Soziale Infrastruktur entwickelt sich in Berlin zunehmend zu einem zentralen Standort- und Investmentfaktor. Eine neue Studie zeigt, wie eng Stadtentwicklung, Bildungsangebote und soziale Versorgung miteinander verknüpft sind.

Das Bild zeigt die Außenansicht des Neubaus ruxx in Lichtenberg mit Balkonen und der Beschriftung „Haus der Parität“.

Das „ruxx“ in Lichtenberg vereint barrierefreie Wohnungen, soziale Angebote und gemeinschaftliche Flächen unter einem Dach. / © Foto: Dennis Weinbörner / Paritätischer Berlin

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Die soziale Infrastruktur entscheidet mit darüber, wie gut Menschen in Berlin Zugang zu Bildung, Gesundheit, Betreuung, Kultur und öffentlicher Versorgung haben. Eine aktuelle Studie von CBRE und HAMBURG TEAM ordnet diese Infrastruktur als wachsendes Immobilien- und Investmentfeld ein.

Die Studie „Soziale Infrastruktur: Eine Investition in die Zukunft“ beschreibt soziale Infrastruktur als Teil der Daseinsvorsorge. Dazu zählen Bildungs-, Gesundheits- und Pflegeimmobilien, sozialer Wohnungsbau, öffentliche Einrichtungen sowie Kultur- und Freizeitangebote.

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Der Bericht legt einen Schwerpunkt auf Bildungsimmobilien, weil Kitas, Schulen und Hochschulen aus Sicht der Autoren einen wachsenden Bedarf, langfristige Nutzungsperspektiven und gesellschaftlichen Mehrwert vereinen.

Berlin als Prüfstein für soziale Infrastruktur

Das Land Berlin reagiert mit der Berliner Schulbauoffensive seit Jahren auf steigende Schülerzahlen und den wachsenden Bedarf an Schulplätzen. Berlin hat innerhalb eines Jahrzehnts 41 neue Schulgebäude, 119 modulare Ergänzungsbauten und 62.000 neue Schulplätze geschaffen. Damit ist die Hauptstadt bundesweit führend bei Investitionen in den Schulbau.

Gleichzeitig berichten Fachleute und Bezirke weiterhin über fehlende Kapazitäten, sanierungsbedürftige Gebäude und hohen Zeitdruck bei der Umsetzung. Vor allem in wachsenden Quartieren zeigt sich, wie eng soziale Infrastruktur und Stadtentwicklung miteinander verbunden sind. Neue Wohnungen allein reichen dort nicht aus, wenn Schulen, Kitas und öffentliche Einrichtungen nicht im gleichen Tempo entstehen. Die Herausforderungen, die die Studie bundesweit beschreibt, werden damit in Berlin besonders sichtbar.

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Informationsschild zur Schulbauoffensive vor einer Baustelle in der Haltoner Straße in Biesdorf.

Das Baustellenschild zur Berliner Schulbauoffensive vor dem Schulneubau in der Haltoner Straße in Biesdorf zeigt, wie die Schule einmal aussehen soll. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

„Soziale Stadtentwicklung 2025“ zeigt Handlungsbedarf in Berlin

Parallel zeigt das Monitoring „Soziale Stadtentwicklung 2025“, in welchen Berliner Quartieren soziale Belastungen besonders sichtbar werden. Die Senatsverwaltung untersucht seit 1998 regelmäßig die soziale Lage in den Quartieren. Die aktuelle Auswertung basiert auf Daten vom 31. Dezember 2022 bis 31. Dezember 2024 und dient unter anderem dazu, neue Fördergebiete im Programm „Sozialer Zusammenhalt“ auszuwählen.

In Berlin gelten 57 von 535 Planungsräumen als „Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf“. Das entspricht etwas mehr als elf Prozent der betrachteten Planungsräume. Diese Gebiete liegen vor allem in Gesundbrunnen, Kreuzberg, Staaken, Falkenhagener Feld, Neukölln, Neu-Hohenschönhausen, Marzahn, Hellersdorf, Reinickendorf und dem Märkischen Viertel.

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Bau im Gerüst, Cite Foch

Schulbau ist eine zentrale Voraussetzung für die Entwicklung wachsender Quartiere. Das zeigt sich auch in der Cité Foch in Berlin-Reinickendorf, wo Wohnungsbau erst durch die gesicherte Grundschule wieder möglich wurde. / Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Soziale Stadtentwicklung in Berlin braucht Räume

Das Monitoring bewertet unter anderem Arbeitslosigkeit, Transferbezug, Kinderarmut sowie den Anteil von Kindern und Jugendlichen in alleinerziehenden Haushalten. Es geht um Orte, an denen soziale Infrastruktur noch dringender benötigt wird. Für 2024 nennt die Senatsverwaltung eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent im SGB-II-Bezug. Der Anteil der Transferleistungsbeziehenden sank von 11,3 Prozent im Jahr 2022 auf 10,7 Prozent. Kinderarmut ging von 24,5 auf 23,3 Prozent zurück.

Für die soziale Stadtentwicklung in Berlin ergibt sich daraus ein klarer Zusammenhang: Quartiere brauchen nicht nur Wohnungen, sondern auch Kitas, Schulen, Gesundheitsangebote, öffentliche Einrichtungen und Orte für Kultur, Freizeit und Begegnung.

Die Senatsverwaltung verweist darauf, dass Politik und Verwaltung in vielen Gebieten mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf bereits mit Förderkulissen aktiv sind. Dazu gehören Quartiersmanagement-Gebiete, die Programme „Ressortübergreifende Gemeinschaftsinitiative zur Stärkung sozial benachteiligter Quartiere“, „Nachhaltige Erneuerung“ und „Lebendige Zentren“ sowie Maßnahmen für Berliner Großsiedlungen.

Quellen: HAMBURG TEAM, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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