Die neue Lange Brücke in Köpenick soll deutlich schlichter wirken als die heutigen Behelfsbrücken. Der Denkmalschutz beeinflusst das Aussehen, zugleich ändern sich Spurführung, Radwege, Gehwege und der Bereich für Straßenbahn und Bus.

Das Bild zeigt Bauarbeiten am Ufer der Dahme neben der Langen Brücke in Köpenick. Ein Ponton mit Bohrgerät steht neben den bestehenden Brückenkonstruktionen für vorbereitende Arbeiten am Ersatzneubau.

An der Langen Brücke in Köpenick laufen bereits vorbereitende Arbeiten. Für den Ersatzneubau müssen zahlreiche Gründungen und Leitungen im Bereich der Dahme berücksichtigt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG

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Sie ist das aktuelle Aufregerthema in Köpenick: Die neue Lange Brücke über die Dahme, die zwischen Altstadt Köpenick und Köllnischer Vorstadt entstehen soll. Sie wird kein spektakuläres Wahrzeichen. Genau das ist offenbar Teil des Konzepts.

Bei der Infoveranstaltung zum Ersatzneubau wurde deutlich: Die Brücke soll künftig vor allem funktionieren, den Verkehr neu ordnen und sich optisch zurücknehmen. ENTWICKLUNGSSTADT zeigt, wie der Ersatzneubau der Langen Brücke aussehen soll.

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  • Bezirk: Treptow-Köpenick 
  • Lage: Lange Brücke über die Dahme zwischen Altstadt Köpenick und Köllnischer Vorstadt
  • Projektstatus: Entwurfsplanung vorgestellt, Planfeststellungsverfahren in Vorbereitung
  • Geplanter Baubeginn: nach aktuellem Stand 2030
  • Geplante Bauzeit: rund vier Jahre

Der geplante Neubau der Langen Brücke unterscheidet sich stark vom heutigen Bild. Aktuell prägen die historischen Bögen und die seit Jahrzehnten genutzten Behelfsbrücken die Querung über die Dahme. Künftig soll die Verbindung zwischen Altstadt, Schlossplatz, Müggelheimer Straße und Köllnischer Vorstadt klarer, breiter und technisch moderner werden.

Die Lange Brücke in Köpenick überspannt die Dahme vor der historischen Altstadt. Im Hintergrund sind die Türme der Stadtkirche St. Laurentius und des Rathauses Köpenick zu sehen. Die Brücke soll in den kommenden Jahren durch einen Neubau ersetzt werden.Die Visualisierung zeigt die neue Lange Brücke in Köpenick über der Dahme. Zu sehen sind die geplante Straßenbahntrasse in Mittellage, Fahrbahnen für Autos sowie breite Geh- und Radwege vor der Altstadt Köpenick.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT / Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG

Lange Brücke in Köpenick: Denkmalschutz prägt das Aussehen

Ein zentraler Punkt betrifft den Denkmalschutz. Die historische Lange Brücke stand ursprünglich unter Denkmalschutz. Weil sie aufgrund ihres baulichen Zustands nicht erhalten werden kann und durch einen Ersatzneubau ersetzt werden muss, wurde sie aus der Denkmalliste entlassen.

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Dennoch gibt der Denkmalschutz weiterhin den gestalterischen Rahmen für den Ersatzneubau der Langen Brücke vor. Nach Angaben der Projektverantwortlichen durfte die neue Brücke deshalb kein obenliegendes Tragwerk erhalten. Ziel sei es, den Blick auf die Altstadt und das Schloss möglichst wenig zu beeinträchtigen. Damit schieden Varianten mit sichtbaren Bögen, Fachwerken oder anderen hohen Konstruktionen aus.

Die Visualisierung zeigt deshalb eine eher flache, zurückhaltende Brücke. Die Planer erklärten, dass Details wie Geländer, Beleuchtung, Oberflächen oder mögliche Fassadenelemente noch nicht endgültig feststehen. Die Darstellung zeigt also den aktuellen Planungsstand, aber noch nicht jedes gestalterische Detail.

Die Gesamtansicht zeigt die Lange Brücke in Köpenick über der Dahme mit der historischen Brücke und den Behelfsbrücken. Das Bauwerk soll in den kommenden Jahren vollständig durch einen Ersatzneubau ersetzt werden.

Die Lange Brücke in Köpenick verbindet die Altstadt mit der Köllnischen Vorstadt. Der geplante Ersatzneubau zählt zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten im Südosten Berlins. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Neues Aussehen der Langen Brücke: Drei Bauwerke statt heutiger Provisorien

Technisch soll die neue Lange Brücke aus drei Teilbauwerken bestehen. Außen liegen die beiden Straßenbrücken. In der Mitte entsteht ein eigener Brückenteil für die Straßenbahn. Diesen Bereich sollen auch Busse sowie Einsatzfahrzeuge nutzen können.

Damit sortiert der Entwurf die Verkehrsarten neu. Heute wirkt die Brückensituation durch historische Brücke, Behelfsbrücken, Leitwerke und provisorische Konstruktionen unübersichtlich. Künftig soll der Verkehr klarer geführt werden. Die Straßenbahn rückt in die Mittellage, der Autoverkehr fährt außen daneben.

