In Nauen haben die vorbereitenden Arbeiten für einen neuen Rechenzentrumscampus begonnen. Mit dem Spatenstich für ein Umspannwerk und eine Kabeltrasse startet zunächst der Ausbau der Energieinfrastruktur. Sie bildet die Grundlage für den späteren Betrieb der Anlage.

Mit dem symbolischen Spatenstich hat der Bau des 110-kV-Umspannwerks sowie der rund sechs Kilometer langen Kabeltrasse für den Rechenzentrumscampus von maincubes in Nauen begonnen. / © Foto: maincubes Holding & Service
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Am Ortseingang von Nauen ist der offizielle Startschuss für das geplanten Rechenzentrum von maincubes gefallen. Mit dem Spatenstich für ein Umspannwerk und eine rund sechs Kilometer lange Kabeltrasse haben die vorbereitenden Bauarbeiten begonnen. Zunächst stehen damit nicht die Rechenzentrumsgebäude selbst im Fokus, sondern die technische Infrastruktur.
Auf der bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche wird in einem ersten Schritt das Umspannwerk errichtet. Parallel dazu erfolgt die Verlegung der Stromtrasse in Richtung Wustermark. Beide Maßnahmen sind Voraussetzung für die spätere Energieversorgung des Standorts.
Technische Grundlage für den Campus: 110-kV-Anbindung und erneuerbare Energien vorgesehen
Die Energieinfrastruktur umfasst ein 110-Kilovolt-Umspannwerk sowie eine unternehmenseigene Hochspannungstrasse. Über diese Verbindung soll künftig Strom aus dem Verteilnetz des regionalen Energieversorgers E.DIS auf das Gelände geleitet werden. Dabei ist vorgesehen, überwiegend regional erzeugte erneuerbare Energien zu nutzen, insbesondere aus Windkraft und Photovoltaik.
Die geplante Anschlussleistung liegt zunächst bei 200 Megawatt und kann perspektivisch auf über 400 Megawatt erweitert werden. Damit wird die Grundlage für Anwendungen mit hohem Energiebedarf geschaffen, etwa im Bereich Cloud-Computing, Künstliche Intelligenz und datenintensive Analysen.
Zeitplan bis zur Fertigstellung des Rechenzentrums: Erste Inbetriebnahme bis Ende 2027 geplant
Das Projekt geht auf den Grundstückskauf im Oktober 2024 zurück. Inzwischen sind die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, da der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan für das Areal rechtskräftig wurden. Die Abstimmung mit der Stadt Nauen und den zuständigen Behörden gilt damit als abgeschlossen.
Nach aktuellem Stand soll das erste Rechenzentrum bis Ende 2027 in Betrieb gehen. Der gesamte Campus, der aus sechs baugleichen Gebäuden mit jeweils rund 28 Metern Höhe bestehen soll, könnte bis 2028 vollständig ans Netz angeschlossen werden.
Einordnung des Standorts in der Hauptstadtregion: Bedeutung für digitale Infrastruktur wächst
Der Standort in Nauen liegt westlich von Berlin und ist Teil einer Region, die sich zunehmend als Knotenpunkt für digitale Infrastruktur entwickelt. Neben der stabilen Energieversorgung profitieren Projekte dieser Art auch von der Nähe zu Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups.
Vor dem Hintergrund internationaler Abhängigkeiten im Technologiebereich gewinnt der Ausbau solcher Standorte zusätzlich an Bedeutung. Ein Großteil digitaler Anwendungen und Technologien wird derzeit importiert, während europäische Anbieter bislang nur einen vergleichsweise kleinen Anteil stellen. Der Aufbau eigener Kapazitäten wird daher auch als Beitrag zur Stärkung der digitalen Souveränität Europas gesehen.

Auf der bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche am östlichen Ortseingang von Nauen entsteht der rund 14 bis 15 Hektar große Rechenzentrumscampus von maincubes. Geplant sind sechs baugleiche, etwa 28 Meter hohe Gebäude, deren Betrieb ab 2027 schrittweise aufgenommen werden soll. / © Foto: maincubes Holding & Service
Quellen: maincubes Holding & Service, Stadt Nauen
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