In Pankow ist der Wettbewerb für das geplante Stadtquartier Elisabeth-Aue abgeschlossen. Vier Planungsteams überzeugten mit ihren Entwürfen und entwickeln ihre Konzepte nun weiter. Das Projekt bleibt jedoch umstritten, nicht nur wegen der Größe, sondern auch wegen Fragen der Verkehrsanbindung und des Landschaftsschutzes.

Der Entwurf von Hosoya Schaefer Architects AG, Agence Ter.de GmbH Landschaftsarchitekten für die Elisabeth-Aue zeigt ein klar gegliedertes Quartier mit sternförmig angeordneten Straßenachsen, die auf einen zentralen Quartierspark zulaufen. Auffällig ist die enge Verzahnung von Wohnbereichen, Grünflächen und Schulstandorten, wodurch eine kompakte, aber durchgrünte Stadtstruktur entsteht. / © Visualisierung: Hosoya Schaefer Architects AG, Agence Ter.de GmbH Landschaftsarchitekten
© Visualisierung Titelbild: H03 Arch. GmbH, Kuehn Malvezzi Projects GmbH, ver.de Landschaftsarchitekten Stadtplaner Partnerschaftsgesellschaft mbB
Der städtebaulich-freiraumplanerische Wettbewerb für das neue Quartier Elisabeth-Aue ist abgeschlossen. Zwölf internationale Teams reichten im Frühjahr ihre Arbeiten ein, vier davon wurden jetzt ausgezeichnet. Ab November sollen die Entwürfe in einer kooperativen Werkstatt vertieft und weiterentwickelt werden.
Die ausgewählten Teams sind 03 Arch mit Kuehn Malvezzi Projects, Hosoya Schaefer Architects mit Agence Ter, Ortner & Ortner Baukunst mit capattistaubach sowie CITYFÖRSTER mit arbos landscape. Das Preisgericht lobte, dass die Konzepte sowohl städtische Dichte als auch Übergänge in die offene Landschaft berücksichtigen.
Wettbewerbsverfahren zur Elisabeth-Aue: Vier Entwürfe erreichen nächste Phase
Der Wettbewerb wurde als nichtoffenes Realisierungsverfahren nach den RPW-Richtlinien durchgeführt. Zwölf renommierte Teams aus Deutschland und Europa reichten anonymisierte Entwürfe ein, die im September 2025 von einem Preisgericht bewertet wurden. Unter Vorsitz von Prof. Kunibert Wachten fiel die Wahl auf vier Arbeiten, die in die nächste Runde gehen. Kriterien waren städtebauliche Qualität, ökologische Standards und die Integration in die Landschaft.
Ab November werden die prämierten Beiträge in einer Werkstattphase vertieft. Am Ende wählt das Preisgericht einen Siegerentwurf aus, der in eine Rahmenplanung münden soll. Diese bildet wiederum die Grundlage für die spätere Bauleitplanung. Parallel dazu sind öffentliche Ausstellungen vorgesehen, bei denen Bürgerinnen und Bürger ihre Anmerkungen einbringen können.
Elisabeth-Aue in Pankow: Geplant sind 5.000 Wohnungen und soziale Infrastruktur
Auf der rund 73 Hektar großen Elisabeth-Aue in Blankenfelde sollen bis zu 5.000 Wohnungen entstehen. Ergänzend sind Kitas, Schulen, soziale Einrichtungen sowie Büro- und Einzelhandelsflächen geplant. Geplant ist ein Quartier der kurzen Wege, das durch ökologische Bauweisen und großzügige Freiräume geprägt sein soll.
Für Senatsverwaltung und Entwicklungsgesellschaft Elisabeth-Aue gilt das Projekt als wichtiger Baustein, um dem wachsenden Wohnraumbedarf Berlins zu begegnen. Die ausgezeichneten Entwürfe bilden dabei das Fundament für die weitere Entwicklung des Stadtteils.
Kritik an geplanter Bebauung: Bürgerinitiative fordert Schutz der Elisabeth-Aue
Gleichzeitig stößt das Vorhaben auf Widerstand. Bei einer Informationsveranstaltung im Mai 2025 protestierten Anwohnende und Landwirte gegen die Dimension der Bebauung. Sie befürchteten eine Entwicklung hin zu einem „Marzahn 2.0“ und forderten eine Reduzierung der geplanten Wohnungen. Die Bürgerinitiative Elisabeth-Aue sprach sich zudem für den dauerhaften Schutz der Fläche aus. Nach ihrer Einschätzung handelt es sich um einen ökologisch wertvollen Raum mit zahlreichen geschützten Arten, der eng an das Landschaftsschutzgebiet Blankenfelde angebunden sei.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die verkehrliche Erschließung. Der Berliner Senat plant, die Straßenbahnlinien M1 und 50 zu verlängern und durch das Quartier zu einem Ringschluss zu verbinden. So soll eine direkte Verbindung zum Pankower Zentrum entstehen. Die Umsetzung der rund 3,5 Kilometer langen Strecke ist bis 2030 vorgesehen.
Öffentliche Präsentationen: Bürgerinnen und Bürger können Entwürfe diskutieren
Die vier prämierten Entwürfe werden ab Mitte Oktober in mehreren Ausstellungen präsentiert. Den Auftakt bildet eine Veranstaltung im Colosseum-Kino in Prenzlauer Berg, es folgen Präsentationen in Französisch Buchholz und im Rathaus-Center Pankow.
Die Öffentlichkeit soll dabei Gelegenheit haben, mit den Teams ins Gespräch zu kommen und Rückmeldungen zu geben. Nach Abschluss der Werkstattphase wird ein Siegerentwurf feststehen, der die Grundlage für die weitere Planung des Quartiers bildet.

