Seit dem Abriss einer ehemaligen Postfiliale im Jahr 2017 liegt das Gelände an der Klosterstraße in Spandau brach. Das geplante Großprojekt „Spandauer Ufer“ sollte das ändern. Doch ein konkreter Baustart ist weiterhin nicht in Sicht.

Vor wenigen Tagen war auf der Fläche unweit der Spandau Arcaden noch ein Rummel beheimatet, zukünftig sollen hier neue Hochhäuser entstehen – aber wann geht es endlich los? / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: Spandauer Ufer GmbH & Co. KG
Das Berliner Stadtentwicklungsprojekt „Spandauer Ufer“ gilt als eines der größten Vorhaben im Bezirk Spandau. Auf dem ehemaligen Postareal an der Klosterstraße soll ein modernes Hochhausquartier mit Wohnungen, Büros, Hotels und Einzelhandel entstehen. Doch trotz prominenter Lage und namhafter Mieter stockt das Projekt seit Jahren.
Großprojekt „Spandauer Ufer“: Kein verbindlicher Termin für Baustart in Sicht
Wie die Berliner Morgenpost berichtet, kann der Investor FAY Projects GmbH aktuell keinen verbindlichen Baustarttermin für das Projekt nennen. Zuletzt war der Herbst 2026 als möglicher Startpunkt im Gespräch, doch auch dieser Termin ist inzwischen unsicher. Es wäre nicht die erste Verschiebung: Seit Jahren steht das Grundstück nahezu unverändert leer.
Ist der Baustart einmal festgelegt, beginnt zunächst die Erstellung der Baugrube, wofür zehn bis zwölf Monate eingeplant sind. Die Gesamtfertigstellung erfordert laut aktueller Planung weitere drei bis dreieinhalb Jahre Bauzeit. Bis das neue Stadtquartier steht, dürfte also noch einige Zeit vergehen.
Bürovermietung in schwieriger Marktlage: Entscheidende Hürde vor dem Baustart
Der Grund für die Verzögerung liegt vor allem in der noch unvollständigen Vermietung der Büroflächen. Derzeit sind rund 50 Prozent der verfügbaren Flächen vermietet, was für einen Baubeginn noch nicht ausreicht. FAY Projects muss zunächst weitere Mieter für etwa 12.000 Quadratmeter Bürofläche finden.
Das ist angesichts des aktuellen Marktumfelds keine einfache Aufgabe. Laut German Property Partners liegt der Berliner Büroleerstand bei rund 8 Prozent, während Jones Lang LaSalle eine Quote von 8,2 Prozent angibt. Das entspricht einem Anstieg von 2,3 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.
Ende 2025 standen in Berlin mehr als 1,87 Millionen Quadratmeter Bürofläche leer. Neue Flächen zu wirtschaftlich tragbaren Konditionen zu vermieten, ist unter diesen Bedingungen schwierig. Inzwischen wandeln einige Eigentümer leerstehende Gewerbeimmobilien in Berlin bereits zu Wohngebäuden um.
Neues Zentrum für Spandau geplant: Ein Quartier mit großem Anspruch
Das Projekt soll auf dem ehemaligen Postareal direkt neben der Dischingerbrücke entstehen, zwischen dem ICE-Bahnhof Spandau und dem Havelufer. Der Standort bietet eine direkte Anbindung an Fernzüge nach München, Köln, Frankfurt am Main und Hamburg sowie an Regional- und S-Bahn. Das Messegelände und die Berliner Innenstadt sind von dort schnell erreichbar.
Geplant ist ein Hochhausquartier mit einem rund 80 Meter hohen Turm und zwei unterirdischen Tiefgaragenebenen mit insgesamt 330 Stellplätzen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 350 Millionen Euro.
Neben 80 Wohnungen und etwa 1.300 Arbeitsplätzen sollen Büros, Einzelhandel, Hotels, Arztpraxen und Cafés entstehen. Als Mieter sind unter anderem ein Hilton Garden Inn, Super 8, McFit, Edeka, dm und Woolworth vorgesehen. Ob das Projekt in seiner geplanten Form umgesetzt wird oder Anpassungen erfordert, bleibt vorerst offen.
Quellen: Berliner Morgenpost, FAY Projects GmbH, Spandauer Ufer GmbH & Co. KG
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4 Kommentare
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Warum werden statt Büros Nichterfüllung Wohnungen geplant und gebaut? Wem nützt ein neues Quartier, welches abends und an den Wochenenden leer und öde ist?
Ich frage mich, in welchem Paralleluniversum leben diese Stadtentwickler? Firmen setzen immer mehr auf Homeoffice und Mobiles Arbeiten, brauchen dann weniger Bürofläche. Die geplanten Einzelhändler gibt es schon in der Altstadt oder in den Arcarden gegenüber! Restauration wird immer unerschwinglich, immer mehr machen zu.
Also, wer brauch dieses Teil in der geplanten Form???
Wer braucht solche Stadtentwickler?
Werden die von der Allgemeinheit bezahlt?
Da stand mal eine Post, als die noch zur staatlichen Daseinsvorsorge gehörte.
Wenn schon, dann Wohnungsbau durch GEWOBAG & ,Co. als FORTSETZUNG der staatlichen Daseinsvorsorge.
Ich bin geneigt, mich den vorstehenden Kommentaren anzuschließen. „Shopping-Malls“ zerstören gewachsene Innenstädte („SpandauArcaden“, „Wilma“), Hochhäuser verschatten Altbauviertel und schaffen Ghettos. Die einzigen Gewinner sind die „Projektentwickler“…