Über den Umbau der Große-Leege-Straße in Alt-Hohenschönhausen wurde in den letzten Wochen viel diskutiert. Während sich die einen über mehr Grün freuen würden, sorgen sich die anderen um die Parkplatzsituation. So haben unsere Leserinnen und Leser reagiert.
© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT / envato
Die Große-Leege-Straße im Stadtteil Alt-Hohenschönhausen soll umfassend umgestaltet werden. Ziel ist es, den urbanen Raum aufzuwerten und die Aufenthaltsqualität durch mehr Grünflächen zu steigern. Der Promenadencharakter entlang der Straße soll wiederhergestellt und neue Aufenthaltsbereiche geschaffen werden, die zum Verweilen einladen.
Die Reaktionen der Anwohnenden waren gespalten: Einige freuten sich über den Umbau und wünschten sich mehr Stadtgrün sowie eine verbesserte Radinfrastruktur an der Große-Leege-Straße, andere zeigten sich besorgt über den möglichen Wegfall von Parkplätzen und sprachen sich dafür aus, möglichst viele Stellplätze an der Straße zu erhalten.
Auch unsere Leserinnen und Leser haben das Thema diskutiert. Das waren ihre Reaktionen.
„Für mich als Anwohner ist das ganze Projekt nicht nachvollziehbar“
Für mich als Anwohner der betroffenen Straße ist das ganze Projekt nicht nachvollziehbar. […] Wir haben hier begrünte Innenhöfe mit Bänken, welche genutzt werden können. Wer bitte soll denn hier flanieren ohne entsprechende Strukturen wie Cafés o.ä.? Auch die Abschaffung von Parkplätzen ist bei der Mieteraltersstruktur und der Entfernung zu öffentlichen Verkehrsmitteln völlig fragwürdig.
ANZEIGE– Sabine
„Ein befestigter Weg in der Mitte wäre hilfreich“
Für mich als Anwohner ist […] nicht nachvollziehbar warum diese Straße grün werden muss. Wir haben hier begrünte Innenhöfe mit Bänken, es gibt einen Strausberger Platz, es gibt ein neugestaltetes Ehrendenkmal. Weiterhin den Orankesee mit den angrenzenden Seen und ja, es gibt die Friedhöfe, welche genutzt werden können. […] Zu begrüßen wäre es, wenn die Konrad-Wolf-Straße wiederbelebt werden würde, mit weniger Wettbüros und Imbissen, dafür mit mehr Restaurants, Cafés und schönen Geschäften […] Für die Menschen, die in der Große-Leege-Straße bereits flanieren, ist ein befestigter Weg in der Mitte vielleicht sehr hilfreich.
– Mieter in der Große-Leege-Straße
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„Sanieren – ja, aber mit Augenmaß“
Seit über 40 Jahren bin ich beruflich in der Konrad-Wolf-Straße […] zu Hause. Die Große-Leege-Straße ist die nächste größere Parallelstraße – und ja, sie könnte an einigen Stellen eine Auffrischung vertragen. Eine vollständige Umgestaltung zu einer Flaniermeile halte ich jedoch für übertrieben. Die Bürgersteige sind ausreichend breit, hier kommen Fußgänger gut aneinander vorbei. Eine Sanierung wäre an manchen Abschnitten sicherlich sinnvoll. Die Fahrbahnen in beide Richtungen bieten genug Platz, sodass sich Autos und Fahrradfahrer auch bei parkenden Fahrzeugen noch gut begegnen können. […] Sollten Parkplätze wegfallen, sehe ich vor allem für die Besucher des Bürgeramtes ein echtes Problem. Nicht jeder kann mit dem Bus dorthin fahren, und die vorhandenen Parkmöglichkeiten sind bereits jetzt knapp. […] Fazit: Sanieren – ja, aber mit Augenmaß und dort, wo es wirklich notwendig ist.
– Tatjana
„Alle Varianten gehen an der Lebensrealität der Bewohner vorbei“
Alle Varianten gehen an der Lebensrealität der Bewohner vorbei. Die Straße ist zu jeder Zeit menschenleer und dient dem ganzen Kiez zweckmäßig als Parkraum. Die bereits bestehenden Grünflächen und Kleinparks (z.B. Strausberger Platz) sind verwahrlost und so werden auch die neuen Flächen enden.
– MLU
„Es ist grün und die Parkplätze werden benötigt“
Also meiner Meinung nach, ist das absoluter Quatsch. Lasst die Große-Leege-Straße so wie sie ist. Da muss nichts geändert werden. Es ist grün und die Parkplätze werden auch benötigt. […] Stellt doch lieber noch ein paar Trinkbrunnen auf oder baut mal einen richtig schönen Spielplatz.
– Maria
„Schön, dass es eine Initiative gibt, die Anwohnerinnen und Anwohner mit einbezieht“
Nach Höhenschönhausen wird selten geschaut, deshalb finde ich es umso schöner, dass es eine Initiative gibt, die die Anwohnerinnen und Anwohner mit einbezieht. […] Spannend wäre es herauszufinden, was sich verändern lässt, wenn die Straße für Menschen gestaltet wird – und nicht nur für Autos. Und die entscheidende Frage bleibt: Was passiert mit den Autos?
– Christian
Quellen: Bezirksamt Lichtenberg Berlin, studio polymorph Landschaftsarchitekten
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