Ein Plattenbau mit Zukunft: Das Projekt „Sixty2“ steht exemplarisch für die Wiederentdeckung der Ostmoderne in Berlin-Mitte. Wo früher reine Zweckarchitektur dominierte, entsteht heute ein lebendiger Mix aus Wohnen, Arbeiten und Gastronomie. Das von Trockland verantwortet Revitalisierungsprojekt wird einen ganz neuen architektonischen Kontrastpunkt im Berliner Klosterviertel setzen.

Trockland verwandelt das ehemalige DDR-Bürohaus in der Klosterstraße in ein kreatives Wohn- und Gewerbeensemble. „Sixty2“ soll dabei für moderne Stadtentwicklung, nachhaltige Substanznutzung und urbane Vielfalt stehen. / © Visualisierung: Trockland Management GmbH

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierungen: Trockland Management GmbH

In Zusammenarbeit mit der Trockland Management GmbH

 

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Mit der Sanierung und Weiterentwicklung historischer Bauten der DDR-Architektur zeigt der Berliner Projektentwickler Trockland, wie sich bauliches Erbe und moderne Nutzungskonzepte sinnvoll miteinander verbinden lassen. An gleich drei Berliner Standorten entstehen derzeit Projekte, die sich durch einen bewussten Umgang mit Bestandsarchitektur, Nachhaltigkeit und architektonischer Identität auszeichnen.

Ein prominentes Beispiel ist das Projekt „Funkytown“ in Oberschöneweide, gelegen zwischen der Rummelsburger Landstraße und der Nalepastraße. Hier entsteht bis Ende 2027 ein neues Kultur- und Gewerbequartier mit direktem Bezug zur Rundfunkgeschichte der DDR. Ebenfalls in Oberschöneweide entsteht an der Wilhelminenhofstraße ein weiteres Trockland-Projekt. Das 1912 errichtete Baudenkmal „Wilhelmine“, einst Teil der Accumulatorenfabrik, wird derzeit für eine gemischte Nutzung vorbereitet.

Berlin-Mitte: DDR-Bürogebäude in der Klosterstraße wird zu „Sixty2“

In Berlin-Mitte, an der historisch geprägten Klosterstraße, nimmt ein weiteres Trockland-Projekt Gestalt an. Das unter dem Namen „Sixty2“ entwickelte Vorhaben basiert auf einem Bürogebäude aus dem Jahr 1975; ein typischer Vertreter der „Ostmoderne“, jener in der DDR geprägten Architekturrichtung, die heute vielerorts neu bewertet wird.

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Das markante Stahlbeton-Skelettgebäude mit klarer Formensprache und funktionaler Gliederung wird nicht abgerissen, sondern grundlegend modernisiert. Drei zentrale Elemente des Gebäudes – ein originales Mosaik im Erdgeschoss, die denkmalgeschützten Eingangstore und die trapezförmigen Fenster – werden sorgfältig restauriert.

Umbauprojekt „Sixty2“ im Klosterviertel: Gewerbe, Wohnen und Gastronomie im neuen Nutzungsmix

Im Zuge des Umbaus entstehen moderne Büroflächen, ergänzt um ein neu errichtetes Wohnhaus im Innenhof, das 43 Mietwohnungen beherbergen wird. Das neue Wohngebäude profitiert von einer ruhigen, begrünten Hoflage, die zugleich vom Straßenlärm abschirmen soll.

Die Erdgeschossflächen sollen für gastronomische Angebote geöffnet werden, die neue Aufenthaltsqualität in die Umgebung bringen. Der erste Bauabschnitt umfasst die Sanierung und Erweiterung des Westgebäudes. In einer zweiten Phase wird das Ostgebäude entlang der Stralauer Straße und Waisenstraße erweitert. Dort entstehen zusätzliche Gewerbeflächen und ein neuer Eingangsbereich, der das Ensemble städtebaulich abrundet.

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Nachhaltigkeit durch Erhalt: CO₂-Einsparung als Planungsgrundsatz in Berlin-Mitte

Bei allen drei Projekten, „Wilhelmine“, „Funkytown“ und „Sixty2“, ist der Verzicht auf Abriss der gemeinsame Nenner. Die Projektentwickler sehen es als bewussten Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen und zur Schonung von Ressourcen an.

