Große Teile der Tribünen im Sommerbad Olympiastadion bleiben gesperrt. Der Senat plant den Rückbau, den Neubau in alter Kubatur und eine mögliche neue Nutzung.

Für das Sommerbad Olympiastadion werden die Zukunft der Tribüne, die Sanierung und mögliche Neubau-Pläne diskutiert. (Symbolbild) / © Foto: depositphotos.com
© Titelbild: Wikimedia Commons, Arne Müseler, CC BY-SA 3.0
Die Tribünen im Sommerbad Olympiastadion sind seit Jahren gesperrt. Eine Sanierung im Bestand gilt nur noch in Teilen als möglich. Nach Angaben des Senats liegt ein ungeprüftes Bedarfsprogramm vor. Es sieht den Rückbau, den Neubau und die Wiederverwendung möglichst vieler Originalbauteile vor.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Adresse: Olympischer Platz 5, 14053 Berlin
- Betreiber: Berliner Bäder-Betriebe
- Status Tribüne: große Teile gesperrt
- Sicherung: Wetterschutzdächer und Gerüste seit 2021
- Kostenschätzung Sanierung/Neubau: rund 61,2 Millionen Euro
Im Sommerbad Olympiastadion dürfen große Teile der Tribüne nicht betreten werden. Eine statische Bauwerksprüfung stellte 2020 eine stellenweise unzureichende Standsicherheit fest. Seit Juni 2021 schützen Gerüste mit Wetterschutzdächern beide Tribünen vor Witterung. Nur das für den Badbetrieb nötige Erdgeschoss des östlichen Tribünengebäudes wird weiter genutzt. Doch wie geht es weiter?
Sanierung der Tribüne am Sommerbad Olympiastadion: Was der Senat plant
Der Senat geht nicht von einer einfachen Sanierung im Bestand aus. In Teilen sind die Tribünen so stark geschädigt, dass eine Sanierung nicht mehr möglich ist. Das Bedarfsprogramm aus dem dritten Quartal 2023 sieht deshalb einen temporären Rückbau und eine Wiederherstellung der Schwimmtribünen innerhalb der ursprünglichen Kubatur vor. Dabei soll möglichst viel Originalsubstanz erhalten bleiben.
Der Olympiapark steht als Bau- und Gartendenkmal unter besonderem Schutz. Deshalb soll das Erscheinungsbild der Tribüne und des Sommerbads erhalten bleiben. Die historische Sitzgestaltung lässt sich nach Angaben des Senats wegen veränderter Normen nicht originalgetreu wiederherstellen und nutzen. Die genaue Gestaltung der Zuschauerränge steht deshalb auch noch nicht fest.

Das Sommerbad Olympiastadion bleibt trotz der gesperrten Tribünen weiter in Betrieb. / © Foto: Wikimedia Commons, Roland.h.bueb, CC BY-SA 4.0
Kosten, Gerüste und offene Finanzierung für das Sommerbad Olympiastadion
Die bisherige Kostenschätzung für Rückbau, Wiedereinbau und weitere Maßnahmen liegt bei rund 61,2 Millionen Euro. Der Senat weist zugleich darauf hin, dass die Kosten seit der Schätzung gestiegen sein dürften. Die Prüfung des Bedarfsprogramms wurde unterbrochen, weil die Finanzierung noch nicht geklärt ist.
Auch der provisorische Schutz kostet weiter Geld. Zwischen 2021 und 2025 entstanden für Befestigung, Abdeckung und Sicherung der Tribünen 4.248.793 Euro. Die jährlichen Kosten liegen bei 806.820 Euro. Die Maßnahmen sollen bis zu einer Finanzierungsentscheidung fortgesetzt werden, damit der Betrieb des Sommerbads Olympiastadion während der Freibadsaison weiterlaufen kann.
Sommerbad Olympiastadion: Neubau, Nutzung und Olympia-Pläne
Für den normalen Sommerbadbetrieb halten die Berliner Bäder-Betriebe nach Senatsangaben das westliche Tribünengebäude für ausreichend. Das östliche Tribünengebäude könnte innen zu einem Sportfunktionsgebäude für den Olympiapark umgebaut werden. Neue Gebäude sollen energetisch optimiert geplant werden. Auch eine Nutzung der Tribünenflächen für Photovoltaik bleibt Teil der Überlegungen.
Eine ganzjährige Nutzung des Sommerbads ist derzeit nicht vorgesehen. Im Zusammenhang mit einer Berliner Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele wurde aber ein wettkampftaugliches Schwimmstadion mit Überdachung und Ummantelung der Tribünen geprüft. Das könnte die Saison verlängern.
Eine Nutzung der Tribünen durch Besucher hängt nach Senatsangaben von einer erfolgreichen Olympiabewerbung ab. Dafür wären höhere Brüstungen und zusätzliche Rettungswege nötig.
Sommerbad Olympiastadion
Quellen: Schriftliche Anfrage Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19 / 25 945, Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Berlin.de, Freibadliebe, Berliner Morgenpost
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