In Spandau wird die Ernst-Ludwig-Heim-Schule erweitert. Direkt daneben steht die frühere Stresow-Kaserne an der Grenadierstraße, die heute Wohnungen beherbergt.

Das Bild zeigt die historische Stresow-Kaserne an der Grenadierstraße in Spandau mit ihrer Klinkerfassade und den später eingebauten Laubengängen der Wohnanlage.

Die ehemalige Stresow-Kaserne neben der Ernst-Ludwig-Heim-Schule in Spandau entstand zwischen 1860 und 1862 und dient heute als Wohnhaus. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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An der Grenadierstraße in Spandau treffen Schulbau und Stadtgeschichte unmittelbar aufeinander. Die Ernst-Ludwig-Heim-Grundschule erhält zusätzliche Räume, während nebenan die frühere Stresow-Kaserne an die militärische Vergangenheit des Standorts erinnert.

  • Bezirk: Spandau
  • Schule: Ernst-Ludwig-Heim-Grundschule
  • Schuladresse: Grunewaldstraße 8, 13597 Berlin
  • Aktuelle Maßnahme: Modularer Ergänzungsbau mit Mensa
  • Baubeginn: April 2025
  • Geplante Fertigstellung: Januar 2027

Wer an der Grenadierstraße in Spandau unterwegs ist, dem fällt vermutlich zunächst die Baustelle auf. Die Ernst-Ludwig-Heim-Grundschule in Spandau steht vor einer deutlichen Erweiterung. Die Kapazität beträgt derzeit 432 Plätze. Die aktuelle Schülerzahl ist jedoch deutlich höher. Das Bezirksamt gibt 475 Kinder an, die Stand 6. Oktober 2025 dort zur Schule gehen. Wegen steigender Schülerzahlen soll der Standort nun auf vier Züge, also vier Klassen pro Jahrgang, erweitert werden.

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Ein Blick auf die Baustelle der Ernst-Ludwig-Heim-Schule in Berlin-Spandau. Baufahrzeuge sind im Einsatz.

Die Ernst-Ludwig-Heim-Grundschule in Spandau wird erweitert. Erste Baustellenfahrzeuge sind bereits im Einsatz. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Erweiterung der Schule an der Grenadierstraße in Spandau

Den zusätzlichen Bedarf soll ein Modularer Ergänzungsbau in Holzbauweise mit eigener Mensa decken, der seit April 2025 im Bau ist. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen führt die Projekt- und Bauleitung, der Senat finanziert die Maßnahme. Die Fertigstellung ist für Januar 2027 vorgesehen.

Neben dem Neubau plant der Bezirk weitere Maßnahmen für die Ernst-Ludwig-Heim-Grundschule. Dazu gehören die Sanierung des Gebäudebestands, Umbauten zur Anpassung an heutige Standards und Arbeiten an den Freiflächen.

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Außerdem soll der Bedarf an Sportflächen der Schule künftig durch eine neue Sporthalle auf der Fläche Grenadierstraße 10 gedeckt werden. Der mögliche Baustart für diese Sporthalle liegt nach aktuellem Stand im Jahr 2029, die Gesamtsanierung der Schulanlage könnte 2030 beginnen.

Ein Baustellenschild in der Grenadierstraße in Berlin-Spandau verrät, dass die Ernst-Ludwig-Heim-Schule erweitert wird.

Ein Baustellenschild vor Ort informiert über das geplante Vorhaben an der Grunewaldstraße 8 in Berlin-Spandau. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Stresow-Kaserne: Vom Militärbau zum Wohnhaus

Direkt neben der Baustelle, wo derzeit das neue ergänzende Schulgebäude entsteht, steht die frühere Stresow-Kaserne I. Ein eindrucksvoller Gegensatz. Das Landesdenkmalamt Berlin führt den Bau als Baudenkmal unter der Bezeichnung „Stresow-Kaserne I, Kaserne am Schlangengraben“. Die Denkmaldatenbank datiert den Bau auf die Jahre 1860 bis 1862.

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  • Historischer Altbau: Stresow-Kaserne I
  • Denkmaladresse: Grenadierstraße 13–16
  • Bau: 1860 – 1862
  • Denkmal: seit 1995 als Baudenkmal in die Denkmalliste aufgenommen
Das Bild zeigt die historische Stresow-Kaserne an der Grenadierstraße in Spandau mit ihrer Klinkerfassade und den später eingebauten Laubengängen der Wohnanlage. Direkt nebenan entsteht ein Schulneubau.

Direkt neben der Baustelle für die Ernst-Ludwig-Heim-Schule befindet sich die historische Stresow-Kaserne. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die Kaserne entstand in einer Phase, in der Spandau militärisch und industriell stark geprägt war. Auf dem Stresow befanden sich im 19. Jahrhundert wichtige Anlagen der preußischen Waffenproduktion. Mit dem Ausbau des Militärstandorts stieg auch der Bedarf an Unterkünften für Soldaten. Das Gebäude nutzte zunächst das 4. Garde-Regiment zu Fuß, das die Kaserne im Oktober 1862 bezog.

Der langgestreckte Bau entstand zwischen 1860 und 1862 als Mauerwerksbau mit Mittel- und Ecktürmen. Im Mittelturm befand sich früher das Offizierskasino mit einem repräsentativen Saal, der von gusseisernen Säulen getragen wurde.

Klinkersteine prägen Stresow-Kaserne bis heute

Das Foto zeigt die Fenster und Klinkerfassade der historischen Stresow Kaserne in Berlin-Spandau.

Die ehemalige Stresow-Kaserne mit ihrer gelben Klinkerfassade wird heute nach mehreren Umbauten als Wohnhaus genutzt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die Fassade erhielt gelbe Klinkersteine und orientiert sich an der romanischen Rundbogenarchitektur. Nach späteren Untersuchungen könnte der Entwurf vom preußischen Architekten Friedrich August Stüler stammen. Als ausführender Baumeister gilt vermutlich August Ferdinand Fleischinger.

Nach dem Ersten Weltkrieg endete die militärische Nutzung. Der Bau wurde für zivile Zwecke umgebaut. Die Denkmaldatenbank nennt Umbauten in den Jahren 1915/1916 und 1920. Das Gebäude wird seitdem als Mietshaus genutzt. Heute prägt der Altbau mit Wohnungen den Bereich neben der Schule. Dabei wurden die langen Kasernenflure durch offene Laubengänge ersetzt. Heute umfasst die Kaserne an der Grenadierstraße 104 Wohneinheiten.

Damit zeigt der Standort an der Grenadierstraße in Spandau zwei unterschiedliche Entwicklungen auf engem Raum. Die Schule steht für den aktuellen Bedarf an Bildungsplätzen im Bezirk. Die frühere Stresow-Kaserne dokumentiert die militärische Vergangenheit des Stresow.

Das Bild zeigt die historische Stresow-Kaserne an der Grenadierstraße in Spandau.

Die ehemalige Stresow-Kaserne aus den Jahren 1860 bis 1862 erinnert bis heute an die militärische Vergangenheit des Standorts. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Ernst-Ludwig-Heim-Grundschule
Stresow-Kaserne I

Quellen: Bezirksamt Spandau, Landesdenkmalamt Berlin, Hans Weil: Die Stresow-Kaserne in Spandau

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