Mit einem neuen Bauprojekt in Kreuzberg will die GSE Gesellschaft für StadtEntwicklung gGmbH zeigen, wie sozialer Wohnraum für junge Menschen auch abseits regulärer Marktmechanismen entstehen kann. Auf einem bislang ungenutzten Grundstück sollen 20 Wohnungen speziell für Auszubildende, Studierende und andere besonders bedürftige Gruppen gebaut werden.

Auf dem Grundstück in Kreuzberg sollen künftig 20 Wohnungen entstehen, die jungen Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen ein Zuhause bieten. / © Visualisierungen: FARLAND.EU
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In Kreuzberg entsteht ein Wohnprojekt, das vor allem jungen Menschen zugutekommen soll, die auf dem herkömmlichen Wohnungsmarkt kaum Chancen haben. Die GSE Gesellschaft für StadtEntwicklung gGmbH übernimmt erstmals außerhalb ihres Treuhandvermögens die Rolle einer gemeinnützigen Immobilienentwicklerin. Möglich macht das ein Konzeptverfahren der Berliner Immobilienmanagement GmbH, die ein Grundstück an der Ecke Skalitzer Straße und Wiener Straße für 99 Jahre in Erbpacht vergibt.
Gemeinsam mit dem Architekturbüro FARLAND hat die GSE ein Konzept erarbeitet, das auf soziale Durchmischung und gemeinwohlorientierte Nutzung abzielt. Das 380 Quadratmeter große Grundstück war bisher unbebaut. Künftig sollen hier 20 Wohnungen entstehen, die jungen Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen ein Zuhause bieten.
GSE plant 20 Wohnungen für Auszubildende, Studierende und junge Menschen in Not
Von den 20 geplanten Wohnungen sind fünf für Anwärterinnen und Anwärter der Berliner Feuerwehr reserviert, die in direkter Nachbarschaft tätig sind. Weitere vier Einheiten sollen als Sozialwohnungen entstehen, gefördert durch Mittel der Wohnungsneubauförderung. Sie richten sich an junge Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind oder als sogenannte Care Leaver den Übergang ins Erwachsenenleben ohne familiären Rückhalt bewältigen müssen.
Die restlichen elf Wohnungen sind für Auszubildende und Studierende vorgesehen. Das Gebäude wird ergänzt durch einen großzügigen Gemeinschaftsraum, der allen Bewohnerinnen und Bewohnern zur Verfügung steht. Zudem ist im Erdgeschoss eine Fläche für soziale Träger der Jugendhilfe geplant.
Dauerhaft bezahlbarer Wohnraum in Kreuzberg durch Gemeinnützigkeit: So gelingt es
Philipp Strohm, Geschäftsführer der GSE, will deutlich machen, dass der Verein bewusst als gemeinnützige Immobilieneigentümerin agiert. Dadurch könne ein Großteil der Wohnungen dauerhaft als Sozialwohnungen angeboten werden, was in Berlin bislang selten sei. Nach seinen Angaben werde das Mietniveau auf einer reinen Kostenmiete basieren, unabhängig von Förderzeiträumen und üblichen Gewinnspannen.
Strohm sieht darin einen wichtigen Beitrag, um in einem stark umkämpften Kiez langfristig erschwinglichen Wohnraum für junge Menschen zu sichern. Besonders in Kreuzberg, das seit Jahren einem hohen Verwertungsdruck ausgesetzt ist, sei dieser Ansatz ein Signal für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung.
Neubau Wohnungen in Kreuzberg: Neben dem sozialen Anspruch spielt auch Nachhaltigkeit eine Rolle
Laut GSE soll der Neubau beispielhaft für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen stehen. FARLAND setzt auf robuste, langlebige Strukturen, die flexibel an zukünftige Bedürfnisse angepasst werden können. Bevor die Bauarbeiten beginnen können, schließt sich an das abgeschlossene Konzeptverfahren zunächst eine Anhandgabe-Phase an, die in der Regel neun Monate dauert. Erst danach wird der Erbbaurechtsvertrag finalisiert. Bis zur Realisierung wird also noch etwas Zeit vergehen.
Quellen: GSE, FARLAND
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