Das Foto zeigt die Behelfsbrücke der Langen Brücke in Köpenick aus Fahrtrichtung Müggeleedamm. Die Stahlkonstruktion dient derzeit dem Straßen- und Straßenbahnverkehr und soll später zurückgebaut werden.

Über die Behelfsbrücke der Langen Brücke in Köpenick verkehren derzeit Autos und Straßenbahnen. Während des geplanten Neubaus soll der Straßenbahnverkehr vollständig durch Busse ersetzt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Lange Brücke: Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer in Köpenick

Besonders deutlich verändert sich der Seitenraum. Nach den vorgestellten Plänen entstehen auf beiden Seiten 2,50 Meter breite Radwege. Daneben sind 3,20 Meter breite Gehwege vorgesehen. Zwischen Fahrbahn und Radweg liegt ein Sicherheitsstreifen.

Im Vergleich zur heutigen Situation ist das ein großer Unterschied. Derzeit teilen sich Fußgänger und Radfahrer deutlich engere Nebenflächen von insgesamt gerade einmal 3 Metern. Die neue Aufteilung soll mehr Raum schaffen und Konflikte verringern. Auch die geplanten Uferwege unter der Brücke verbessern die Wegebeziehungen am Wasser.

Die Lange Brücke in Köpenick führt über die Dahme und zeigt die bestehende Verkehrsführung, die im Zuge des Ersatzneubaus und des aktuellen Zeitplans neu organisiert werden soll.

Die Lange Brücke in Köpenick überspannt die Dahme und soll im Rahmen des geplanten Ersatzneubaus ab 2030 schrittweise erneuert werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Schlichte Lange Brücke statt sichtbares Wahrzeichen

In der Diskussion wurde die Optik der neuen Brücke kritisch angesprochen. Einige Bürger empfinden die gezeigte Visualisierung als zu schlicht. Die Projektverantwortlichen verwiesen auf die Vorgaben des Denkmalschutzes und auf den noch nicht abgeschlossenen Gestaltungsprozess.

Klar ist aber: Die neue Lange Brücke soll nicht durch ein markantes Tragwerk auffallen. Sie soll den Blick auf Schloss, Altstadt und Dahme möglichst wenig stören. Das Aussehen folgt damit weniger einem repräsentativen Anspruch, sondern vor allem den Anforderungen von Verkehr, Denkmalschutz, Schifffahrt und Bauwerkstechnik.

Lange Brücke

 

Quellen: BVG, Senatsverwaltung Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

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19 Kommentare

  1. Ewald Karl 9. Juli 2026 at 11:34 - Reply

    Die neue Brücke sieht ausgesprochen hässlich aus. Ein schlichtes Ersatzbauwerk wie aus den siebziger Jahren.
    Es wäre schön, wenn man so markante Stellen in der Stadt nicht durch die x-beliebige Variation einer deutschen Autobahnbrücke verschandeln würde.

  2. Martintre 9. Juli 2026 at 14:59 - Reply

    Es wird so getan, als wäre der heute übliche Brutalismus die einzige Möglichkeit, freie Sicht zu gewähren.

    In der Praxis gibt es aber viele gelungene Beispiele für flach bauende und dennoch optisch schöne Brückenbauwerke.

    Wahrscheinlich ist hier wieder die junge Architektengeneration am Werk, die mit schöner Architektur einfach keinen Frieden machen kann.

  3. Laen 9. Juli 2026 at 15:13 - Reply

    Schick und schlicht und endlich wurde mit an fuss und radverkehr gedacht mit ausreichenden briten udn querung unter der brücke

  4. Jögö 9. Juli 2026 at 15:21 - Reply

    Hässlicher geht’s vermutlich nicht.
    Es wäre einfach ehrlicher gewesen, wenn man gesagt hätte,wir wollen so billig wie möglich bauen, einen Sch… auf Architektur und Kunst !,statt diesen Entwurf auf den Denkmalsschutz ,bzw. freie Sicht auf die Altstadt, zu schieben.

  5. Mirco 9. Juli 2026 at 15:40 - Reply

    Einfach nur hässlich der Neubau, mehr fällt mir dazu leider nicht ein. Da sieht man mal wieder, dass mann alte denkmalgeschützte Bauwerke nur lange genug zerfallen lassen muss, damit sie nicht mehr unter den Denkmalschutz fallen. Wieder mal ein Armutszeugnis der Politik in Berlin.

  6. Ewald Karl 9. Juli 2026 at 15:41 - Reply

    Die geplanten Uferwege wirkenzumindest in der dargestellten Version übrigens auch total unattraktiv. So wie der Weg düster unter der Brücke durchgeführt wird, macht es vermutlich wenig Lust, den Uferweg lang zu gehen. – höchstens ein gut geschützter Schlafplatz für Obdachloser könnte dabei rauskommen.

