Die Stadt Hamburg zahlt jährlich rund 2 Mio. Euro Miete für ungenutzte Fläche. Am Johannes-Brahms-Platz und an der Billstraße stehen Bürogebäude leer.
ungenutzte Bürofläche der Stadt Hamburg
ungenutzte Bürofläche der Stadt Hamburg
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT / KI (Symbolbild)
Die Stadt Hamburg zahlt jährlich rund 2 Millionen Euro Miete für Flächen, die sie nicht nutzt oder nur teilweise verwendet. Das geht aus einer Antwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft hervor. Mehrere konkrete Beispiele zeigen, wie hoch die Kosten für ungenutzte Fläche sind und wie lange Verträge weiterlaufen.
Die Zahlen zeigen ein strukturelles Problem. Am Johannes-Brahms-Platz an der Kaiser-Wilhelm-Straße nahe der Laeiszhalle stehen aktuell rund 9.220 Quadratmeter leer. Die Justizbehörde hatte zuvor Bedarf angemeldet und die Fläche angemietet. Inzwischen nutzt sie die Räume aber nicht mehr. Doch der Mietvertrag läuft weiter.
Hohe Miete trotz fehlender Nutzung in Hamburg
Ein weiteres Beispiel liegt an der Billstraße. Dort mietete die Innenbehörde 721 Quadratmeter für die Erweiterung eines Technikzentrums. Auch diese Fläche bleibt derzeit ungenutzt. Die Verträge für beide Objekte laufen noch bis Ende des Jahres, wie die Hamburger Morgenpost berichtet. Die Stadt zahlt weiterhin Miete, obwohl kein Bedarf mehr besteht.
Neben diesen Fällen existieren weitere ungenutzte Flächen. Für einige Verträge gibt es keine öffentlich bekannten Enddaten. Der Senat gibt dazu nur begrenzt Auskunft. Er verweist darauf, dass detaillierte Angaben zu Leerständen Risiken wie Vandalismus erhöhen könnten.
Hamburg: Kritik an Mietkosten und fehlender Transparenz
Die CDU-Fraktion sieht in den Ausgaben ein dauerhaftes Problem. Sie weist darauf hin, dass jährlich Kosten in Millionenhöhe entstehen, ohne dass ein konkreter Nutzen gegenübersteht. Zudem fordert sie eine vollständige Übersicht aller ungenutzten Flächen und der entsprechenden Mietkosten.
Der Senat verteidigt das Vorgehen. Er erklärt, Behörden prüften bei neuem Bedarf zuerst bestehende Gewerbeflächen im eigenen Bestand. Außerdem werde vor jeder Anmietung die Wirtschaftlichkeit bewertet. Vertragsdetails veröffentliche die Stadt nicht vollständig, um ihre Verhandlungsposition nicht zu schwächen.
Ungenutzte Fläche in Hamburg befeuern grundsätzliche Diskussion
Die aktuellen Beispiele zeigen, dass Entscheidungen über Flächenbedarf langfristige Folgen haben. Auch wenn sich Anforderungen ändern, bleiben Mietverträge bestehen. Dadurch entstehen weiterhin Kosten für ungenutzte Fläche.
Die Diskussion über die 2 Mio. Euro Miete pro Jahr dürfte daher anhalten. Sie betrifft nicht nur einzelne Gebäude, sondern die grundsätzliche Verwaltung von Flächen in Hamburg.
Quellen: NDR, Hamburger Morgenpost
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