Der Entwurf von Ortner & Ortner Baukunst Gesellschaft von Architekten mbH, capattistaubach urbane landschaften Landschaftsarchitekt und Architekten PartGmbH für die Elisabeth-Aue setzt auf eine klare Blockstruktur mit vielen geschlossenen Hofanlagen, die das Quartier stark verdichten. Auffällig ist der große zentrale Park, der sich wie ein grünes Band durch das Gebiet zieht und von weiteren kleineren Grünflächen und Sportarealen ergänzt wird. / © Visualisierung: Ortner & Ortner Baukunst Gesellschaft von Architekten mbH, capattistaubach urbane landschaften Landschaftsarchitekt und Architekten PartGmbH

Der Entwurf von CITYFÖRSTER architecture+urbanism PartGmbB, arbos landscape GmbH, ARGUS Stadt und Verkehr Partnerschaft mbB für die Elisabeth-Aue zeichnet sich durch eine klare Nord-Süd-Achse mit begrünten Boulevards aus. Diese sollen das Quartier strukturieren und verbinden. Auffällig ist die starke Durchmischung von Wohnblöcken und großzügigen Grünflächen mit Teichen, die wie kleine Inseln in das städtische Gefüge eingebettet sind. / © Visualisierung: CITYFÖRSTER architecture+urbanism PartGmbB, arbos landscape GmbH, ARGUS Stadt und Verkehr Partnerschaft mbB
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bürgerinitiative Elisabeth-Aue, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Berliner Morgenpost
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3 Kommentare
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Ich kann nicht nach vollziehen, dass bei der Bebauung der Elisabeth Aue alle davon ausgehen, dass die Bewohner dort nur die Strassenbahn benutzen. Was ist mit den Autos? Alle Autofahrer, die dann Richtung Innstadt wollen, fahren durch die kleinen Abwohnerstrassen, um auf den schnellsten Weg über die Schönhauser Straße oder Kastanienallee in Richtung Innenstadt zu gelangen.
Darüber sollten die Verantwortlichen mal nachdenken.
Die Bebauung der Elisabeth-Aue wäre ein sehr großer Frevel, da sie hauptverantwortlich ist für ein gutes Klima und gesunde Luft ( Wetterscheide!). Wir wollen kein Märkisches Viertel mit Hochhäusern und dem entsprechenden Klientel! Kaum hat die CDU das Sagen, gelten wieder nur Profitinteressen! Die Interessen der Anwohner und Bauern sind dann unerheblich. SO WAS NENNT MAN DEMOKRATIE!!!! Der Umweltschutz wird dabei auch total vergessen! Ich will das nicht und bin gegen eine Bebauung!!!! Es gibt genügend andere freie Flächen, deren Bebauung nicht so einen gewaltigen Eingriff in das Klima bedeuten würde, z. B. Tempelhofer Feld, das bietet bessere Voraussetzungen für eine Wohnansiedlung. Ich appelliere an Ihre VERNUNFT!
Bei dem Entwurf von CITYFÖRSTER architecture+urbanism PartGmbB… ist im Bild rechts außen ein Privatweg als ‚Verbindung Grünzug‘ eingezeichnet. Es handelt sich um einen Privatweg der Blankenfelder Str. 103A – 103L. Dieser darf nicht in die Planung einbezogen werden! Es besteht keine Durchgangsberechtigung.