  7. Maxam 9. Juli 2026 at 16:07 - Reply

    Als Idee würde ich eine denkmalgerechte Brücke sehen. Die Brücke seitlich optisch erhalten und einfach nur breiter bauen. So wäre doch alle Aspekte schön verbunden.

  8. Ryll 9. Juli 2026 at 17:27 - Reply

    2030 bauen ?
    Warum bauen nicht jetzt ?
    Wichtig Dampf, Transport , Fähre Schiff , Große Boot unter Brücke…verbindung .!!!!

    MfS. DIETER

    • Sebastian 9. Juli 2026 at 21:23 - Reply

      Die vier Entwürfe zur neuen Carolabrücke in Dresden haben gezeigt, dass auch flache moderne Brücken fantastisch aussehen können. Beim Entwurf zur Langen Brücke kann man hingehen nur hoffen, dass die Errichtung auch tatsächlich so billig wird, wie sie aussieht.

      • Oliver 12. Juli 2026 at 19:43 - Reply

        An langer Weile kaum zu überbieten. Wäre wohl in der Innenstadt so nicht machbar. Ich hoffe, das die Verantwortlichen noch einmal nachsitzen und sich mehr Gedanken machen. Die Köpenicker haben so einen trostlosen Anblick nicht verdient.

  9. Wolfgang Röseler 9. Juli 2026 at 17:58 - Reply

    Die Fertigstellung werde ich nicht mehr erleben, wenn ich bedenke wie lange es mit der Aĺlendebrücke gedauert hat.

  10. Lutz 9. Juli 2026 at 18:43 - Reply

    Wird die Altstadt anschließend auch im Stiel ersetzt?

  11. Beate 10. Juli 2026 at 07:58 - Reply

    Ich weiß nicht, wie man für so eine Einheitsbrücke so lange brauchen kann. Immer wenn Denkmalschutz tatsächlich mal eine Bedeutung hätte, wird er ausgeklammert. Für mich ist das Stielbruch auf ganzer Linie . Aber bis es soweit ist, kommt vielleicht, aufgrund von Sparmaßnahmen, nur noch eine Holzbrücke hin.

  12. Franke Joachim 10. Juli 2026 at 09:38 - Reply

    Ja schade, wieder mal eine Chance vertan.
    Ich habe bis kurz vor der Wende in Köpenick gewohnt und die hässliche Ersatzbrücke stand ja damals schon und damals hat man sich so gedacht , na ja die können nicht anders und es fehlt eben an Geld und Know-how. Doch nun fast 40 Jahre später so etwas zu präsentieren ist schon traurig wo man doch weiß das es besser und anders geht, siehe die neue Brücke an der Museumsinsel zwischen der Mombijoustrasse und am Kupfergraben. Das ist eine moderne Stahlkonstruktion aber so toll verkleidet das sie perfekt ab diese historische Stelle passt. Ja sicherlich bei weiten nicht so groß wie die lange Brücke in Köpenick. Doch sollte es das nicht Wert sein, gerade auch durch den historischen Kontext mit Schloss und Altstadt. Ja und es ist sicherlich auch nicht der canalettoblick wie in Dresden, aber ich finde es ist die Möglichkeit köpenick ein Stück alten Charme zurück zu geben, nach so vielen Jahren mit hässlicher Ersatzbrücke. Wäre zu wünschen das der erste Satz meines Kommentares wiederlegt würde.

  13. Dirk 11. Juli 2026 at 00:02 - Reply

    Einfach nur Häßlich !
    Fahrbahnen für Auto & Radfahrer alles super!
    Aber warum keine Elemente die darauf hinweisen das hier eine Altstadt ist 🤷‍♂️

  14. Philipp 13. Juli 2026 at 12:22 - Reply

    Wenn sogar der Denkmalschutz nur noch einfallslose Brücken empfiehlt, dann weiß man das man am zivilisatorischem Tiefpunkt dieses Landes angekommen ist.
    Als wäre es nicht möglich, eine Brücke ohne Aufbauten zu planen, die trotzdem ansprechend aussieht und z.B. die Ornamentik des Brückenfundaments aufgreift, schöne Kandelaber zur Beleuchtung nutzt etc.

  15. Katski 13. Juli 2026 at 22:56 - Reply

    Hoffentlich ist die Abbildung nur eine Illustration der Absichtserklärung, eine Brücke zu errichten und der Entwurf folgt bald.

  16. M.Hillen 14. Juli 2026 at 08:45 - Reply

    So viele wunderschöne, kritische Kommentare.. super. Da muss ich ja gar nichts mehr schreiben. Danke.

  17. Frank 16. Juli 2026 at 17:24 - Reply

    Die Brücke ist hässlich? Passt doch zur Altstadt. Überall liegt Müll, weil die Behälter dafür nur schön sein müssen, nicht praktisch. Beschmierte Fassaden. Ruinen sieht man als erstes, wenn man aus Richtung Lindenstraße kommt. Verdorrte Bäume auf dem Schlossplatz, gepaart mit kaputtem Pflaster. Selbst am Rathaus sieht es durch Unkrautwuchs grausam aus. Alles in allem, Berlin halt. Vielmehr sollte man sich über die Bauzeiten aufregen.

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