In Späthsfelde sollen bis zu 2.500 Wohnungen entstehen. Die Kleingärten bleiben nach neuen Senatsplänen erhalten, dafür geraten Flächen der Späth’schen Baumschulen in den Fokus.
Späth'schen Baumschule (Treptow-Köpenick)
© Titelbild: Dirk Lauber/SenStadt
Der Berliner Senat hat seine Pläne für das neue Stadtquartier Späthsfelde in Treptow-Köpenick erneut geändert. Nach Informationen von rbb24 sollen die bisher bedrohten Kleingärten weitgehend erhalten bleiben. Die geplanten Wohnungen sollen nun stärker auf Flächen der Späth’schen Baumschulen entstehen. Auslöser ist das neue Berliner Kleingartensicherungsgesetz, das seit März landeseigene Kleingärten dauerhaft schützt.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Geplante Wohnungen: bis zu 2.500
- Frühere Planung: bis zu 3.600 Wohnungen
- Betroffene Flächen: Dreieck Späthsfelde, Späth’sche Baumschulen
Im vergangenen Jahr hatten sich die Planungen auf bis zu 3.600 Wohnungen konkretisiert. Dafür hätten nach damaligem Stand rund 300 Kleingärten weichen müssen.
2.500 Wohnungen sollen in Späthsfelde entstehen
Diese Variante kann der Senat nach dem neuen Kleingartensicherungsgesetz nun nicht mehr umsetzen. Das Gesetz schützt landeseigene Kleingärten und begrenzt damit den Spielraum für Wohnungsbau auf solchen Flächen.
Nach dem neuen Konzept reduziert der Senat die Zahl der geplanten Wohnungen nun auf bis zu 2.500. Die Kleingärten sollen erhalten bleiben. Dafür rücken größere Flächen der Späth’schen Baumschulen in den Mittelpunkt der Planung. Die Baumschulen bestehen seit gut 300 Jahren und prägen den Ortsteil Späthsfelde bis heute.

Das „Dreieck Späthsfelde“ verbindet Geschichte und Zukunft: Einst Standort der weltgrößten Baumschule, soll das Areal nun in ein Stadtquartier mit moderner Infrastruktur werden. / © Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Späth’sche Baumschulen geraten für Wohnquartier in den Fokus
Laut rbb24 reagierte Seniorchef Holger Zahn mit Unverständnis auf die neuen Pläne. Nach seinen Informationen sollen neben dem verbleibenden Teil der Baumschule viergeschossige Gebäude entstehen, dahinter auch höhere Häuser. Die Baumschule könne zwar bestehen bleiben, ihr Charakter als grünes Zentrum würde nach seiner Einschätzung aber stark verändert.
Der Senat verfolgt mit dem neuen Stadtquartier weiter das Ziel, in Berlin dringend benötigte Wohnungen zu schaffen. Späthsfelde gehört zu den größeren Entwicklungsflächen im Südosten der Stadt. Zugleich liegt das Areal in einem Gebiet mit Kleingärten, Baumschulflächen, Freiräumen und Nähe zur Königsheide. Deshalb treffen dort Wohnungsbau, Naturschutz, Stadtklima und bestehende Nutzungen unmittelbar aufeinander.
BUND kritisiert Neubau-Pläne mit Blick auf Naturschutz
Auch der BUND Berlin lehnt das Stadtquartier Späthsfelde strikt ab. Er erklärt, die Freiflächen seien aus seiner Sicht zu wertvoll für eine Bebauung. Der Verband verweist außerdem auf mögliche Folgen für Stadtnatur, Grundwasser und angrenzende Lebensräume.
Nach Einschätzung des Umweltverbands könnten zusätzliche Versiegelung, soziale Infrastruktur und Verkehrsanlagen den Druck auf die Königsheide, Kompensationsflächen und den Heidekampgraben erhöhen.

Mit dem Bauvorhaben „Dreieck Späthsfelde“ nimmt der Berliner Senat eines der größten Stadtentwicklungsprojekte im Berliner Südosten in Angriff. / © Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Planung für Späthsfelde bleibt politisch und fachlich umstritten
Mit der neuen Planung löst der Senat das Problem mit den Kleingärten. Gleichzeitig verlagert sich der Konflikt auf die Späth’schen Baumschulen. Damit bleibt das Stadtquartier Späthsfelde ein zentraler Streitfall zwischen Wohnungsbau, Flächenschutz und gewachsenen Nutzungen im Bezirk Treptow-Köpenick.
Quellen: rbb24, BUND Berlin
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Pfuh, vielleicht erstmal Baulücken schließen, bevor man wieder hässliche Wohnquartiere erschafft, in denen sowieso nur WBSler oder Aktienmillionäre eine Wohnung finden. Und die ich stelle mal die mutige These auf, dass Berlin nicht so ein riesiges Wohnraumproblem hätte, wenn die Politik anfangen würde im Interesse der Mieter zu agieren, möbliertes Wohnen ist nämlich weiterhin der Standard, genauso wie Indexmieten, und da macht keiner was effektiv dagegen.