Die geplante Überdachung der Tribüne in der HOWOGE-Arena „Hans Zoschke“ in Lichtenberg steht vor einer neuen Wendung. Nachdem die zugesagten Fördermittel über 500.000 Euro vom Senat zurückgezogen wurden, will der Bezirk das Projekt nun trotzdem umsetzen.

Das Stadion an der Normannenstraße gehört zu den größten reinen Fußballstadien Berlins und bietet rund 9.900 Plätze. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Seit Jahren wartet der SV Lichtenberg 47 auf eine Verbesserung der Infrastruktur im traditionsreichen Hans-Zoschke-Stadion. Nun gibt es eine neue Wendung im Streit um die geplante Teilüberdachung der Tribüne: Die bereits zugesagten Fördermittel in Höhe von 500.000 Euro werden nicht wie vorgesehen bereitgestellt. Der Bezirk Lichtenberg will das Vorhaben dennoch weiterverfolgen und eine alternative Finanzierung über das Sondervermögen für Infrastrukturinvestitionen auf den Weg bringen.
Die Ausschreibung der Planungsleistungen ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, sodass die konkreten Planungen noch in diesem Jahr beginnen könnten. Parallel dazu soll die Errichtung des nördlichen Zauns am Stadiongelände umgesetzt werden.
Seit 2021 geplant: Warum das Stadiondach für Lichtenberg wichtig ist
Der Hintergrund des Projekts reicht mehrere Jahre zurück: Die geplante Überdachung ist nicht nur eine Komfortfrage für Zuschauer, sondern Teil einer größeren Entwicklungsperspektive für das Stadion.
Bereits 2021 waren dafür 500.000 Euro aus sogenannten PMO-Mitteln zugesagt worden. Die Gelder stammen aus dem Vermögen ehemaliger Parteien und Massenorganisationen der DDR und waren zweckgebunden für Projekte mit sozialem oder kulturellem Nutzen vorgesehen.
Ursprünglich sollte die neue Teilüberdachung dazu beitragen, die Anforderungen für höherklassigen Fußball zu erfüllen. Der SV Lichtenberg 47 hatte 2019 den Aufstieg in die Regionalliga geschafft, konnte die Spielstätte damals jedoch nicht vollständig an die entsprechenden Anforderungen anpassen. Seit dem Abstieg aus der Regionalliga im Jahr 2023 spielt der Verein in der NOFV-Oberliga Nord.
Traditionsstadion an der Normannenstraße wartet auf Modernisierung
Neben dem geplanten Dach geht es inzwischen um eine umfassendere bauliche Perspektive für die traditionsreiche Anlage an der Normannenstraße.
Das Hans-Zoschke-Stadion gehört weiterhin zu den größeren reinen Fußballstadien Berlins und bietet rund 9.900 Plätze, darunter etwa 900 Sitzplätze. Für eine langfristige Weiterentwicklung müssen jedoch weitere Anforderungen erfüllt werden.
Zoschke-Stadion: Streit um Zuständigkeiten und Finanzierung
Dass die Tribüne bislang nicht überdacht wurde, liegt vor allem an unterschiedlichen Einschätzungen zum weiteren Verfahren.
Während der Verein auf die seit 2021 zugesagten Fördermittel und eine schnellere Umsetzung drängte, verwies das Bezirksamt auf umfangreiche baurechtliche Anforderungen, die vor einer Realisierung geklärt werden müssten.
Nach Angaben des Bezirksamts zieht eine Veränderung der Nutzung oder des Betriebs der HOWOGE-Arena „Hans Zoschke“ eine erneute Betrachtung des gesamten Objekts nach sich. Dazu zählen unter anderem Anpassungen bei Sanitäranlagen, barrierefreie Stellplätze sowie bauliche Maßnahmen an Zuwegungen und Fluchtwegen.
Senat wollte Lösung mit HOWOGE prüfen – doch die Förderung fällt weg
Zwischenzeitlich schien sich eine andere Lösung abzuzeichnen: Die Senatsverwaltung brachte eine Umsetzung gemeinsam mit der Eigentümerin des Stadions, der Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE, ins Gespräch.
Nach Angaben des Bezirks seien zu den angekündigten Gesprächen mit der HOWOGE jedoch keine weiteren Informationen geflossen. Stattdessen habe die Senatsverwaltung schließlich mitgeteilt, dass die Fördermittel aus dem Stadtumbau Ost zurückgezogen werden.
„Der Bezirk hat alle von ihm geforderten Unterlagen rechtzeitig und vollständig vorgelegt und ist bereit, mit der Umsetzung zu starten. Gleichzeitig hat die Senatsverwaltung angekündigt, mit der HOWOGE über eine Projektübernahme zu sprechen, auf Nachfragen hierzu jedoch nicht mehr reagiert und dadurch selbst das Projekt gefährdet. Dieses Verhalten empfinden wir als unkollegial und unverständlich.“
– Bezirksstadträtin für Schule und Sport Sandy Mattes (SPD)
Neuer Anlauf für das Hans-Zoschke-Stadion
Trotz des Rückschlags will Lichtenberg das Projekt nicht erneut auf die lange Bank schieben. „Ich bin sehr stolz, dass wir als Bezirksamt trotz aller Herausforderungen eine Umsetzungsperspektive bieten können“, erklärt Bezirksstadträtin Camilla Schuler (Die Linke).
Nach Jahren der Verzögerungen soll nun ein neuer Anlauf erfolgen. Der Bezirk hält am Projekt fest und will die Planungen noch 2026 starten. Für den SV Lichtenberg 47 bleibt damit vor allem eine Hoffnung: dass aus dem seit Jahren geplanten Tribünendach endlich ein konkretes Bauprojekt wird.
Quellen: Bezirksamt Lichtenberg, SV Lichtenberg 47, Stadionwelt
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