Der erst kürzlich neu gestaltete Goetheplatz muss erneut saniert werden: die Schäden an der wassergebundenen Wegedecke erfordern Nachbesserungen. Ursachen waren mechanische Belastung und starke Niederschläge kurz nach der Freigabe.

Das Denkmal auf dem Frankfurter Goetheplatz wurde 1844 zu Ehren des in Frankfurt geborenen Nationaldichters Johann Wolfgang von Goethe errichtet. Nach Kriegszerstörung und Zwischenstation in der Gallusanlage 2007 wurde es restauriert an leicht versetzter Stelle auf den Platz zurückgebracht. / © Foto: depositphotos.com / Lesniewski
© Foto Titelbild: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Iris Eckstein
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Der Goetheplatz im Zentrum Frankfurts muss erneut teilweise gesperrt werden. Nur wenige Wochen nach der umfassenden Umgestaltung zeigen sich Schäden am neu verlegten Oberflächenbelag. Die Stadt Frankfurt hat angekündigt, die betroffenen Bereiche instand zu setzen. Die Reparaturarbeiten beginnen am 9. Juli 2025 und sollen bis Ende des Monats abgeschlossen sein.
Die Stadt sperrt die nördliche Hälfte des Platzes für die Sanierung. Der südliche Abschnitt bleibt weiterhin begehbar. Nach Angaben der Verantwortlichen weist der verwendete Belag an mehreren Stellen bereits Abnutzungserscheinungen und Unebenheiten auf.
Goetheplatz Frankfurt: Wassergebundene Wegedecke als klimagerechte Gestaltungsmaßnahme
Im Fokus der Sanierung steht die eingesetzte wassergebundene Wegedecke. Dabei handelt es sich um einen natürlichen, mineralischen Belag aus Gesteinsmehl, Sand und Splitt. Die Oberfläche ist wasserdurchlässig und bietet ökologische Vorteile wie eine verbesserte Versickerung von Regenwasser und eine geringere Aufheizung bei Sonneneinstrahlung. Die Stadt entschied sich gezielt für dieses Material, um die stadtklimatischen Bedingungen zu verbessern und den Goetheplatz als hitzeresilienten Aufenthaltsraum zu gestalten.
Die Stadt hatte den Belag im Zuge der Umgestaltung des Goetheplatzes im Frühjahr 2025 aufgebracht. Die helle Oberfläche soll Sonnenlicht reflektieren und so zur Abkühlung des städtischen Mikroklimas beitragen. Die Maßnahmen wurden im Rahmen des Programms „Frankfurt frischt auf“ umgesetzt, um gezielt klimaangepasste Stadtbereiche zu schaffen.
Sperrung am Goetheplatz: Mechanische Belastung und Starkregen setzen frischer Belagsstruktur zu
Die aktuelle Sperrung betrifft vor allem den nördlichen Bereich des Goetheplatzes, der Anfang Juni freigegeben wurde. Dort kam es in kurzer Zeit zu Ausbrüchen, Setzungen und Erosionen. Ursache war eine unzureichende Verdichtung der wassergebundenen Wegedecke in Verbindung mit einer intensiven Nutzung: Im Rahmen einer Sportveranstaltung wurde die Fläche mit ungeeigneten Fahrzeugen befahren. In den darauffolgenden Tagen führten starke Niederschläge zu einer zusätzlichen Belastung. Das Material konnte sich unter diesen Bedingungen nicht ausreichend verfestigen.
Die Stadt Frankfurt betrachtet die nun geplanten Reparaturen als notwendige Nachbesserung, um die angestrebte Aufenthaltsqualität langfristig zu sichern. Die gesammelten Erfahrungen sollen in zukünftige Projekte dieser Art einfließen.
In der Frankfurter Innenstadt: Modellprojekt „Goetheplatz 1“ ergänzt Platzumgestaltung durch nachhaltige Architektur
Unabhängig von den aktuellen baulichen Nachbesserungen entwickelt sich das Umfeld des Goetheplatzes weiter. Direkt angrenzend entsteht mit dem Projekt „Goetheplatz 1“ derzeit ein Neubau, der als Modellvorhaben für klimagerechtes Bauen gilt. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für das Jahr 2026 vorgesehen.

Der aktuelle Bestandsbau an der Ecke Goetheplatz-Junghofstraße. Nun soll ein Bürogebäude entstehen, das energiesparend und ein gutes Stück größer ist. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Frankfurt, Goetheplatz
Quelle: Stadt Frankfurt am Main
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