Nächtliche Sperrungen des Tiergartentunnels in Mitte bleiben wegen fehlender Überwachung bestehen. Neue Mitarbeiter sollen kommen, doch Engpässe bleiben möglich.
Tiergartentunnel
© Titelbild: Wikimedia Commons, Jottlieb (Olaf Baumann), CC BY-SA 2.0 DE
Der Tiergartentunnel in Berlin-Mitte bleibt nachts weiterhin nur eingeschränkt nutzbar. Seit April wird die Verbindung zwischen Reichpietschufer und Heidestraße werktags in den Nachtstunden gesperrt. Grund ist kein akuter Bauschaden, sondern fehlendes Personal in der Tunnelüberwachung. Für Autofahrer und Fahrgäste der BVG bedeutet das weiter Umwege im Zentrum.
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Adresse: Tiergartentunnel
- Problem: zu wenig Personal
- Folge: nächtliche Sperrungen
Die Sperrung gilt derzeit in den Nächten von Montag bis Donnerstag. Der Tunnel ist dann jeweils von etwa 21.30 Uhr bis 5.45 Uhr in beiden Richtungen gesperrt. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Reichpietschufer und Heidestraße. Der Verkehr muss oberirdisch ausweichen, was vor allem rund um Potsdamer Platz, Hauptbahnhof und Tiergarten zusätzliche Belastung mit sich bringt.
Auch der öffentliche Nahverkehr ist betroffen. Die Buslinien M41 und M85 können während der Sperrzeiten nicht wie gewohnt durch den Tiergartentunnel fahren. Nach Angaben der BVG werden die Linien nachts umgeleitet oder auf Teilstrecken unterbrochen. Damit fällt in diesen Stunden eine direkte Verbindung zum Hauptbahnhof weg.
Tiergartentunnel: Fehlendes Personal in der Überwachung
Der Hintergrund der Sperrung liegt in der vorgeschriebenen Überwachung des Tunnels. Anlagen wie Lüftung, Beleuchtung, Stromversorgung, Kommunikation und Sicherheitstechnik müssen dauerhaft kontrolliert werden. Kann diese Überwachung nicht zuverlässig besetzt werden, darf der Tunnel aus Sicherheitsgründen nicht geöffnet bleiben.
Nach Angaben der Berliner Verkehrsverwaltung laufen Einstellungsverfahren für neues Personal. Sie sollen voraussichtlich im August abgeschlossen werden. Parallel werden neue Mitarbeitende geschult. Damit könnte die Personaldecke wachsen. Offen bleibt aber, ob das reicht, um den Tiergartentunnel wieder dauerhaft zu öffnen. Zwei von acht Beschäftigten fallen demnach länger krankheitsbedingt aus.

Der Tiergartentunnel in Berlin-Mitte verbindet den Bereich rund um den Hauptbahnhof mit dem Regierungsviertel und dem Potsdamer Platz. Wegen Personalmangels in der Tunnelüberwachung kommt es seit Monaten regelmäßig zu nächtlichen Sperrungen. / © Foto: Wikimedia Commons, L.Willms, CC BY-SA 3.0
Autobahn GmbH hilft Berlin für Tiergartentunnel aus
Die Berliner Tunnelregelungszentrale wird bisher noch von der Autobahn GmbH des Bundes unterstützt. Diese Hilfe sollte ursprünglich zum 1. Juli auslaufen. Nun soll sie zunächst bis Jahresende weitergehen. Damit gewinnt Berlin Zeit, die eigene Besetzung zu stabilisieren.
Zusätzlich laufen Gespräche mit der BVG über personelle Unterstützung. Mitarbeitende der BVG könnten künftig Aufgaben in der Tunnelüberwachung übernehmen. Dafür sind aber noch vertragliche und organisatorische Schritte nötig.
Tiergartentunnel bleibt ein kritischer Verkehrspunkt
Der Tiergartentunnel ist ein zentraler Straßentunnel in Mitte. Er verbindet Bereiche rund um Potsdamer Platz, Regierungsviertel, Hauptbahnhof und Tiergarten. Der Straßentunnel ist rund 2,4 Kilometer lang und wurde als Teil der Verkehrsanlagen im Spreebogen gebaut.
Für die kommenden Wochen bleibt die Lage damit unsicher. Neue Mitarbeiter sind angekündigt, doch die nächtliche Sperrung bleibt vorerst bestehen. Eine dauerhafte Öffnung hängt davon ab, ob Berlin die Überwachung des Tiergartentunnels rund um die Uhr verlässlich besetzen kann.
Quellen: Berliner Morgenpost, VIZ Berlin, rbb24, BVG, DAUB/STUVA
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