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Der Hardenbergplatz vor dem Bahnhof Zoologischer Garten steht vor einer Transformation. Mit dem Pilotprojekt „SMART SPACE Hardenbergplatz“ will das Bezirksamt gemeinsam mit Partnern neue Formen der Nutzung, Verwaltung und Gestaltung des öffentlichen Raums erproben. Ziel ist es, den Platz von einer reinen Verkehrsfläche zu einem flexibleren Stadtplatz mit höherer Aufenthaltsqualität weiterzuentwickeln.

© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Marek Śliwecki, CC BY-SA 4.0

 

Der Hardenbergplatz am Bahnhof Zoologischer Garten gehört zu den zentralen Verkehrsknotenpunkten Berlins. Täglich passieren ihn tausende Menschen, sei es auf dem Weg in Bus, Bahn oder in die umliegenden Geschäfts- und Kulturangebote. Bislang ist der Vorplatz vor allem Durchgangsraum. Aufenthaltsqualität oder Raum für Begegnung spielen eine untergeordnete Rolle.

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Genau hier will nun das Pilotprojekt „SMART SPACE Hardenbergplatz“ ansetzen. Es will bis 2026 erproben, wie der Platz flexibler und gemeinwohlorientierter gestaltet werden kann. Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft sollen dabei zusammenarbeiten, um aus dem Bahnhofsvorplatz ein Stadtareal mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Hardenbergplatz: Von der Verkehrsfläche hin zu einem multifunktionalen Stadtplatz?

Kern des Projekts ist die Frage, wie öffentliche Flächen künftig organisiert werden können. Unterstützt wird es von der digitalen Plattform Stadtplatz.de, über die Flächen gebucht und Veranstaltungen angemeldet werden können. Ziel ist es, die Nutzung des Platzes zu erleichtern und gleichzeitig Erfahrungen zu sammeln, wie sich hochfrequentierte Räume flexibler verwalten lassen.

Hinter dieser digitalen Lösung steht ein größerer Ansatz: Der Platz soll nicht länger nur als Transitort dienen, sondern in Teilen als Treffpunkt, Veranstaltungsort oder temporäre Spielfläche genutzt werden können. So könnte sich das Bild des Hardenbergplatzes von einer reinen Verkehrsfläche hin zu einem multifunktionalen Stadtplatz wandeln.

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Aufenthaltsqualität als Leitmotiv: Stadtgesellschaft soll aktiv an der Gestaltung des öffentlichen Raums teilhaben

Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Geplant sind Pop-up-Interventionen, die den Platz zeitweise umgestalten. Dadurch sollen verschiedene Szenarien erprobt werden, wie der Raum zum Verweilen und nicht nur zum Durchqueren genutzt werden kann. Die Stadtgesellschaft wird dabei aktiv eingebunden. Ihre Rückmeldungen sollen helfen, dauerhaft tragfähige Konzepte zu entwickeln.

Parallel dazu soll die Anbindung an die Mobilität vor Ort weiterentwickelt werden. Neue Angebote, die den Übergang zwischen öffentlichem Verkehr, Radverkehr und anderen Formen der Fortbewegung erleichtern, sind Teil des Konzepts. So soll der Platz künftig nicht nur ein Ort des Umsteigens sein, sondern auch eine Schnittstelle, die Mobilität und Stadtleben besser miteinander verbindet.

„Gemeinsam Digital: Berlin“: Modellcharakter für weitere Stadtplätze?

Das Vorhaben ist Teil der Berliner Smart City Strategie „Gemeinsam Digital: Berlin“ und wird von Bund und Land gefördert. Die hier gesammelten Erfahrungen sollen nicht auf den Hardenbergplatz beschränkt bleiben. Vielmehr geht es darum, ein übertragbares Modell für die Verwaltung und Gestaltung öffentlicher Plätze zu entwickeln, das auch an anderen Orten Anwendung finden kann.

