Zum Jahreswechsel 2025/26 verzeichnet Berlin deutlich steigende Besucherzahlen, das neue Silvesterkonzept geht offenbar auf. Kurzfristig hat der Veranstalter weitere Tickets für das ausverkaufte Event am Brandenburger Tor zur Verfügung gestellt. Die Jahresbilanz 2025 fällt jedoch gemischt aus. Für den stagnierenden Auslandstourismus braucht es neue Ideen.

Wie voll wird es am Brandenburger Tor? Die offizielle Feier ist ausverkauft und wurde noch einmal um 5.000 Tickets erweitert – aber wird das reichen? Der Besucherandrang ist offenbar enorm. So zeigen es jedenfalls die aktuell prognostizierten Übernachtungszahlen. / © Foto: Wikimedia Commons / Leonhard Lenz (CC0 1.0)
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Berlin beendet das Tourismusjahr 2025 mit einem bemerkenswerten Schlusspunkt. Zum Jahreswechsel 2025/2026 rechnet die Stadt mit deutlich höheren Besucherzahlen als im Vorjahr; und das ausgerechnet in einem Jahr, das touristisch oft mit dem Ausnahmejahr 2024 verglichen wird.
Die starke Nachfrage rund um Silvester zeigt offensichtlich: Die Hauptstadt bleibt auch ohne Mega-Event wie eine Fußball-EM ein zentraler Anziehungspunkt für nationale und internationale Gäste, allerdings mit einigen Einschränkungen.
Silvester: Hotelauslastung in Berlin liegt bei 72 Prozent, im Vorjahr waren es nur 57 Prozent
Die Hotel- und Buchungszahlen für die Silvestertage liegen spürbar über dem Vorjahresniveau. 2024 lag die Hotelauslastung in Berlin zu Silvester bei lediglich 57 Prozent, zum Jahreswechsel 2025/26 werden es voraussichtlich über 72 Prozent sein; ein Plus von 15 Prozent, wie das Tourismus-Portal visitBerlin gegenüber der Berliner Morgenpost angibt.
Auch die Buchungsplattform Booking.com bestätigt die starke Nachfrage: Berlin ist für die Silvesternacht die meistgesuchte deutsche Stadt, die Unterkunftssuchen legten im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent zu. Grundlage sind weltweite Suchanfragen zwischen dem 22. und 28. Dezember 2025 für Aufenthalte rund um den Jahreswechsel 2025/26.
Stark nachgefragter Jahreswechsel trotz (oder wegen?) neuem Konzept am Brandenburger Tor
Besonders auffällig ist, dass der Zulauf möglicherweise nicht trotz, sondern wegen eines neuen Konzepts rund um das Silvester-Konzert am Brandenburger Tor zustande kommt. Weniger Gedränge, klarere Zugangsregelungen und ein stärker kuratiertes Kulturangebot sollen den Charakter des Abends verändern; weg von der reinen Massenveranstaltung, hin zu einem kontrollierten, urbanen Großevent.
So wünscht es sich jedenfalls der verantwortliche Veranstalter des Events, die Kulturprojekte Berlin GmbH, der das Event unter dem Titel „Yeah 2026“ vermarktet, und das offenbar mit Erfolg. Zum längst ausverkauften Event heißt es dort: „Mehrere Gastrostände sorgen für Drinks und Snacks, und nach dem Countdown startet das große Silvesterfeuerwerk, das live im Ersten als Teil der Silvestershow von Florian Silbereisen übertragen wird. Nach dem Feuerwerk geht es noch bis 1 Uhr mit Partybeats weiter.“
Berliner Senat hatte im September 2025 dem bisherigen Veranstalter eine überraschende Absage erteilt
Etwas erstaunlich ist dies schon, nach der überraschenden Absage des Berliner Senats an das bisherige Veranstaltungskonzept, die im September 2025 verkündet wurde. Die ZDF-Silvestershow findet daher zum Jahreswechsel 2025/2026 erstmals nicht mehr in Berlin statt.
Nachdem der Berliner Senat beschlossen hatte, die Veranstaltung nicht länger öffentlich zu finanzieren, zog der private Veranstalter die Live-Sendung vom Brandenburger Tor nach Hamburg in die HafenCity um, wo eine Party mit rund 5.000 Besucherinnen und Besuchern gefeiert werden soll.
5.000 zusätzliche Tickest: Ausverkauftes Event am Brandenburger Tor wird kurzfristig erweitert
Während dort frühzeitig ein neues Konzept vorgestellt wurde, blieb Berlin zunächst in der Prüfphase, wie der Jahreswechsel am Brandenburger Tor künftig gestaltet werden sollte. Für das Event am Brandenburger Tor wurden aufgrund der großen Nachfrage kurzfristig noch einmal 5.000 zusätzliche Tickets freigegeben, ob die Veranstalter noch weitere Erhöhungen der Kapazitäten planen, war bislang nicht in Erfahrung zu bringen.
Dass am Silvesterabend rund um das Brandenburger Tor im Berliner Zentrum deutlich mehr als die 25.000 offiziellen Teilnehmer der Silvester-Party zugegen sein werden, ist keine gewagte Prognose, sondern sehr wahrscheinlich – das haben die vergangenen Jahre gezeigt. Die Hotel- und Gastronomiebranche in der Hauptstadt dürfte sich auf den gut besuchten Jahreswechsel bereits freuen.
