Nach der Sperrung des TU Hauptgebäudes fehlen vielen Studierenden nicht nur Hörsäle, sondern auch wichtige Lernorte. Um den Bibliotheksbetrieb teilweise aufrechtzuerhalten, plant die Technische Universität Berlin nun einen temporären Lesesaal.

Das Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin an der Straße des 17. Juni bleibt seit dem 9. Mai 2026 wegen erheblicher Baumängel gesperrt. Betroffen sind unter anderem Lehrveranstaltungen, Verwaltungsbereiche und Bibliotheken. / © Foto: Wikimedia Commons, Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0
© Titelbild: TU Berlin/Nadja Wohlleben
Die Sperrung des Hauptgebäudes der Technischen Universität Berlin sorgt weiterhin für erhebliche Einschränkungen auf dem Campus. Besonders Studierende spüren die Folgen im Alltag, denn neben Lehrveranstaltungen fehlen inzwischen auch zahlreiche Lernplätze. Die Universität arbeitet deshalb an Übergangslösungen und bereitet einen temporären Lesesaal vor.
Seit dem 9. Mai 2026 bleibt das Hauptgebäude der TU Berlin an der Straße des 17. Juni geschlossen. Hintergrund sind erhebliche bauliche Mängel, die Behörden und Feuerwehr bei einer Begehung festgestellt hatten. Betroffen sind unter anderem Probleme beim Brandschutz sowie Schäden im Untergeschoss.
Gebäudesperrung in Charlottenburg: Universität organisiert Übergangslösungen
Die Sperrung betrifft zentrale Bereiche der Hochschule. Neben Verwaltungsflächen und Büroräumen musste die TU auch zahlreiche Lehrveranstaltungen neu organisieren. Nach Angaben der Universität müssen derzeit rund 350 Veranstaltungen pro Woche entweder in andere Räume verlegt oder digital durchgeführt werden. Wann das Gebäude wieder genutzt werden kann, bleibt bislang offen.
Besonders deutlich zeigen sich die Auswirkungen jedoch im Studienalltag. Viele Studierende verlieren mit der Sperrung wichtige Arbeitsplätze und Lernorte auf dem Campus. Deshalb sucht die Universität inzwischen nach kurzfristigen Lösungen, um zumindest Teile des Bibliotheksbetriebs aufrechterhalten zu können.
Bibliotheken in Berlin-Charlottenburg: TU plant temporären Pop-up-Lesesaal
Von der Schließung betroffen ist auch die Fachbibliothek Wirtschaft und Management, die sich im Hauptgebäude befindet. In einer E-Mail an Studierende, die der Deutschen Presse Agentur vorliegt, teilte die TU mit, dass Bücher weiterhin ausgeliehen werden können. Die Abholung erfolgt derzeit über die Zentralbibliothek.
Zusätzlich bereitet die Universität einen temporären Pop-up-Lesesaal vor. Dieser soll vor allem zusätzliche Lernplätze schaffen und kurzfristig Entlastung bringen. Bis auf Weiteres weichen viele Studierende jedoch auf die Zentralbibliothek von TU und Universität der Künste in der Fasanenstraße aus. Dort stehen nach Angaben der Universität rund 1.200 Arbeitsplätze zur Verfügung. Gleichzeitig gilt die Bibliothek bereits als stark ausgelastet.
Sanierungsprobleme auf dem Campus: Milliardenstau an der TU Berlin
Die aktuelle Sperrung macht zugleich auf größere strukturelle Probleme aufmerksam. Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra verwies laut TU auf jahrelang unzureichende Investitionen in die Instandhaltung der Hochschulgebäude. Die Universität beziffert ihren Sanierungsstau inzwischen auf rund 2,4 Milliarden Euro.
Das Hauptgebäude ist zudem nicht der einzige betroffene Standort auf dem Campus. Bereits seit 2023 steht das Mathematikgebäude am Ernst-Reuter-Platz weitgehend leer und gilt ebenfalls als sanierungsbedürftig. Die Sperrung des Hauptgebäudes verdeutlicht deshalb auch die langfristigen Herausforderungen bei der Modernisierung der Berliner Hochschulinfrastruktur.
Hauptgebäude der TU Berlin
Quellen: TU Berlin, Welt
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