auf Ausbau des Verkehrsnetzwerks: Das sind die nächsten Schritte
Im nächsten Schritt werden der Mobilitätsausschuss und die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt die Magistratsvorlage „GVP Schiene“ im Januar beraten. Stimmen die Stadtverordneten dann der Vorlage zu, können die empfohlenen Maßnahmen anschließend weiter auf ihre konkrete Machbarkeit untersucht werden.
Wann die einzelnen Maßnahmen umgesetzt werden, ist derzeit noch unklar. Klar ist jedoch, dass Frankfurt insgesamt verstärkt auf den Ausbau seiner Verkehrsinfrastruktur setzt, um den wachsenden Anforderungen einer immer dichter werdenden Stadt gerecht zu werden.
Infrastruktur-Boom in Frankfurt: ÖPNV-Ausbau nimmt weiter fahrt auf
Durch den „GVP Schiene“ nimmt der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Frankfurt nun deutlich Fahrt auf. Auch aus der Politik wird das Vorhaben begrüßt. Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert betont, dass der Plan eine wertvolle Strategie zur Verbesserung der Mobilität in der dynamisch wachsenden Stadt darstelle. Er stärke den ÖPNV als Rückgrat der stadtverträglichen Mobilität und sorge dafür, dass Frankfurt auch in Zukunft gut erreichbar bleibt.
Trotz des ambitionierten Plans bleibt unklar, wann die einzelnen Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Neben dem gezielten Ausbau des ÖPNV und des Schienenverkehrs setzt Frankfurt außerdem auch auf die Erweiterung des Flugverkehrs und die Optimierung des Pkw-Verkehrs. Dadurch versucht man, die verschiedenen Verkehrsträger parallel zu entwickeln, um die Erreichbarkeit der Stadt langfristig zu sichern.
Quellen: Stadt Frankfurt, Journal Frankfurt
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


