Nach kontroversen Diskussionen um die Zukunft der Späth’schen Baumschulen gibt der Berliner Senat ein klares Bekenntnis zum traditionsreichen Standort ab. Die Baumschulen sollen erhalten und als grünes Zentrum in das neue Quartier mit rund 2.500 Wohnungen integriert werden. Zuvor hatte sich Bausenator Christian Gaebler das Areal vor Ort persönlich angesehen.
Späth'schen Baumschule (Treptow-Köpenick)
© Titelbild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Die Zukunft der Späth’schen Baumschulen in Berlin-Treptow war zuletzt Gegenstand kontroverser Diskussionen. Nun hat der Berliner Senat zugesichert, den traditionsreichen Standort im Zuge der geplanten Entwicklung des „Dreiecks Späthsfelde“ zu erhalten und planungsrechtlich zu sichern.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Geplante Wohnungen: bis zu 2.500
- Frühere Planung: bis zu 3.600 Wohnungen
- Betroffene Flächen: Dreieck Späthsfelde, Späth’sche Baumschulen
Noch im Mai war bekannt geworden, dass im Umfeld der Baumschulen größere Flächen für den geplanten Wohnungsbau in den Fokus rücken könnten. Hintergrund ist die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers mit rund 2.500 Wohnungen im Berliner Südosten.
Dreieck Späthsfelde: Berliner Senat plant weiterhin rund 2.500 neue Wohnungen
Unter dem Leitbild „kompakter Kiez im Grünen“ soll im „Dreieck Späthsfelde“ ein gemischt genutztes Stadtquartier entstehen. Neben rund 2.500 Wohnungen für etwa 5.000 Menschen sind soziale und kulturelle Einrichtungen sowie ein neuer Schulstandort vorgesehen.
Darüber hinaus sollen rund zwölf Hektar Gewerbeflächen entwickelt werden. Die Späth’schen Baumschulen, die den Ortsteil seit Jahrhunderten prägen, sollen nach Angaben der Senatsverwaltung jedoch ein zentraler Bestandteil der künftigen Quartiersstruktur bleiben.
Späth’sche Baumschulen sollen als grünes Zentrum des neuen Quartiers erhalten bleiben
Am Freitag übergaben Vertreter der Späth’schen Baumschulen Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler eine Petition zum Erhalt des Standorts als grünes Zentrum. Gaebler hat dabei erneut zugesichert, dass die identitätsstiftende Funktion der Baumschulen ein wesentliches Ziel der Planung sei und bleiben werde.
Der Betrieb der Baumschule und die bestehenden kulturellen Nutzungen sollen daher planungsrechtlich gesichert werden. Nach Angaben des Senats werden zentrale Bereiche wie Pflanzenverkauf, Hofladen, Gasthaus, Kräutergarten, Märchenhütte, Baumschulenmuseum, historisches Kontorgebäude und Schwarze Scheune von der Quartiersplanung nicht tangiert.
„Der Fortbestand der Späth´schen Baumschulen und die Integration des traditionsreichen Standortes in die Gesamtentwicklung für das ‚Dreieck Späthsfelde‘ ist ein wichtiges Anliegen von Senat und Bezirk.“
ANZEIGEChristian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung
Großzügiges Grün- und Freiraumband soll den historischen Charakter der Baumschulen sichern
Im Dialog mit den Späth’schen Baumschulen sei das städtebauliche Konzept zuletzt weiterentwickelt worden. Vorgesehen ist nun ein großzügiges Grün- und Freiraumband, das die Kernfläche der Baumschulen umgeben soll.
Damit soll der historische Charakter des Areals auch nach der Entwicklung des neuen Stadtquartiers sichtbar und erlebbar bleiben. Gleichzeitig hält der Senat am Ziel fest, auf den umliegenden Entwicklungsflächen dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.

Auf diesem Gelände soll das neue Wohnquartier mit rund 2.500 Wohnungen entstehen. / © Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Garten-Biotop, Weltacker und Schaugärten sollen in neue Grünflächen integriert werden
Bei einem Vor-Ort-Termin verständigten sich Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler, Treptow-Köpenicks Bezirksbürgermeister Oliver Igel und die Geschäftsführung der Baumschulen zudem auf den Erhalt weiterer prägender Orte.
Dazu gehört unter anderem das Garten-Biotop am Karpfenteich. Flächen der grünen Wissensvermittlung wie der Weltacker, bestehende Obstbaumflächen und Schaugärten sollen künftig in die neu entstehenden Grün- und Freiräume des Quartiers integriert werden.
„Mit dem vorliegenden Konzept wird der besondere Charakter des Gebiets mit den Späth’schen Baumschulen und dem Arboretum der Humboldt-Universität zu Berlin erhalten und als Garten-, Kultur- und Bildungsstandort gestärkt und weiterentwickelt. Wir sichern so gleichermaßen die städtebauliche Entwicklung mit bezahlbaren Wohnungen für 5000 Menschen als auch wichtige, identitätsstiftende Orte wie die Späth’sche Baumschulen.“
Christian Gaebler
Wohnungsbau und historischer Gartenstandort sollen in Späthsfelde miteinander verbunden werden
Gaebler bezeichnete den Fortbestand der Späth’schen Baumschulen als wichtiges Anliegen von Senat und Bezirk. Gemeinsam mit dem Arboretum der Humboldt-Universität soll der Standort als Garten-, Kultur- und Bildungsort erhalten und weiterentwickelt werden.
Damit versucht der Senat ganz offenbar, den zuletzt sichtbar gewordenen Konflikt zwischen Wohnungsbau und dem Schutz des traditionsreichen Baumschulstandorts zu entschärfen. Ob die angekündigte räumliche Trennung zwischen Neubauflächen und historischem Kernbereich auch in der weiteren Planung Bestand hat, dürfte für die Akzeptanz des neuen Stadtquartiers entscheidend sein.

Mit dem Bauvorhaben „Dreieck Späthsfelde“ nimmt der Berliner Senat eines der größten Stadtentwicklungsprojekte im Berliner Südosten in Angriff. / © Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, RBB24, BUND Berlin, Bezirksamt Treptow-Köpenick
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