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Der Hardenbergplatz ist damit nicht nur Pilotfläche, sondern Stadtlabor. Er steht exemplarisch für die Frage, wie hochfrequentierte Räume in Zukunft gestaltet werden können, um die Bedürfnisse von Mobilität, Aufenthalt und urbanem Leben in Einklang zu bringen.

 

Quellen: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Gemeinsam Digital: Berlin, stadtplatz.de

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6 Kommentare

  1. a.tirpitz 5. September 2025 at 14:07 - Reply

    Ich hänge nach wie vor der Langhof-Hochhausversion an. Man sollte aber trotzdem noch eine echte Platzsituation übrig lassen, am besten zur Kreuzung hin…schon der U2-Trasse wegen. Sicher würde dann die darunter liegende U9-Röhre trotzdem noch genug Kopfzerbrechen erzeugen….. Diese Pop Up -Geschichten sind hingegen sinnlos rausgeworfenes Steuergeld.

    • Talabot 7. September 2025 at 12:40 - Reply

      Bin überzeugt, der Mangel an Euros wird dieses Projekt verunmöglichen-wetten?

  2. Talabot 7. September 2025 at 12:38 - Reply

    In Zeiten von Sparmaßnahmen tönt das Projekt eh merkwürdig…..ich frag mich, woher die nötigen Euros kommen sollen, um diese Ideen umzusetzen?? Garantiert wird hier wieder viel good will gezeigt, doch wird es nie realisiert – typisch Berlin!!
    —> Frohe Grüsse aus der Schweiz 😉

  3. NachtsAmZoo 8. September 2025 at 09:24 - Reply

    Tja, wenn man den Platz nachhaltig ein bisschen angenehmer machen würde, wären meine Vorschläge folgende:

    – saubere öffentliche Toiletten
    – mehr Sauberkeit generell
    – mehr Pflege der öffentlichen Einrichtungen
    – die unnützen Parkplätze entfernen (in der Innenstadt sollte man die in nem Parkhaus unterbringen, gibt ja genug drum rum)
    – Fläche entsiegeln und mehr Grün

    Das unangehmste dort sind leider die zahlreichen menschlichen Hinterlassenschaften (Müll, Dreck, das was man von sich gibt, wenn es keine Toiletten gibt) und die Fülle an Menschen auf den zu schmalen Gehwegen, gebündelt mit dem Verkehrslärm. Fahrradwege gibt’s auch keine, obwohl der Platz direkt auf einer der Haupt-Fahrradrouten liegt.

    Insgesamt ist der Zoo kein angenehmer Ort um sich dort aufzuhalten. Zum umsteigen von U2 auf U9 oder zu S-Bahn / Regio leider ein notwendiges Übel. Wirklich schade, andererseits ist es deutlich besser als in den 80ern und 90ern. Luft nach oben bleibt und Geld wird lieber in Autoprojekte investiert.

  4. Eggman 17. September 2025 at 10:24 - Reply

    Was mich wundert, ist, dass es keine gute Fußgängerverbindung vom Eingang des Zoos selbst zu den Bahn- oder Bussteigen gibt. Bei 3 Millionen Besuchern pro Jahr, von denen die meisten mit Kindern kommen, finde ich es unangemessen! Und das alles, um 130 Parkplätze zu schützen? Das ist doch ideologische Absurdität.

  5. Löwe 7. Oktober 2025 at 00:29 - Reply

    Alles hat einen Zweck und hier gibt es sicherlich Möglichkeiten den Zweck dieses Ortes zu optimieren. Wegen dem Zoo in unmittelbarer Nähe wo man bei wechselnder Nutzung darauf achten sollte nicht die Tierwelt im Park zu stören.

    Unabhängig davon hat in der Nachbarschaft seit etwa 2010 ein Welle an Schließungen eingesetzt die sich immer noch fortsetzt. In vielen Gegenden dort existiert das genannte Kulturangebot nicht mehr, was einst diese Umgebung für viele ausgemacht hatte.

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