In Berlin-Spandau wurde der erste automatisierte Hochparkhaus-Turm mit Ladepunkten für Elektrofahrzeuge eröffnet. Der sogenannte „WE Tower“ will platzsparendes Parken, erneuerbare Energien und eine begrünte Fassade verbinden und könnte Vorbild für urbane Mobilitätslösungen der Zukunft werden.

Der neu eröffnete „WE Tower“ am S-Bahnhof Stresow in Berlin-Spandau ist ein kompakter, vertikal gebauter Park- und Ladeturm mit Glas- und Grünfassade. / © Foto: WE Tower
© Fotos: WE Tower
Am S-Bahnhof Stresow in Berlin-Spandau hat das Unternehmen WE Tower seinen ersten vollautomatisierten Lade- und Parkturm für Elektroautos in Betrieb genommen. Das neue Bauwerk soll auf einer Grundfläche von lediglich 50 Quadratmetern bis zu 30 Fahrzeuge gleichzeitig aufnehmen und mit Strom versorgen.
Ziel des Projekts ist es, urbanen Raum effizient zu nutzen und gleichzeitig dringend benötigte Ladeinfrastruktur in verdichteten Stadtteilen bereitzustellen. Die Umsetzung erfolgt modular und soll sich an verschiedene städtebauliche Umfelder anpassen lassen. Der Standort in Spandau dient zudem als Forschungs- und Entwicklungszentrum für weitere Anlagen.
Automatisiertes Parksystem mit Ladepunkten auf mehreren Ebenen in Berlin- Spandau
Der „WE Tower“ basiert auf einem automatisierten Parksystem, das Fahrzeuge auf mehreren Ebenen vertikal einlagert. Jeder Stellplatz verfügt über einen 22-kW-Ladepunkt. Die Steuerung erfolgt über eine App, die Zugang, Ladevorgang und Abrechnung in Echtzeit ermöglicht.
Je nach Ausführung misst ein Turm zwischen 16,5 und 38,8 Metern Höhe. Für Wohngebiete, Supermärkte oder Mobilitätsknotenpunkte verspricht das Konzept eine Reduzierung des Flächenbedarfs. Nach Angaben des Unternehmens ersetzt ein Turm die Stellplätze eines gesamten Straßenzugs.
Für eine verbesserte Luftqualität: 500 Quadratmeter Begrünung als ökologisches Funktionselement
Ein wesentliches Element des Bauwerks ist die rund 500 Quadratmeter große vertikale Grünfassade. Sie soll die Luftqualität verbessern, Feinstaub filtern, Sauerstoff produzieren und die Umgebungstemperatur um bis zu vier Grad Celsius senken. Laut Betreiberfirma WeTower schafft sie zudem Lebensraum für Insekten und Vögel.
Die Pflanzenbewässerung erfolgt über ein intelligentes, wassersparendes System. Auch hier kommt Sensorik zum Einsatz, die Zustand und Pflegebedarf automatisiert erfasst. Die Begrünung ist integraler Bestandteil des städtebaulichen Konzepts und soll das Bauwerk optisch in das Umfeld einbinden.
Netzschonende Stromversorgung und platzsparende Parklösung im Fokus von WE Tower
Der Strom für den „WE Tower“ stammt vollständig aus erneuerbaren Energien. Ein smartes Energiemanagement-System gleicht laut Betreibern Lastspitzen aus, stabilisiert den Stromverbrauch und sorgt für eine netzschonende Versorgung der Ladepunkte.
Durch die vertikale Stapelung von Fahrzeugen wird wertvolle Bodenfläche eingespart. Dies sei, so Gründer Burhan Aykut, ein notwendiger Schritt für Städte mit hohem Parkdruck. Auch für E-Bikes und E-Scooter sollen in Zukunft Ladepunkte integriert werden.
Pilotstandort in Berlin-Spandau soll Vorbild für weitere We Tower Anlagen werden
Der Standort in Spandau soll erst der Anfang sein. Weitere Türme sind in Planung, sowohl in Berlin als auch international. Das modulare System soll eine flexible Anpassung an Quartiersgrößen, Nutzungsarten und architektonische Vorgaben ermöglichen.
Die Eröffnung des ersten Turms wurde von Vertretern der Berliner Verwaltung am 21. Juli 2025 begleitet. Der Turm möchte als Beispiel für vernetzte Mobilität und klimaresiliente Stadtentwicklung stehen, mit dem Potenzial, die Ladeinfrastruktur nachhaltig zu transformieren.
Quellen: WE Tower, electrive
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