Der Erhalt vorhandener Bausubstanz trägt somit zur positiven Nachhaltigkeitsbilanz bei, insbesondere bei Gebäuden wie dem Plattenbau in Oberschöneweide oder dem DDR-Bürohaus in der Klosterstraße. Was früher als reine Zweckarchitektur galt, wird heute unter neuen Vorzeichen interpretiert. Die Ostmoderne, mit ihrer funktionalen Klarheit, wird zunehmend als Bestandteil der Berliner Architekturgeschichte verstanden – und bekommt durch Projekte wie die von Trockland neue Relevanz.

Standortvorteil für „Sixty2“ in Berlin-Mitte: Politisches Zentrum, kreative Gründerszene und kulturelle Vielfalt

Beim Projekt „Sixty2“ ist für Trockland vor allem die Lage entscheidend, denn aus Sicht des Projektentwicklers liegt des Objekt im Herzen eines dynamischen Wirtschaftsdreiecks zwischen Gendarmenmarkt, Alexanderplatz und Mediaspree. Trockland bewertet das Quartier als einen Ort, an dem sich die zentralen Facetten Berlins vereinen: politisches Zentrum, kreative Gründerszene und kulturelle Vielfalt.

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Die geplanten Gewerbeflächen werden auf insgesamt sieben Etagen eingerichtet, die der Bestandsbau bietet. Die kantige, glatte Kubatur des bestehenden Gebäudes gibt den Projektverantwortlichen eine vergleichsweise hohe Gestaltungsfreiheit, wie Projektleiterin Lara Shevack im ENTWICKLUNGSSTADT-Podcast „Metropole im Wandel“ betonte.

Gestaltung der Büroflächen im „Sixty2“: Großflächige Oberlichter und vier Meter hohe Decken

Großflächige Oberlichter und rund vier Meter hohe Decken sollen zu einem attraktiven Bürostandort für die zukünftigen Mieterinnen und Mieter werden. Aufgrund des offenen Grundrisses können die künftigen Mieter beim Ausbau ihrer Etagen noch entscheidend mitredend, so Trockland. 

Das mitunter sehr aufwendige Bauvorhaben „Sixty2“ zeigt exemplarisch, dass die Architektur der „Ostmoderne“ auch weiterhin sichtbarer und markanter Bestandteil des Berliner Stadtbildes bleiben wird, wobei zahlreiche in den Nachkriegsjahrzehnten errichteten Gebäude künftig mit völlig neuen Nutzungskonzepten versehen werden.

© Visualisierung: Trockland Management GmbH

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© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Sixty2, Architektur Urbanistik Berlin, Deutsches Architektur Forum, Trockland GmbH, Wikipedia, Immobilien Zeitung

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2 Kommentare

  1. A.Tirpitz 18. Juli 2025 at 16:33 - Reply

    …und das Viertel um „62“ würde außerdem noch einen ganze anderen Kick bekommen, wenn die Waisenbrücke nun mal endlich kommen würde! Plötzlich wäre dann die andere Spreeseite mit im Rennen. Dass das keiner bei der Stadt schnallt?!?!…Glaube, für die Brücke sind sogar schon Mittel eingestellt….Oder?

  2. Tobias Baumann 19. Juli 2025 at 09:18 - Reply

    ..irgendwer schnallt es sicher, aber diejenigen können sich irgendwie nicht durchsetzen. Ich glaube der Wiederaufbau der Waisenbrücke war schon Thema, als ich nach Berlin gezogen bin, 1991, vielleicht auch etwas später. Aber das macht auf die Jahrzehnte gerechnet auch nichts mehr aus. Es ist ja so mit vielen Themen, die in dieser Stadt vor allem aus weltanschaulichen oder ideologischen Gründen, durch die sperrige, mit Bezirken fragmentierte Verwaltung und vor allem durch linke Mehrheiten verschleppt oder dilettantisch gelöst werden und Entwicklung und Wohlstand ausbremsen.

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