Jahresbilanz 2025: Leicht unter Vorjahr, aber mit wichtigem Kontext
Ein Blick auf die Tourismusstatistik zeigt ein gemischtes Bild für das Jahr 2025. Zwar lagen die Übernachtungs- und Ankunftszahlen bis in den Herbst hinein knapp unter dem Vorjahr, doch das Vergleichsjahr 2024 war durch die Fußball-Europameisterschaft ein statistischer Ausreißer nach oben. Ohne diesen Sondereffekt zeigt sich 2025 als solides, stabiles Tourismusjahr mit kontinuierlicher Nachfrage, insbesondere im innerdeutschen Markt.
Auch die Buchungslage rund um die Advents- und Weihnachtstage entwickelte sich besser als in vielen Prognosen erwartet. Städtereisen, Weihnachtsmärkte und kulturelle Angebote sorgten für eine hohe Auslastung, vor allem an den Wochenenden. Das starke Weihnachtsgeschäft bildet gemeinsam mit dem Silvesterboom ein Jahresfinish, das viele Rückgänge aus dem Frühjahr kompensiert.
Berlin-Besucher: Auslandstourismus bleibt die Baustelle der deutschen Hauptstadt
Gleichzeitig wird deutlich, wo Berlins strukturelle Herausforderung liegt: im internationalen Tourismus. Während Gäste aus Deutschland wieder auf Vor-Pandemie-Niveau reisen, bleibt die Dynamik aus dem Ausland verhalten.
Hier sind offenbar neue narrative und programmatische Impulse gefragt; nicht nur klassisches Stadtmarketing, sondern internationale Großanlässe mit langfristiger Wirkung.
Braucht es neue Impulse für Berlins internationale Strahlkraft?
Formate wie eine Internationale Bauausstellung, eine Weltausstellung („EXPO 2035„) oder auch eine Olympiabewerbung werden in der Stadt seit Jahren diskutiert, nicht ohne Grund. Solche Ereignisse erzeugen globale Aufmerksamkeit, Investitionen und wiederkehrende Reiseanlässe.
Für die Tourismusvermarktung, etwa durch visitBerlin, könnten sie ein entscheidender Hebel sein, um neue Zielgruppen anzusprechen und Berlin langfristig im internationalen Wettbewerb zu positionieren. Dafür allerdings müsste sich der Senat deutlich aktiver zeigen als in den vergangenen Monaten, vor allem beim Thema Olympia-Bewerbung.
Neue internationale Ziele: Flughafen BER als Schlüssel zur Welt
Parallel dazu zeigt sich beim Luftverkehr eine vorsichtige, aber positive Entwicklung. Der Flughafen BER baut sein internationales Streckennetz schrittweise aus, neue Ziele und zusätzliche Frequenzen stärken die Erreichbarkeit der Hauptstadt.
Der Meilenstein von 100 Millionen abgefertigten Passagieren unterstreicht immerhin, dass der Standort funktioniert, auch wenn weitere internationale Verbindungen entscheidend bleiben, um das Wachstum des Auslandstourismus zu stützen.
Berlin bleibt Deutschlands touristisches Zugpferd, hat aber Aufgaben
Unter dem Strich zeigt das Jahresende 2025, wie robust Berlins touristische Basis ist. Die Stadt zieht, auch mit veränderten Konzepten, neuen Regeln und ohne Ausnahme-Großereignis. Gleichzeitig macht das starke Silvester deutlich, welches Potenzial noch gehoben werden kann, wenn Infrastruktur, internationale Anbindung und strategische Großprojekte zusammengedacht werden.
Berlin ist und bleibt Deutschlands wichtigste Tourismusmetropole, mit deutlichem Abstand. Die deutsche Hauptstadt gehört zu einem erlauchten Kreis von nur zehn Städten weltweit, die mehr als 30 Millionen Übernachtungen jährlich verzeichnen können, eine beeindruckende Statistik.
Doch diesen Status sollten die Akteure der Stadt aktiv weiterentwickeln, wenn Berlin mittelfristig mit den beiden „großen“ europäischen Playern Paris und London konkurrieren will. Das lässt sich mit einem einfachen „Weiter so“ sicher nicht realisieren.
Quellen: Kulturprojekte Berlin GmbH, Visit Berlin, Booking.com, Berliner Morgenpost, Amt für Statistik Berlin Brandenburg, Flughafen BER, RBB, ZDF, ARD
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Berlin hat in den vergangenen Jahren wohl einige Millionen Besucher wegen Love Parade Streit um Müll, Schließung von Clubs, und durch die Aufgabe von etwa 90% der Bordelle verloren. Sicherlich mit vielen Ansichten aber im Grunde geht es zu verbieten anstatt Lösungen zu schaffen die Branchen nicht zerstören. Lichtblicke gibt es natürlich, und die im Artikel angesprochenen Visionen. Allerdings ist mein Eindruck vom politischen Trend, mehr Dorfmentalität und Kleinkarriertheit, mehr Ausgrenzung, weniger weltoffenes flair und Offenheit für mehr Teilhabe von Randgruppen.