In Berlin-Weißensee hat die LA VIDA gGmbH ein neues Wohnhaus für vulnerable Menschen fertiggestellt. Der Neubau ergänzt einen bestehenden Standort und zeigt, wie sozialer Wohnraum auch unter schwierigen Bedingungen entstehen kann. Der Erstbezug ist ab April vorgesehen.

Der dreigeschossige Neubau in Holzbauweise ergänzt den bestehenden Standort in der Großen Seestraße in Weißensee um insgesamt 24 Wohneinheiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Bereits seit 2011 nutzt die LA VIDA gGmbH das Grundstück an der Großen Seestraße im Pankower Ortsteil Weißensee für betreutes Wohnen. Damals wurde das ehemalige Gefängnisgebäude übernommen und entsprechend umgenutzt.
Aufgrund der hohen Nachfrage nach Wohnraum für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen entschied sich die damalige ZeitRaum gGmbH im Jahr 2020, den Standort weiterzuentwickeln und zusätzliche Wohnflächen zu schaffen.
Mit dem nun fertiggestellten Neubau wächst das Ensemble zu einem kleinen „Wohncampus“. Neben dem neuen Wohnhaus gehören auch ein denkmalgeschützter Bestandsbau mit bereits 20 Wohneinheiten sowie ein ergänzender Seitenflügel mit Gemeinschaftsflächen dazu. Die Gebäude gruppieren sich um einen Innenhof, der aktuell mit der Fertigstellung des Neubaus begrünt wird.
Nutzung des Neubaus in Weißensee: Kompakte Grundrisse und Clusterstruktur

Jede Wohneinheit ist mit einer eigenen kleinen Küche ausgestattet, zusätzlich stehen Gemeinschaftsküchen innerhalb der Cluster zur Verfügung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Der dreigeschossige Neubau wurde in Holzbauweise errichtet und umfasst insgesamt 24 Apartments auf rund 820 Quadratmetern Wohnfläche. Die einzelnen Wohnungen sind etwa 30 Quadratmeter groß und jeweils mit einem eigenen Bad sowie einer kleinen Kochmöglichkeit ausgestattet. Ergänzend stehen gemeinschaftlich genutzte Küchen und Terrassen zur Verfügung.
Die Grundrissorganisation folgt einem Clustermodell: Jeweils acht Apartments bilden eine Einheit mit gemeinschaftlichen Bereichen im Erdgeschoss. Gleichzeitig wurde bei der Planung darauf geachtet, Verkehrsflächen möglichst gering zu halten, um die nutzbare Fläche zu maximieren. Im Erdgeschoss befinden sich zudem je zwei barrierefreie Wohnungen.
Subventionierung des Projekts durch das Land Berlin: Technische Umsetzung und Förderung

Blick in eines der rund 30 Quadratmeter großen Apartments mit Holzdecke. Jede Wohnung verfügt über ein eigenes Bad und eine kleine Kochmöglichkeit. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Auch energetisch setzt das Gebäude auf kompakte Lösungen. Zum Einsatz kommen Wärmepumpen in Verbindung mit PVT-Modulen, die Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen. Dadurch kann auf zusätzliche Außengeräte oder Erdsonden verzichtet werden. Die Anlage nutzt Energie aus Sonne und Umgebungsluft und ermöglicht eine weitgehend autarke Versorgung.
Die Finanzierung des Projekts erfolgte unter anderem über ein Förderdarlehen der Investitionsbank Berlin in Höhe von 2,8 Millionen Euro. Ergänzt wurde dies durch Mittel aus dem „Sondervermögen Wohnraumförderung Berlin“.
Diese Förderung unterstützt unter anderem Maßnahmen zur Barrierefreiheit sowie zur Einhaltung energetischer Standards. Durch die Gemeinnützigkeit des Trägers bleibt die Mietpreisbindung auch über den üblichen Förderzeitraum hinaus bestehen.
Bau unter besonderen Rahmenbedingungen: Kampfmittel und Denkmalschutz auf dem Grundstück

Erschließungsbereich im Neubau: Die Planung setzt auf kompakte Grundrisse und reduziert Verkehrsflächen zugunsten nutzbarer Wohnfläche. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Der Bau des neuen Wohnhauses war mit mehreren Herausforderungen verbunden. So musste das Grundstück zunächst von Kampfmitteln geräumt werden, bevor überhaupt mit dem Neubau begonnen werden konnte. Gleichzeitig liegt das Areal zwischen zwei denkmalgeschützten Gebäuden, wodurch sich der Neubau gestalterisch zurückhaltend einfügen musste.
Im Gespräch mit ENTWICKLUNGSSTADT betonte Geschäftsführer Christian Thomes, dass Projekte wie dieses angesichts knapper werdenden Wohnraums an Bedeutung gewinnen. Er verwies darauf, dass mehr Flächen dauerhaft dem freien Markt entzogen werden müssten, um langfristig bezahlbaren Wohnraum zu sichern.
Zudem brauche es gezielte Unterstützung für Träger, die bislang wenig Erfahrung im Bauwesen haben, damit sie eigene Projekte umsetzen können.

Die Wohnungen verfügen über eigene Badezimmer, einzelne Einheiten sind zudem vollständig barrierefrei und rollstuhlgerecht ausgeführt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: LA VIDA gGmbH
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Zu DDR Zeiten konnte man von Plauen nach Pasewalk kreuz und quer durchs Land fahren… ohne irgendein farbiges Gebäude zu entdecken: die DDR war grau. Grau in allen erdenklichen Grautönen.
Und heute? Viele Menschen sind seit einigen Jahren offensichtlich sehr limitiert unterwegs- in ästhetischer Hinsicht. Geistig und ästhetisch ergraut sozusagen. Jedenfalls changieren mittlerweile auffallend viele Neubauten in der Farbgestaltung zwischen Trauerschwarz und Leichengrau..
Zu DDR Zeiten gab es schlicht keine Farbe zu kaufen. Anscheinend. Aber heute ist das doch anders… und trotzdem kommen fast alle Neubauten in Weiß, Grau oder Schwarz daher… Sind die Menschen alle krank geworden? Wie heißt diese Krankheit? Ich bin eh nur traurig, also kann mein Haus auch schwarz sein…Oder: ich fühle mich wie eine graue Maus, also soll mein Haus auch dementsprechend aussehen. Oder: ich weiß nicht, das das Leben auch bunt und schön sein kann, also tuts auch ein farbloses, weißes Haus.. Gruselig! Grauenhaft!
Ich glaube, daß ich mit Menschen, die freiwillig in einen leichengrauen Neubau ziehen, nichts gemein habe!